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Cannabis Einfrieren Oder Nicht?
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Cannabis Einfrieren Oder Nicht?

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Bei der Langzeit-Lagerung von Gras greifen viele Menschen auf den Gefrierschrank zurück. Ist diese Methode brillant oder eine schlechte Idee? Wir beschäftigen uns mit den vier Aspekten der Lagerung von Cannabis – Licht, Feuchtigkeit, Reibung und Temperatur – um herauszufinden, ob man Buds und Extrakte einfrieren kann.

Es überrascht nicht, dass viele Cannabiskonsumenten ihren Gefrierschrank zur Lagerung von Cannabis benutzen. Wie wir bereits aus Game of Thrones gelernt haben: „Feuer zerstört, aber Kälte bewahrt.“ Das Sprichwort mag in archetypischer Hinsicht zutreffen, aber wenn es um Cannabis geht, ist es grundlegend falsch.

DIE GRUNDLAGEN DER AUFBEWAHRUNG VON CANNABIS

Beginnen wir zunächst mit ein paar Grundlagen für die Aufbewahrung von Cannabis. Die vier wichtigsten Faktoren dabei sind Licht, Feuchtigkeit, Reibung und Temperatur. Letzteres ist beim Einfrieren Deiner Buds besonders wichtig, aber wie wir sehen werden, ist das nicht der einzige Faktor, der dabei eine Rolle spielt.

ES WERDE LICHT?

Es Werde Licht?

Um Licht zu verstehen, müssen wir uns mit UV-Strahlen beschäftigen. UV-Strahlen lassen sich in drei Kategorien einteilen: UVA, UVB und UVC. Bei uns Menschen sind UVA-Strahlen für den Sonnenbrand verantwortlich und sorgen dafür, dass wir in der Sonne braun werden. UVB-Strahlen schädigen die tieferen Gewebsschichten beim Sonnenbaden.

Cannabis ist genauso anfällig für die schädliche Wirkung von UVB-Strahlen. Sie bewirken den Abbau von THC, dem psychoaktiven Hauptwirkstoff in Cannabis. Doch UVB hat nicht nur negative Seiten – viele Anbauer schwören beim Anbau auf einen hohen Gehalt an UVB-Strahlen, um die Trichomproduktion zu steigern – bei der Lagerung sollten sie aber um jeden Preis vermieden werden.

Bei jeder guten Aufbewahrungsmethode werden UVB-Strahlen auf irgendeine Art und Weise blockiert: Entweder durch die Aufbewahrung Deiner Buds in Miron-Violettgläsern (die vor allem UVB-Strahlen abwehren), in lichtundurchlässigen Gläsern oder durch die Lagerung in kompletter Dunkelheit.

EIN HOCH AUF DIE FEUCHTIGKEIT

Die Feuchtigkeit

Und schon sind wir beim zweiten wichtigen Punkt bei der Aufbewahrung von Cannabis: Feuchtigkeit. Bei der Lagerung von Gras wird die Feuchtigkeit mithilfe der relativen Feuchtigkeit (RH) angegeben: Eine Bezeichnung für die Menge an Wasser in der Luft, die als Prozentzahl der Gesamtmenge angegeben wird, die nötig wäre, um die vorhandene Luft zu sättigen.

Die guten Wirkstoffe von Cannabis verstecken sich in den Trichomen der Pflanzen. Sie haben kleine mit Harz gefüllte Säckchen, in denen Cannabinoide und Terpene enthalten sind. Diese Moleküle sind für die Wirkung und den Geschmack von Cannabis verantwortlich. Wird Cannabis zu trocken, werden die Trichome abgebaut; von daher ist altes, trockenes Gras nicht nur kratzig: Es ist auch nicht mehr so potent und aromatisch.

Nichtsdestotrotz ist zu viel Feuchtigkeit nicht automatisch besser: Zu viel Feuchtigkeit kann zur Bildung von Schimmel, Milben und allen möglichen anderen Unannehmlichkeiten führen, die bei Deinem Gras nichts zu suchen haben.

Manche Cannasseure behaupten, eine relative Luftfeuchte von über 65% kann Schimmelbildung verursachen. Andere halten alles im Bereich 55 bis 62%, um ideale Bedingungen zu schaffen. Das mag je nach Sorte unterschiedlich sein und hängt nicht zuletzt davon ab, in welchem Behälter Du Dein Gras aufbewahrst: Luftdichte Behälter wirken wahre Wunder bei der Vermeidung von Milben oder anderen Schädlingen.

Am einfachsten lässt sich der Feuchtigkeitsgehalt von Cannabis mit luftdichten Gläsern kontrollieren. Um die relative Luftfeuchte noch genauer einzustellen, eignet sich ein Humidor.

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KLEINE REIBEREIEN

Wer schon Mal versucht hat, Kief von der Innenseite einer Plastiktüte zu kratzen, weiß, dass gutes Gras durch Reibung zerstört werden kann. Die Trichome auf der Oberfläche der Cannabis-Buds sind zerbrechlich und gehen leicht kaputt. Ein Aufbewahrungsort, wo Dein Gras andauernd zusammengedrückt, zerkrümelt oder Druck ausgesetzt ist, sollte unbedingt überdacht werden.

