Was Ist Der Unterschied Zwischen Einer Droge Und Einem Medikament?


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Unterschied Medikament Und Droge


Die Unterscheidung von Droge und Medikament ist häufig schwierig. Es gibt einige Beispiele, bei denen dies einfach ist. Allerdings gibt es besondere Schwierigkeiten, wenn es um pflanzliche Medikamente geht. Solche Definitionen ändern sich außerdem mit wachsendem medizinischem Verständnis über die Wirkung von vielen dieser Substanzen.

Die aktuelle Debatte über den Unterschied zwischen Drogen und Medikamenten ist keine neue. Sie läuft seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, als der medizinische und pharmazeutische Berufszweig zu organisierten Einheiten wurden. Gewissermaßen ist dies auch mit der Einführung des Patentrechtes in Europa und den USA einhergegangen. Wenn eine Pflanze als "Medikament" genutzt werden konnte, konnte kein Patent angemeldet werden.

Auf der anderen Seite wurde auch Alkohol (zum Beispiel) als "Medikament" verwendet. Dies trifft auch auf viele der heutigen "Medikamente" und "Drogen" zu. In einigen Fällen, wie bei Opioiden und Amphetaminen, ganz zu schweigen von Cannabis und LSD, können sie unter beide Begriffe fallen. Beispielsweise beginnt die Aufarbeitung der Daten, welche Cary Grant bezüglich der "Therapie" mit LSD in den 1950ern veröffentlicht hat, in einer Zeit, in der die Mikrodosierung von LSD zur Behandlung von schwerer Depression und Stimmungsschwankungen wieder in den Fokus der Forschung zurückkehrt.

Menschen können ebenso von verschreibungspflichtigen Medikamenten wie von Drogen "abhängig" werden. Genauso können auch Medikamente negative Folgen (oder Nebenwirkungen) haben.

Grundsätzlich liegt die Unterscheidung zwischen "Droge" und "Medikament" in der Hand politischer und medizinischer Entscheidungen. Diese ändern sich allerdings häufiger.

WAS IST EIN MEDIKAMENT?

Medikament

Einfach ausgedrückt, kann ein Medikament jede externe Substanz sein, die zur Linderung eines Leidens verabreicht wird. Sie muss nicht hergestellt sein. Dies trifft auf viele pflanzliche Medikationen zu, obwohl man kein Rezept für sie benötigt. Zum Beispiel ist die wohltuende und heilende Wirkung von Aloe auf Brandwunden wohlbekannt.

Mit verschreibungspflichtigen Medikamenten ist das etwas anders. Das bedeutet, dass diese Medikamente stark genug sind, um schädliche Wirkungen hervorzurufen und deshalb unter Aufsicht eingenommen werden müssen. Der Begriff impliziert damit ebenso eine medizinisch überwachte Anwendung. In den meisten Ländern gibt es eine staatliche "Überwachung" solcher Drogen. Eingeschlossen sind Cannabis, Kokain, Amphetamine, Heroin und Opioide, sowie andere Drogen, die zu einem speziellen Zweck in Labors hergestellt wurden.

Dieses Verständnis und diese Definition können sich mit der Zeit ebenfalls ändern. Die Beschränkungen von Cannabis oder bestimmten Cannabinoiden beispielsweise, sind auf dem Weg, sich in den wichtigsten Ländern zu lockern. Trotzdem bleibt die Droge mit Ausnahme von Deutschland und Uruguay in allen anderen Ländern eine Droge des Anhangs I.

WAS IST EINE DROGE?

Droge

Eine Droge hingegen ist eine Substanz, die zum Spaß und zu freizeitlichen Zwecken verwendet wird. Sie kann auch schädliche Nebenwirkungen verursachen. Nikotin und Alkohol sind zum Beispiel beide Drogen. Beide sind legal. Cannabis, Kokain, Heroin und andere "Drogen" bleiben illegal. Im anderen Extrem fangen bestimmte Länder an, die ganze Debatte mit anderen Augen zu sehen. Portugal ist in Sachen Entkriminalisierung des freizeitlichen Gebrauchs aller Drogen weltweit führend.

Noch verwirrender sind die chemischen und namentlichen Ähnlichkeiten der Substanzen, die erhältlich sind und verkauft werden. Heroin zum Beispiel ist illegal. Trotzdem sind verschreibungspflichtige Opioide nicht nur legal, sondern sie sind auch noch für einen Großteil der heutigen Opioid-Abhängigkeiten, sowie für viele Überdosierungen mit solchen Mitteln verantwortlich.

UNTERSCHIED DES ZWECKES

Zusätzlich zu Verschreibung, Nebenwirkungen und anderen Ähnlichkeiten, gibt es einen weiteren Unterschied zwischen den Begrifflen Droge und Medikament. Medikamente werden vordergründig gezielt zu therapeutischen Zwecken verwendet. Das ist einer der vielen Gründe, weshalb der Gebrauch von Cannabis so schwer zu klassifizieren ist. Wenn ein "Freizeitnutzer" regelmäßig konsumiert, verwendet er die Droge dann wirklich nur zum Spaß? Oder stellt er, wie viele andere Leute, eine Eigendiagnose eines nicht diagnostizierten medizinischen Problems?

