Schwefel Und Cannabis Pflanzen

Schwefel Und Cannabis Pflanzen

Schwefel gehört für Cannabispflanzen zu den lebensnotwendigen sekundären Makronährstoffen. Auch wenn sie im Vergleich zu Nährstoffen wie Stickstoff nur wenig davon benötigen, verursacht ein Mangel oder Überschuss ernsthafte Probleme beim Anbau. In Anbetracht dessen wollen wir uns in diesem Artikel einmal anschauen, welche Rolle Schwefel für das Wachstum Deines Cannabis spielt. Ebenso wollen wir Dir zeigen, wie man die Symptome eines Schwefelmangels und eines toxischen Überschusses erkennt und wie Du sie im Gegenzug behandeln und verhindern kannst.

Was Ist Schwefel?

Was ist Schwefel?

Schwefel wird zusammen mit Magnesium (Mg) und Kalzium (Ca) zu den sekundären Makro- bzw. Hauptnährstoffen gezählt. Ebenso wie die primären Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) zählen auch die sekundären zu den Makronährstoffen, da sie von den Pflanzen in relativ großen Mengen benötigt werden. Sowohl Tiere als auch Pflanzen brauchen relativ viel Schwefel. Obwohl Cannabis im Vergleich zu den anderen Elementen nicht ganz so viel davon benötigt, erfüllt der Schwefel dennoch viele wichtige Funktionen: Er hilft bei der Chlorophyll-Produktion, ist Bestandteil der Proteine und Aminosäuren, erhöht die Widerstandskraft der Pflanzen und vieles mehr!

In der Natur kommt Schwefel neben seiner reinen elementaren Form als gelbes Mineral auch in Sulfaten und Sulfiten vor. Die elementare Form des Schwefels ist jedoch nicht wasserlöslich und kann deshalb von den Pflanzen nicht über ihre Wurzeln aufgenommen werden. In der Erde liegt Schwefel üblicherweise als Sulfat vor, wobei es sich hier um die einzige Schwefelform handelt, die von Pflanzen genutzt werden kann. Natürlicher Schwefel muss von Mikroorganismen erst zu Sulfat metabolisiert werden, was sehr lange dauern kann. Natürlicher Schwefel wird daher als Langzeitdünger eingesetzt, während die Sulfat-Form (SO₄) des Schwefels (wie sie in kommerziellen Cannabisdüngern verwendet wird) den Pflanzen sofort zur Verfügung steht.

Der Schwefelkreislauf

Der Schwefelkreislauf

Wie einige andere Elemente auch füllt sich Schwefel zyklisch innerhalb des Ökosystems von selbst wieder auf. Es beginnt mit verwitterten Felsen, die gespeicherten Schwefel in die Luft abgeben, wo er anschließend in Sulfat (SO₄) umgewandelt wird. Das Sulfat wird dann von Pflanzen und Mikroorganismen aufgenommen, die es wiederum in organische Formen umwandeln, die von Säugetieren verzehrt werden. Mit Tod und Verfall von Organismen wird ein Teil des Schwefels dann wieder als Sulfat freigesetzt, das von Mikroorganismen aufgenommen wird.

Schwefel wird auch durch Vulkanausbrüche und verdunstendes Wasser freigesetzt. Mit dem Regen kommt er dann zurück auf die Erde und gelangt durch Flüsse und Ströme bis in die Ozeane. Das Element wird dann durch die geologische Anhebung des Ozeansediments wieder an Land gebracht.

Warum Benötigen Cannabispflanzen Schwefel?

Warum benötigen Cannabispflanzen Schwefel?

Das Element spielt im Wachstum einer Cannabispflanze viele verschiedene Rollen, darunter:

  • Förderung des Wurzelwachstums.

  • Förderung der Produktion und Verteilung von Chlorophyll.

  • Wichtiger Bestandteil von Proteinen und Aminosäuren.

  • Verbesserung des Pflanzenstoffwechsels.

  • Förderung des Wachstums insgesamt und der Pflanzengesundheit.

  • Unterstützung des Aufnahmevorgangs von Wasser und Nährstoffen.

Viele dieser Funktionen sind für die vegetative Wachstumsphase von Cannabis entscheidend, doch auch in der Sämlings- und Blütephase wird Schwefel benötigt.

Cannabis, Schwefel Und Der Ph-Wert

Beim Cannabisanbau ist Schwefel ab einem pH-Wert von 5,5 verfügbar, wobei die Aufnahme bei einem pH-Wert von 6,0 optimal ist. Dies gilt sowohl für Erde als auch den hydroponischen Anbau. Fällt der pH-Wert des Mediums dagegen unter 5,5, werden Anzeichen eines Schwefelmangels auftreten.

