Wie Du Zuhause Deine Eigenen Kräutertinkturen Herstellen Kannst

Veröffentlicht :
Kategorien : AnleitungenBlogKräuter und Samen

Eigenen Kräutertinkturen


Was die Kräuter anbelangt, aus denen Du Tinkturen herstellen kannst, sind Dir keine Grenzen gesetzt. Tinkturen sind Alkohol-Extraktionen, die extrem einfach herzustellen und noch einfacher anzuwenden sind! Lies weiter, um herauszufinden, welche Kräuter sich am besten eignen, falls Du gerade anfängst, eigene Tinkturen zuzubereiten.

Es gibt Tausende von Kräuter, die sich seit Jahrhunderten bewährt haben und auch von der Wissenschaft getestet wurden. Viele besitzen medizinische Eigenschaften und tragen das Potenzial in sich, uns bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Störungen zu unterstützen. Einige von ihnen helfen uns zu entspannen und nehmen dem Stress und unseren Ängsten die Schärfe. Andere geben unserem Immunsystem den Schub, den es benötigt, um eine Erkältung oder einen Husten überwinden zu können.

Welches Kraut man auch einsetzt, es gibt stets ein paar verschiedene Optionen, wenn es um die Methoden der Einnahme geht. Kräutertees stellen eine der einfachsten Möglichkeiten dar, sind aber nicht unbedingt die wirksamste Methode. Kräutertinkturen bieten hingegen eine Methode der Zubereitung, die sie sehr stark und konzentriert macht.

Alkohol Als Lösungsmittel

Eine Tinktur ist im Wesentlichen eine bestimmte Art von Kräuterextrakt, bei dessen Herstellung Alkohol als Lösungsmittel verwendet wird, das die Wirkstoffe der betreffenden Kräuter aufnimmt. Viele andere Arten von Kräuterextrakten verwenden Wasser, Essig und Glycerin als Mittel, um die gewünschten Moleküle zu erhalten. Was eine Tinktur jedoch erst zu einer Tinktur macht, ist die Einbeziehung von Alkohol. Alkohol, vor allem der stärkere Stoff, eignet sich hervorragend zur Konservierung der Zutaten. Darüber hinaus extrahiert er typischerweise mehr von den gewünschten Pflanzenbestandteilen als andere Lösemittel.

Es macht Spaß, die Tinkturen herzustellen und es bereichert das Leben auch um ein gewisses Maß an Selbstversorgung. Das Kreieren eigener Tinkturen gibt Dir die Kraft und den Antrieb, mehr über die Nutzen bestimmter Kräutern und ihre Verwendung zu lernen. Herauszufinden, welche Kräuter für Dich am besten sind, könnte Dich sogar unabhängiger von frei verkäuflichen Arzneimitteln machen. Tinkturen sind schnell wirkende Extrakte, die in einzigartigen Formen vorliegen, und ganz spezifische Wirkungen erzielen.

WIE MAN EINE KRÄUTERTINKTUR EINSETZT

Tropfen Unter Die Zunge

Tinkturen sind sehr flexibel bezüglich ihrer Einnahmemethoden. Das Endergebnis ist in der Regel eine Tropfflasche, die mit in Alkohol versetzten Kräutern gefüllt ist. Diese können direkt durch das Tropfen unter die Zunge eingenommen werden, was eine schnelle Aufnahme in den Blutkreislauf garantiert. Alternativ können Tinkturen in Suppen, Smoothies, Säften und sogar in Tees gegossen werden. Der Fantasie sind bezüglich der Einnahme einer Tinktur keine Grenzen gesetzt, solange Du die richtige Dosierung beachtest. Zum Glück weisen viele Pflanzen eine sichere Dosierungsschwelle auf.

Sprich bitte auch mit Deinem Arzt über die Kräuter, die Du einnehmen möchtest, bevor Du eine neue Kräuterkur beginnst. Dies gilt insbesondere dann, wenn Du unter Krankheiten oder Störungen leidest oder gleichzeitig Medikamente einnimmst.

DIE BESTEN KRÄUTER FÜR TINKTUREN

Wie bereits erwähnt, gibt es so viele Kräuter, die ein unglaubliches Spektrum von Wirkungen zeigen. Hier sind unsere Vorschläge für die besten Kräuter, mit denen Du die Herstellung von Tinkturen beginnen kannst.