UNTERSCHIED DER WIRKUNGEN

Der Unterschied zwischen "Drogen" und "Medikamenten" ist ebenso schwer zu definieren wie der zwischen den Wirkungen. Der Gebrauch von Medikamenten beabsichtigt eindeutig die Einleitung der Heilung. Auf jeden Fall muss man sich im psychologischen Bereich fragen, was ist Heilung? Wenn LSD oder Cannabis von einem Arzt erfolgreich zur Behandlung einer chronischen Depression angewendet wird, ist das ein medizinischer Gebrauch dieser Drogen? Die Antwort ist natürlich ein klares Ja.

Das heißt, dass "Trips" und euphorische Zustände tatsächlich zu therapeutischen, medizinischen Zwecken verwendet werden können. Dagegen können verschriebene Medikamente, wie die gegen Schizophrenie, den Patienten fettleibig werden lassen.

Und im Endeffekt? Falls die Wirkungen insgesamt positiv und der Gesundheit, sowie dem allgemeinen Wohlbefinden des Anwenders zuträglich sind, könnte man sie ein Medikament nennen. Trotzdem heißt das nicht, dass ein Medikament keine negativen Nebenwirkungen haben kann.

negativen Nebenwirkungen

Sowohl verschreibungspflichtige Medikamente, als auch Drogen können abhängig machen. Das bedeutet, dass der Unterschied zwischen "Abhängigkeit" und Patiententreue ein weiterer relevanter Streitpunkt ist. Beide Punkte gelten sowohl für den Gebrauch von Drogen, als auch für verschreibungspflichtige Medikamente.

WELCHE DROGEN KÖNNEN ALS MEDIKAMENT VERWENDET WERDEN?

Seit Beginn des neuen Jahrhunderts steht der therapeutische Nutzen vieler angeblicher "Party-Drogen" wieder im Fokus der Forschung, obwohl es die meisten schon sehr lange gibt. Heutzutage befinden sich alle unter dem Mikroskop. Die angeblichen "Erkenntnisse" über psychische Erkrankungen, Abhängigkeit und Schmerz werden alle überarbeitet.

CANNABIS

Cannabis

Falls Du es nicht mitbekommen hast, es gibt momentan eine globale Debatte über genau dieses Thema. Der medizinische Gebrauch von Cannabis wurde in Deutschland vor kurzem gesetzlich geregelt. In Kanada ist es legal. In Australien, Irland und an anderen Orten wird es legal werden. Die Rolle der Cannabinoide im neu entdeckten Endocannabinoid-System ist die Basis für ein bereits etabliertes Medikament.

Zauberpilze

Zauberpilze

Die sogenannten Zauberpilze sind ebenfalls nichts Neues. Wie Cannabis werden sie seit Jahrtausenden in religiösen Ritualen und für die Heilung verwendet. Wie viele der anderen "Drogen", wurden auch sie zu medizinischen Zwecken erforscht. Das letzte mal standen sie in den 1950ern und 60ern stark im Fokus. Ursprünglich wurde ihr Einsatz bei Patienten mit Depression erforscht. Sie wurden auch eingesetzt für die Behandlung von PTBS oder Schützengrabenneurose, wie sie früher genannt wurde. Leider verschwanden sie nach dem Beginn des Kriegs gegen die Drogen in Partykreisen. In der heutigen Zeit werden sie für die Behandlung psychologischer Probleme erforscht, einschließlich Depression und PTBS.

AYAHUASCA

Ayahuasca

Diese aus einer in Peru heimischen Liane hergestellte Droge wird häufig auch Yagé genannt. Ayahuasca wurde für die Behandlung von Depression, Angst und Abhängigkeit erforscht. Fortwährend findet die Erforschung der Wirkung dieser Substanz auf die mentale Gesundheit in der Johns Hopkins in den USA statt. Der Forscher Roland Griffiths fing an, das Interesse für die Droge wieder aufleben zu lassen. Er schrieb, dass es "unglaublich" war, wie positiv sich die Substanz auf das Wohlbefinden der Menschen auswirkte. "Nahezu alle Teilnehmer berichteten von signifikanten positiven Veränderungen ihrer Sichtweise und ihres Verhaltens", schrieb er. "Solche Veränderungen wurden auch von Freunden, Angehörigen und Kollegen der Teilnehmer berichtet. Es war außergewöhnlich."

MESKALIN

Meskalin

Einer der nächsten großen Kämpfe gegen die Drogenpolitik könnte der medizinische Zugang zu Meskalin bedeuten. Meskalin ist ein natürlich vorkommendes psychedelisches Alkaloid, welches aus dem Peyote-Kaktus stammt (unter anderen Kakteenarten). Es wird seit Jahrhunderten von indigenen Völkern zur Steigerung der Spiritualität verwendet, wobei die Droge eine einschneidende Erfahrung für alle Experimentatoren bereithält. Aufgrund des aktuell illegalen Status' wurde es nicht ordnungsgemäß als Mittel gegen bestimmte psychische Erkrankungen untersucht. Bestimmte Erkrankungen wie Depression und Alkoholismus könnten durch einen medizinischen Gebrauch behandelt werden. Deshalb könnte diese Droge das "nächste" LSD werden, wenn es um Mikrodosierung geht.

 

         
  Marguerite Arnold  

Geschrieben von: Marguerite Arnold
Mit ihrer jahrelangen Erfahrung in der Schriftstellerei hat sich Marguerite der Erforschung der Cannabis-Industrie und den Entwicklungen der Legalisierungsbewegung gewidmet.

 
 
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