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Bedarf In Der Frühen Phase

Falls in der vegetativen Phase kein Schwefel verfügbar oder nicht zugänglich ist, mangelt es den Pflanzen an Kraft und Vitalität und sie bilden in der Folge weniger Triebe aus. Auch ist es wahrscheinlich, dass schwerwiegende Wuchsprobleme auftreten, da das Element für die Photosynthese und andere entscheidende Funktionen wichtig ist.

Bedarf In Der Blüte

Ein Mangel des Minerals in der Blütephase führt zu einem stark verminderten Endprodukt. Das Blütenwachstum leidet und magere Erträge sind die Folge. Falls in der Blütephase ein ernsthafter Schwefelmangel auftritt, können die Blüten selbst absterben.

Schwefel In Chemischem Und Organischem Dünger

Schwefel in chemischem und organischem Dünger

In kommerziellen Cannabisdüngern findet sich Schwefel meist in seiner Sulfatform, die von den Pflanzen direkt genutzt werden kann. Doch auch dem organischen Cannabisanbauern stehen viele Optionen zur Auswahl, um seine Pflanzen mit dem Mineral zu versorgen. Einige der besten natürlichen Schwefelquellen sind:

  • Bittersalz, das sowohl Magnesium als auch Schwefel enthält.

  • Mineralreiche Böden in der Natur, insbesondere vulkanische Erden.

  • Gips (Kalziumsulfat), der reich an Schwefel, Kalzium und anderen Elementen ist.

  • Kaliumsulfat, das sowohl Kalium als auch Schwefel liefert.

  • Tierische Gülle und organische Stoffe, die reich an organischem Schwefel sind.

Schwefelmangel

Schwefelmangel

Schwefel gilt als teilweise mobiler Nährstoff, was bedeutet, dass er sich nur sehr langsam innerhalb der Pflanze bewegt. Jegliche Anzeichen eines Mangels zeigen sich deshalb typischerweise an den mittleren Blättern, doch die Symptome können auch an altem und neuem Wuchs sichtbar werden.

Was Verursacht Einen Schwefelmangel?

  • Falscher pH-Wert: Fällt der pH-Wert unter 5,5, führt das zu einem Schwefel-"Lockout". Das bedeutet, dass die Pflanzen nicht mehr in der Lage ist, das Element aufzunehmen, selbst wenn es reichlich vorhanden ist.

  • Miese Erde: Eine minderwertige Erde enthält meist ungenügende Schwefelmengen.

  • Falsche Nährstoffanwendung: Wird die falsche Konzentration oder Dosis eines Nährstoffs verwendet, kann dies dazu führen, dass die Pflanzen nicht genug Schwefel bekommen.

Wie Man Einen Schwefelmangel Erkennt

Die Symptome eines Schwefelmangels (Blätter verfärben sich z.B. gelb) können denen eines Stickstoffmangels (N) ähneln, was insbesondere dann gilt, wenn beide Mängel zur selben Zeit auftreten. Aus diesem Grund ist ein Schwefelmangel mitunter schwierig zu diagnostizieren, wobei dieser aber weitaus seltener als ein Stickstoffmangel auftritt.

Wie Man Einen Schwefel- Von Einem Stickstoffmangel Unterscheidet

Wie man einen Schwefel- von einem Stickstoffmangel unterscheidet

  • Die Blätter werden von innen nach außen gelb. Erst in den späteren Phasen verfärbt sich das gesamte Blatt.

  • Ein Schwefelmangel betrifft nicht nur die ältesten, unteren Blätter, während sich ein Stickstoffmangel meist auf diesen Bereich beschränkt.

Anzeichen/symptome

Frühe Phase:

  • Leichte Chlorose (Blätter werden gelb) im mittleren Bereich der Blätter.
  • Schwacher Wuchs mit weniger Trieben.
  • Gelbe Blattadern.
  • "Verbrannte" Blattspitzen, die austrocknen und sich nach unten biegen.
  • Holzige Stängel.

Fortgeschrittene Phasen:

  • Stärker ausgeprägte Gelbfärbung, die schließlich das gesamte Blatt übernimmt.
  • Schwache Blütenbildung.

Tipp: Das Düngen mit Cannabisnährstoffen kann dazu führen, dass sich die Minerale ("Salze") mit der Zeit in der Wurzelzone ansammeln. Wenn dies passiert, gerät der pH-Wert an den Wurzeln aus dem Gleichgewicht (er wird zu sauer), was zu einer Nährstoffblockade und entsprechenden Mängeln führt.