KAMILLE

Kamille Tinktur

Es gibt zwei Arten von Kamille, die in Tinkturen eingesetzt werden: Deutsche oder englische Kamille. Dieses Kraut haben verschiedene Kulturen über Hunderte von Jahren aus einer Vielzahl von Gründen genutzt. Kamille ist bekannt dafür, dass sie Magenverstimmungen lindern, bei Schlafstörungen helfen, Schwellungen reduzieren und Bakterien bekämpfen kann. Zu weiteren traditionellen Verwendungen des Krauts gehört die Linderung bei Bronchitis, kleinen Wunden, Psoriasis, Ekzemen und Hautausschlägen. Weitere Erkrankungen, bei denen Kamille wirksam zu sein scheint, sind Depressionen, Ängste, Allergien, Geschwüre und Hämorrhoiden.

Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass Kamille eine gute Quelle für Antioxidantien ist, den Verbindungen, die helfen, oxidativen Stress zu verhindern, der durch freie Radikale verursacht wird und zu DNA-Schäden führen kann. Das Kraut wird ob seines hohen Gehalts an Flavonoiden auch mit einer guten Herzgesundheit assoziiert, denn die Wirkstoffe aus der Kamille sind Verbindungen, die das Risiko koronarer Herzkrankheiten senken.

Außerdem wird von Kamille berichtet, dass sie eine gesunde Verdauung unterstützt und ebenso eingesetzt werden kann, um gesundheitliche Probleme wie Blähungen, Reisekrankheit, Durchfall und Verdauungsstörungen zu behandeln.

KATZENMINZE

Katzenminze Tinktur

Katzenminze ist in der Regel für die starken, bewusstseinsverändernden Effekte bekannt, die sie bei Katzen auslöst. Abgesehen davon hat sich die Katzenminze auch als vorteilhaft für die Gesundheit des Menschen erwiesen. Die Blütenspitzen dieses Krauts werden eingesetzt, um Medizin herzustellen, wobei die traditionellen Verwendungen der Katzenminze den Einsatz bei Krankheiten wie Schlaflosigkeit, Ängsten, Migräne, Kopfschmerzen, Erkältungen, Atemwegsinfektionen, Nesselsucht, Fieber, Verdauungsstörungen, Krämpfen und vieles mehr umfasst.

Katzenminze ist besonders hilfreich bei der Reduktion von Stress und der Verbesserung des Schlafes. Die gleiche Eigenschaft, die Katzen auf Katzenminze so abfahren lässt, fungiert auch als Beruhigungsmittel. Deshalb kann die Katzenminze bei Stress und Angst behilflich sein, vor allem für diejenigen, die darum kämpfen müssen, nachts einzuschlafen.

Katzenminze ist nicht nur ein Heilkraut, sondern liefert auch viele nützliche Nährstoffe in Form von Vitaminen und Mineralien.

In Anbetracht dessen kann Katzenminze je nach den vorliegenden Erkrankungen allerdings auch unerwünschte Nebenwirkungen auslösen. Deshalb solltest Du immer vorab recherchieren und Deinen Arzt um weitere Informationen bitten.

PFEFFERMINZE

Pfefferminze Tinktur

Die Pfefferminze ist eine Pflanze, die üppig wächst und allmählich Deinen Garten übernehmen wird, wenn Du sie lässt. Sie wird traditionell bei Erkältungen, Husten, Entzündungen, Mittelohrentzündungen, Übelkeit, Erbrechen, Morgenübelkeit, Reizdarmsyndrom, Blähungen und Magenverstimmungen eingesetzt.

Pfefferminz-Extrakte werden auch häufig bei Kopfschmerzen, Muskel- und Nervenschmerzen, Juckreiz, allergischen Hautausschlägen und bakteriellen bzw. viralen Infektionen herangezogen. Ebenso findet dieses Kraut Anwendung, wenn Sodbrennen und Krämpfe bekämpft werden sollen, die durch eine Endoskopie verursacht wurden.

Pfefferminze wird auch mit Gewichtsverlust in Verbindung gebracht, da einige ihrer Wirkstoffe den Appetit zügeln. Einige Menschen setzen die Pfefferminze auch ein, um durch Stress verursachte Symptome zu reduzieren. Anscheinend kann diese Pflanze dabei helfen, den Blutdruck zu senken und die Körpertemperatur herabzusetzen und ebenfalls zur Entspannung beitragen.

