Weihnachten, Weihnachtsmann und Fliegenpilz

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Weihnachten, Weihnachtsmann und Fliegenpilz

Weihnachten wird weithin als eine christliche Tradition angesehen, aber viele Teile davon haben Verbindungen zu heidnischen Praktiken. Einige deuten darauf hin, daß die Tradition sich um die Verwendung von Zauberpilzen dreht und es gibt durchaus überzeuge

Weihnachten wird weithin als eine christliche Tradition angesehen, aber viele Teile davon haben Verbindungen zu heidnischen Praktiken. Einige deuten darauf hin, daß die Tradition sich um die Verwendung von Zauberpilzen dreht und es gibt durchaus überzeugende Argumente.

Weihnachten in all seiner Feierlichkeit, dem Baum und den Figuren, wird als ziemlich solide christliche Tradition angesehen. Es ist das Fest der Geburt Christi und ein Feiertag, der überall auf der Welt anerkannt ist. Aber warum bringen wir immergrüne Bäume in unsere Häuser? Wer ist dieser geheimnisvolle dicke Mann mit den Geschenken? Und was haben sie mit dem Christentum und seinen Festen zu tun? Nun, wie sich herausstellt, nicht viel.

Haben schamanistische Praktiken Weihnachten geprägt?

Bevor das Christentum so weit um sich griff, übten viele europäische Länder das Heidentum und schamanistische Rituale aus. Es wird weitgehend angenommen, daß die Einbeziehung des Weihnachtsbaums und Weihnachtsmanns eine Verschmelzung des Christentums mit den heidnischen Traditionen der damaligen Zeit ist - und es gibt viele Theorien zu diesem Thema.

Eine dieser so prominenten Theorien wurde von John Rush formuliert, einem Anthropologen und Lehrer am Sierra College in Rocklin, Cliff. Er glaubt, daß diese Traditionen auf die schamanischen Praktiken mit Zauberpilzen zurückgeführt werden können. "Der Weihnachtsmann ist ein modernes Gegenstück zu einem Schamanen, der bewußtseinsverändernde Pflanzen und Pilze verzehrte, um mit der geistigen Welt zu kommunizieren," sagt er.

Nach seiner Theorie leitet sich der Weihnachtsmann von Schamanen in den sibirischen und arktischen Regionen der Welt ab, die während des Monats Dezember die Einheimischen besuchten, um ihnen Beutel mit Fliegenpilzen als Geschenk zu geben. Er beschreibt, daß praktizierende Schamanen der älteren Traditionen bis vor ein paar hundert Jahren Amanita muscaria (Fliegenpilze) sammelten, sie trockneten und sie zur Wintersonnenwende als Geschenke an ihr Volk gaben. Er geht sogar soweit, zu beschreiben, daß der Schamane oft eine Öffnung im Dach verwendete, um seine Geschenke zu liefern, da die große Menge an Schnee in der Region die Tür blockiert haben würde - daher benutzt der Weihnachtsmann heute den Schornstein.

Rot und Weiß - Farben mit einer Bedeutung

So, und warum trägt der Weihnachtsmann rot und weiß? Die Antwort darauf bezieht sich auch wieder auf den bunten Pilz. Amanita muscaria ist vor allem für seine mit weißen Punkten gesprenkelte roten Kappe bekannt. Dies wurde von der Kleidung des Schamanen nachempfunden, der rote und weiße Stoffe tragen würde, um die Wichtigkeit der Pilze während der Ernte anzudeuten.

Santa Claus Amanita Muscaria

Auch das Platzieren der Geschenke unter einem Baum hat eine Verbindung zu diesen bunten Zauberpilzen. James Arthur beschreibt in seinem Buch "Pilze und die Menschheit," daß der bunte Fliegenpilz eine symbiotische Beziehung mit immergrünen Bäumen hat und sehr oft unter ihnen wächst. Laut Arthur, ist das, woher die Tradition kommt, immergrüne Bäume in unsere Häuser zu bringen und bunte Geschenke unter ihnen zu platzieren - als Hommage an den heiligen Pilz und die Geister, für die er verwendet wurde, um mit ihnen zu kommunizieren.

Fliegende Rentiere?

Die Idee eines fliegenden Rentiers klingt ziemlich weit hergeholt. Doch es wird allgemein angenommen, daß der Weihnachtsmann sich so fortbewegt. Das könnte eventuell nicht ganz so verrückt sein, wie es sich zunächst anhört. Rentiere sind in Sibirien heimisch und ein sehr häufiger Anblick. Sie suchen sogar nachweislich wegen seiner psychedelischen Eigenschaften aktiv nach dem Pilz. Donald Pfister, ein Biologe an der Harvard University sagt, es sei nicht unvernünftig anzunehmen, daß, wenn sowohl der Schamane, als auch seine Rentiere auf einer Reise sind, der Schamane dann halluzinieren könnte, daß sie fliegen - vor allem, wenn die Rentiere Pilze verzehrt hatten und sich unberechenbar verhielten.

Carl Ruck, ein Professor der Klassik an der Boston University unterstützt diese Theorie. Er beschreibt, daß Schamanen die Zauberpilze und die Halluzinationen, die sie auslösen, oft nutzten, um mit Tiergeistern zu kommunizieren, wobei sie auf der Suche nach Visionen mit ihnen zogen.

Neinsager

Natürlich gibt es viele, die gegen diese Theorie argumentieren und gegen die Idee sind, daß diese sibirischen Schamanen etwas mit Weihnachten und dem Weihnachtsmann zu tun haben. Der Historiker Ronald Hutton zum Beispiel, der behauptet, den sibirischen Schamanismus studiert zu haben, weist auf ein paar Mängel hin. Aus seinen eigenen Studien in dem Bereich schließt er, daß Schamanen keine Schlitten fuhren und sie sich nur selten mit den Geistern der Rentiere befaßten.

Ruck allerdings bestreitet dies. Zwar mögen Schamanen keine Schlitten verwendet haben, doch ist es die Symbolik des Transports während einer Halluzination, die zählt und wenn es wirklich keine Verbindung gibt, warum liefert der Schamane die Pilze dann als Geschenke im Dezember durch die Dächer der Einheimischen? Warum trägt er einen roten Mäntel, gefüttert mit weißem Fell und trägt während der Ernte schwarze Stiefel? Und warum gibt es einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Platzieren der Geschenke unter einem Baum und wo diese Pilze sonst gefunden werden?

Natürlich ist es nur eine Theorie, aber es ist sicherlich eine interessante und eine, an der wir uns wirklich erfreuen. Diese Praktiken hätten sich sehr leicht über das europäische Festland verbreitet haben können, hätten sich weiter entwickelt und verändert, während sie auf neue Kulturen treffen. Auch der Ort, an dem der Weihnachtsmann leben soll, unterstützt lautstark die Theorie, da die Region, aus der diese Schamanen kommen, doch ziemlich nah am Nordpol ist!

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