Skunk löst Psychose aus, jetzt ernsthaft?

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Skunk löst Psychose aus, jetzt ernsthaft?

Vor kurzem wurde eine Studie veröffentlicht in der der Zusammenhang zwischen verschiedenen Sorten Cannabis und Psychosen untersucht wurde. Die Medien hatten ihre helle Freude daran, aber stehen die Dinge so schlecht wie sie uns glauben machen wollen?

Natürlich nicht. Diese neue Studie ist mangelhaft und wurde weitgehend missdeutet, um der Panikmache gegen Cannabis zu entsprechen, die da wo die Studie durchgeführt wurde (in Großbritannien) so beliebt ist. In der Studie wurde eine Gruppe von Patienten in ihrer ersten Episode einer Psychose mit einer Kontrollgruppe der allgemeinen Bevölkerung verglichen - alle aus der gleichen Gegend von London. Die Teilnehmer wurden dann gefragt, ob, wie häufig und welche Art Cannabis sie konsumieren.

Basierend hierauf stellten sie fest, daß diejenigen, die an Psychosen litten, am ehesten täglich Skunk Sorten konsumierten, während diejenigen, die Hasch nahmen kein höheres Risiko hatten als Teilnehmer, die gar kein Cannabis konsumierten. Unter Verwendung dieser Ergebnisse schätzten die Autoren der Studie, daß 24% der Psychosefälle verhindert werden könnten, wenn kein Cannabis verwendet würde. Gleichzeitig erklären die Autoren eindeutig, daß dies keinen kausalen Zusammenhang darstellt. Wir haben keine Ahnung wie sie darauf kommen, da es ganz klar widersprüchlich ist, aber nichtsdestotrotz hatten die Medien mit dieser Fülle an Informationen ihren großen Tag - wobei sie Überschriften verwendeten wie "Cannabis verdreifacht Psychoserisiko" und "super starkes Cannabis verantwortlich für ein Viertel der neuen Psychosefälle". Wieder einmal schiebt die Macht der Sensationsgier allen Rationalismus beiseite. Sogar das Innenministerium, eine der führenden Regierungsbehörden in Großbritannien sprang auf den Zug der Sensationssüchtigen auf und erklärte, daß dies ein gutes Beispiel sei, warum Cannabis illegal bleiben sollte!

Warum die Medien und das Innenministerium falsch liegen: Eine zutiefst fehlerhaft Studie

In erster Linie bedeutet Korrelation nicht Kausalität und man muss den Autoren zugestehen, daß es etwas ist, das sie erkannt haben. Es könnte sehr gut sein, daß diejenigen, die Probleme haben und gefährdet sind eine Psychose auszubilden sich dem Cannabis zuwenden.

Dies ist jedoch bei weitem nicht alles, was falsch an dieser Studie ist. Um es sehr einfach auszudrücken, das war ein Fragebogen, der die Menschen aufforderte rückwirkend anzugeben, wie viel Cannabis sie konsumiert hatten. Hierbei gibt es sehr wenig wissenschaftliche Kontrolle, denn die Antworten unterliegen den persönlichen Interpretationen jedes Teilnehmers. Sie wurden weder beobachtet, noch wurden Proben im Labor getestet oder sonstwas von dem überprüft, was sie angaben.

Dann ist da noch die Tatsache, daß die Forscher nur sehr wenige Variablen kontrollierten. Sie erkennen an, daß weiße Männer, Migranten und starke Raucher eher eine Psychose entwickeln und haben daher auch ihre Ergebnisse kontrolliert. Solche Dinge wie Alkohol (von dem sich bereits vor kurzem gezeigt hatte, daß es der Untergang einer anderen ähnlichen Studie war), erbliche Faktoren, sozioökonomische Faktoren, Alter, andere Medikamente und Stress wurden hingegen gar nicht überprüft. Sie alle können eine enorme Auswirkung auf eine so breite und unkontrollierte Forschungsmethode haben und hinterlassen ein klaffendes Loch in der Gültigkeit ihrer Ergebnisse.

Wie sieht es mit Hasch aus?

Was wir wir an dieser Studie sehr interessant finden ist, daß sie herausfanden, daß Hasch kein erhöhtes Risiko für Psychosen darstellt. Von seiner Natur her ist Hasch eine Art von Cannabiskonzentrat. Die Forscher und Medien reden darüber als wäre es eine separate Cannabisrasse, faktisch kann es aber aus jeder beliebigen Sorte gewonnen werden. Wenn es aus der gleichen Skunk gemacht wäre, von der sie behaupten sie wäre die Ursache für Psychosen, dann wäre das Hasch theoretisch stärker und würde sehr viel wahrscheinlicher eine Psychose verursachen.

Natürlich ist nicht alles Hasch stärker als das auf der Straße verkaufte Marihuana, es könnte verunreinigt und aus extrem minderwertigem Zeug hergestellt sein, aber in der Theorie sollte Hasch Gramm für Gramm stärker sein.

Etwas haben sie richtig gemacht

Nun mögen die Ergebnisse dieser Forschung fehlerhaft sein, doch etwas haben sie richtig gemacht, wenn auch nur im Prinzip; das ist die Beurteilung des Unterschieds zwischen zwei "Typen" von Cannabis. Obwohl sie anscheinend wirklich verstanden haben was Hasch ist, ist dies die erste Studie die wir kennen, in der tatsächlich versucht wird einen Unterschied festzumachen, anstatt alles Cannabis in einen Topf zu werfen. Es ist sicherlich etwas das gefördert werden sollte, da es einen besseren Einblick in die verschiedenen Cannabinoidverhältnisse, wie THC/CBD Gehalt vermittelt, die in Interaktion mit dem Körper treten.

Wie Cannabis Psychosen vorbeugen kann

Von einem Extrem zum anderen, zeigen neuere Erkenntnisse auf, daß Cannabis zur Behandlung von Psychosen genutzt werden kann, was noch mehr Schande über die sensationslüsternen Medien und Regierungsbehörden bringt. Tatsächlich ist es mehr als einfache Theorie; das in Großbritannien ansässige Unternehmen GW Pharmaceuticals testet derzeit die dämpfende Natur von CBD bei Psychosen - eines der wichtigsten Cannabinoide in Cannabis. Es ist zu hoffen, daß sie durch diese Prüfung ein auf Cannabis basierendes verschreibungspflichtiges Medikament zur aktiven Bekämpfung von Psychosen auf den Markt bringen können.

So oder so ist es wichtig, daß Du nicht alles was Du liest für bare Münze nimmst. Sieh Dir die Stuide selbst an und bilde Dir Deine eigene Meinung. Auch wenn es in Großbritannien eine wachsende Unterstützung für die Legalisierung von Cannabis gibt, scheinen die Medien mit ihrer Panikmache einfach in der Vergangenheit festzuhängen. Glaub diesem Rummel nicht!