Dabei gibt es eine Ausnahme: Wenn Du bei der Lagerung Kief auffangen willst, kann Reibung recht hilfreich sein.

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ZU GUTER LETZT…TEMPERATUR

Temperatur

Wären Gras und Temperatur in einer Beziehung, würde der aktuelle Status mit „es ist kompliziert“ beschrieben werden. In Sachen Temperatur sollte es auf jeden Fall nicht zu heiß werden. Hitze kann Dein Cannabis austrocknen und wir haben bereits geklärt, welch verheerenden Folgen das haben kann.

Die meisten Quellen werden Dir raten, Dein Gras an einem kühlen Ort mit gemäßigten Temperaturen aufzubewahren – zwischen 20–25 °C. Aber gibt es einen Grund, Gras bei noch kühleren Temperaturen zu lagern und es vielleicht sogar einzufrieren?

KANN MAN CANNABIS EINFRIEREN?

Kann Man Cannabis Einfrieren?

Das beste Argument für das Einfrieren von Gras ist, dass es den natürlichen Vorgang der Decarboxylierung verlangsamt, wobei das natürlich vorkommende THCA in den Buds in THC umgewandelt wird, was sich dann wiederum in das schläfrig machende CBN verwandelt (normalerweise wird THCA beim Rauchen in THC umgewandelt). In der Tat kann das Einfrieren diesen Vorgang verlangsamen, dafür treten dabei zahlreiche andere Nebenwirkungen auf, die man eigentlich unbedingt vermeiden möchte.

Einer der größten Nachteile beim Einfrieren von Cannabis ist, dass die Trichome dadurch sehr spröde werden und wahrscheinlich abfallen. Das bedeutet, dass durch das Einfrieren Reibung noch mehr Schaden anrichten kann und die Trichome schon bei der kleinsten Berührung kaputtgehen. Anstatt die Potenz Deiner Buds dadurch zu bewahren, könnte es sein, dass sie sie durch das Einfrieren komplett verlieren.

Das ist nicht immer ein Nachteil – Für die Herstellung von Bubble Hash oder ähnlichen Konzentraten kann dieser Umstand genutzt werden. Wenn Du Dein Gras aber nur lagern willst, damit es später geraucht werden kann, ist Einfrieren nicht geeignet.

Hinzu kommt, dass Dein Gras einen Gefrierbrand erleiden könnte, wenn es nicht hundertprozentig luftdicht verschlossen wurde. Gras aufzutauen, ist ein echter Albtraum. Selbst im besten Fall können die starken Änderungen der Luftfeuchtigkeit und Temperatur das Auftauen ziemlich stressig machen und Dein Gras ist einem hohen Risiko für einen Befall durch Schädlinge ausgesetzt.

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KANN MAN ANDERE CANNABISPRODUKTE EINFRIEREN?

Konzentrate wie Haschisch oder BHO können viel besser eingefroren werden als Buds. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die Trichome wurden bereits verarbeitet, sodass keine Gefahr mehr besteht, dass sie beschädigt werden oder abbrechen. Um Konzentrate im Gefrierschrank aufzubewahren, wickle sie in Backpapier, gib das Ganze in einen Glasbehälter und wickle das Glas in ein lichtundurchlässiges Material.

WIE WIRD CANNABIS AM BESTEN AUFBEWAHRT?

Wie Wird Cannabis Am Besten Aufbewahrt?

Zuerst solltest Du Dich von zerknitterten Plastikbeuteln verabschieden. Investiere in hochwertige Glasgefäße, um Dein Gras luftdicht, feucht und ohne Reibung lagern zu können. Gute Möglichkeiten dafür sind die Stashbox Tightvac Mini und Gläser zum Aushärten von Gras. Als nächstes musst Du einen Weg finden, die Behälter mit Deinem Gras vor Licht zu schützen. Stelle sie an einen dunklen Ort oder wickle Deine Gläser in einen Stoffbeutel. Achte darauf, dass an Deinem Lagerort eine Temperatur von 20–25 °C vorherrscht.

Stashbox Tightvac Mini

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Wenn Du bei der Lagerung von Cannabis noch einen Schritt weitergehen willst, solltest Du Dir einen Humidor zulegen, um die Feuchtigkeit Deiner Buds besser kontrollieren zu können.

Gras so zu lagern, damit es frisch bleibt, ist eine Wissenschaft, und wenn Du Dich an die oben genannten Prinzipien hältst, gibt es keinen Grund, warum Dein Gras nicht bis zu sechs Monaten lang wirksam und frisch bleiben sollte. Meide den Gefrierschrank und lagere Dein Gras an einem einem kühlen, dunklen, leicht feuchten Ort ohne Reibung – und alles wird gut!

Arielle

Geschrieben von: Arielle Friedman
Arielle ist im kanadischen Toronto wohnhaft und liebt gehirnbezogene Themen. Wenn sie nicht gerade schreibt, genießt sie es, Kunst zu schaffen, über Bioremediation zu lernen und zu versuchen, die Roboterapokalypse zu verhindern.

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