Häufig sind nährstoffbedingte Probleme – zumindest beim Cannabisanbau – nicht auf eine unsachgemäße Nährstoffverabreichung durch den Grower zurückzuführen. In den meisten Fällen werden Mängel vielmehr durch Probleme mit dem pH-Wert verursacht, wie sie zum Beispiel durch eine Überdüngung entstehen. Darüber hinaus treten Nährstoffmängel selten alleine auf. Wenn es überhaupt passiert, leiden betroffene Cannabispflanzen wahrscheinlich an mehreren Nährstoffmängeln gleichzeitig. Wenn Du Probleme mit dem pH-Wert vermutest, solltest Du als erstes Deine Pflanzen mit reinem, pH-reguliertem Wasser spülen. Dadurch werden die angesammelten Salze ausgewaschen und wieder ein optimaler pH-Wert in der Wurzelzone hergestellt.

Wie Man Einen Schwefelmangel Behandelt

Wie man einen Schwefelmangel behandelt

Je nach zugrunde liegender Ursache gibt es zwei Arten, einen Schwefelmangel anzugehen.

Unzureichender Schwefelgehalt? Verabreiche Schwefel in Form eines angemessenen Cannabisdüngers oder indem Du die Erde mit Schwefel anreicherst.

Mangel aufgrund von Blockaden/pH-Problemen? Passe den pH-Wert auf den korrekten Bereich (6,0+) an, um den Mangel zu behandeln.

  • In Erde

    Wenn der Grund für den Mangel ein geringer Nährstoffgehalt ist, kannst Du einfach die Dosis bei den nächsten Düngungen erhöhen. Die Pflanze sollte nach einer Woche Besserungen zeigen. Als schnelle Erste Hilfe kannst Du auch einen Teelöffel Bittersalz in einem Liter warmem Wasser auflösen. Verwende diese Lösung, um die Unterseite der Blätter einzusprühen.

  • In Hydrokultur/Kokosfaser

    Falls eine Unterversorgung der Grund für den Mangel ist, solltest Du schrittweise die Düngung beziehungsweise den EC-Wert alle paar Tage um 0,2 steigern. Beobachte den Gesundheitszustand Deiner Pflanzen genau und beende die Steigerung, sobald der Zustand sich sichtlich bessert. Mit einer Blattdüngung wie oben erwähnt kannst Du Deine Pflanzen direkt mit Schwefel versorgen. Falls der pH-Wert unter 5,5 fällt, solltest Du ihn auf den korrekten Bereich anpassen und Nährstoffe in der richtigen Dosis bereitstellen.

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Schwefeltoxizität

Schwefeltoxizität

Eine Schwefeltoxizität (Überdüngung) sieht man bei Cannabis selten, was jedoch nicht bedeutet, dass dies ausgeschlossen wäre. Allerdings ist sie nicht leicht zu diagnostizieren, da ein Schwefelüberschuss normalerweise auch Stickstoff und Kalzium blockiert, was sich in den entsprechenden Mangelsymptomen dieser Elemente zeigt. Im Falle einer Schwefelvergiftung solltest Du zuerst das Medium spülen, um die Nährstoffansammlungen in der Erde loszuwerden. Neben der Spülung solltest Du auch das Düngen eine Woche lang einstellen, so dass die Pflanze zunächst die verbliebenen Nährstoffe aufbraucht. Anschließend solltest Du wieder einen korrekten Düngeplan mit den richtigen Mengen an Nährstoffen einführen.

Wie Man Eine Schwefeltoxizität Erkennt

Du häufigsten Anzeichen einer Schwefelvergiftung sind:

  • Blätter verfärben sich dunkelgrün oder braun.
  • "Verbrannte" Spitzen und/oder trockene und braune Blattränder.
  • Anzeichen anderer Mängel, z.B. Ca/Mg.
  • Saurer pH-Wert unter 5,0.

Wie Man Eine Schwefeltoxizität Behandelt

Wie man eine Schwefeltoxizität behandelt

Bei der Behandlung einer Schwefelvergiftung gilt es, auch das Substrat in Betracht zu ziehen. Hier erklären wir Dir, wie Du eine Vergiftung bzw. eine Überdüngung in Erde oder in Hydrokultur/Kokosfaser behandelst.

  • In Erde

    Spüle Dein Medium mit Wasser mit angepasstem pH-Wert. Beim Anbau in Erde solltest Du ungefähr die 2–3 fache Menge Deiner Topfgröße in Litern zum Spülen verwenden. Anschließend solltest Du eine Woche lang nicht düngen, damit die Pflanze die restlichen Nährstoffe aufnehmen kann.

  • In Hydrokultur/Kokosfaser

    Im hydroponischen Anbau solltest Du spülen und den EC-Wert in Deinem Nährstofftank reduzieren. Ist der pH-Wert niedrig, solltest Du ihn anpassen oder das Wasser wechseln. Falls Du Kokosfaser als Medium verwendest, solltest Du das Medium ausspülen und Deine Pflanzen mit niedrigerem Nährstoffgehalt erneut düngen. Ein oder zwei Wochen später sollte alles besser aussehen.