ZITRONENMELISSE

Zitronenmelisse Tinktur

Die Zitronenmelisse ist ein mehrjähriges Kraut und ein Mitglied der Familie der Lippenblütler. Die Blätter verströmen ein angenehmes Zitronenaroma und werden verwendet, um Tees aufzugießen und Extrakte herzustellen. Zitronenmelisse wurde schon immer eingesetzt, um Verdauungsprobleme, Erbrechen, Menstruationskrämpfe, sowie Kopf- und Zahnschmerzen zu lindern.

Es ist weithin anerkannt, dass die Zitronenmelisse eine stark beruhigende Wirkung ausübt, was sich vorteilhaft bei Schlafproblemen, Ängsten, ADHS und hohem Blutdruck auszuwirken scheint. Zitronenmelisse wird sogar als Element innerhalb der Aromatherapie für Menschen mit Alzheimer eingesetzt.

Weiterhin konnte gezeigt werden, dass die Zitronenmelisse beeindruckende antibakterielle Eigenschaften besitzt. Studien belegen, dass sie sogar gegen Listeria monocytogenes and Staphylococcus aureus wirksam ist.

WAS DU BENÖTIGST, UM EINE TINKTUR HERZUSTELLEN

Eine Tinktur herzustellen ist nicht so kompliziert und erfordert keine spezialisierten oder teuren Geräte. Du benötigst einfach nur die Kräuter Deiner Wahl, ein paar Glasgefäße, ein Stück Mulltuch, hochwertigen Alkohol, Tropffläschchen und ein scharfes Messer, um das Kraut zu hacken.

WIE DU DEINE EIGENEN TINKTUREN HERSTELLST

Jetzt, wo Du die gesamte Ausrüstung zusammen hast, ist es Zeit, mit Deiner eigenen Tinktur zu beginnen. Bei der Herstellung einer Tinktur sind keine strengen Messungen erforderlich. Viele Kräuterkundige verwenden die Volksmethode, die einen traditionellen und entspannten Ansatz der Abschätzung von Mengen mit dem Auge beinhaltet.

Das Wichtigste zuerst - fange damit an, Deine Kräuter auf einem sauberen und offenen Arbeitsbereich zu hacken. Sobald Du dies getan hast, füllst Du eines Deiner Gläser zu ⅔ mit dem Pflanzenmaterial. Als nächstes befüllst Du dasselbe Glas bis oben hin mit Alkohol. Je höher der Prozentsatz des eingesetzten Alkohols ist, desto mehr Verbindungen werden aus den Pflanzen extrahiert. Der typische Alkoholanteil für die meisten Tinkturen bewegt sich zwischen 40 und 50 Prozent.

Stelle Deine Gläser in einen kühlen, trockenen und dunklen Stauraum. Schüttele sie mehrmals in der Woche, um den Inhalt zu vermischen. Das Glas muss wieder mit Alkohol aufgefüllt werden, sobald etwas verdampft ist. Achte darauf, dass das Gefäß gefüllt und versiegelt ist, um Schimmel oder Bakterien zu verhindern.

Innerhalb eines Zeitraums von 6 bis 8 Wochen sollte die Tinktur so weit sein, dass sie in eine Flasche umgefüllt werden kann. Drücke sie durch das Mulltuch in ein Glas, um die Flüssigkeit von der festen Pflanzenmaterie zu trennen. Gieße nun die Tinktur in Tropfflaschen, damit sie einfach und effizient zu verabreichen ist. Vergiss nicht, Etiketten an Deinen Flaschen anzubringen, damit Du auch später noch weißt, welches Kraut jeweils extrahiert und zu welchem Zeitpunkt die Tinktur hergestellt wurde. Du kannst auch Dosierungsinformationen, den Prozentgehalt des Alkohols und alle anderen Informationen notieren, die Dir wichtig erscheinen.

Luke Sumpter

Geschrieben von: Luke Sumpter
Luke Sumpter ist ein im Vereinigten Königreich ansässiger Journalist, der auf Gesundheit, alternative Medizin, Kräuter und psychedelische Heilverfahren spezialisiert ist. Er hat bereits für "Reset.me", "Medical Daily" und "The Mind Unleashed" geschrieben und deckt dabei diese und noch weitere Bereiche ab.

Über Unsere Autoren

Verwandte Produkte