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Lila Cannabisblüten
7 min

Wie Man Lila Weed Anbaut

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Falls Du jemals auf Webseiten zum Thema Cannabis unterwegs warst, hast Du ohne Zweifel auch irre aussehende lila Sorten gesehen. Wahrscheinlich hast Du Dich gefragt: "Warum habe ich so etwas im wirklichen Leben noch nie gesehen?" und "Gibt es die echt?". Die gute Nachricht lautet: Ja, es gibt sie tatsächlich und auch Du kannst lila Weed anbauen.

Wir alle haben schon von Purple Haze gehört. Weniger von uns hatten allerdings das Glück, etwas davon zu rauchen. Tatsächlich ist lila Cannabis nicht so selten, wie Du möglicherweise denkst. Vielmehr kann der Anbau dieser legendären Sorte mit ein wenig Wissen so einfach sein wie der jeder anderen Varietät.

Lies also weiter und mache Dich dann auf, um Deine Freunde mit Deinen schönen, farbenfrohen lila Blüten zu beeindrucken.

Was ist lila Cannabis?

Was Ist Lila Cannabis?

Lila Cannabis ist Cannabis mit lila Blättern, lila Blüten oder beidem. Es sieht einfach umwerfend aus und man kann kaum glauben, dass es angesichts seines magischen Aussehens keine beinahe mystische Wirkung hervorruft. Obwohl bestimmte Umweltbedingungen die Ausprägung von Violett bei Cannabis auslösen können, macht die Genetik den wichtigsten Faktor aus, wenn es um die Farbgebung geht. Manche Sorten werden lila, andere hingegen nicht.

Wodurch wird die Violett-Färbung von Cannabis verursacht?

Das Phänomen "violettes Cannabis" ist den Anthocyanen zu verdanken – einer Gruppe von etwa 400 wasserlöslichen Pigmenten, die je nach pH-Wert rot, blau oder violett erscheinen können. Ist der pH-Wert beinahe neutral (was er sein sollte), dann wird jede Cannabissorte mit einem Überschuss an diesem Pigment wahrscheinlich lila Blüten entwickeln!

Anthocyane werden von Cannabis eigentlich erst in den letzten Wochen seines Lebens produziert, so dass sie dank der reduzierten Menge an Chlorophyll, das sie sonst unsichtbar machen würde, zum Vorschein kommen. Eine Reduktion der Lichteinwirkung, die die Blütephase von photoperiodischem Cannabis auslöst, sorgt dafür, dass weniger Chlorophyll produziert wird. Diesen Umstand kann man sogar bei Cannabispflanzen beobachten, die keine große Menge an Anthocyanen produzieren – mit goldenen und orangenen Farbtönen, die oft in den letzten Wochen vor der Ernte auftreten.

Welche Teile von Cannabis können ihre Farbe ändern?

Sämtliche Teile der Cannabispflanze können im Laufe ihres Lebenszyklus ihre Farbe verändern. Manchmal handelt es sich dabei um genetisch bedingte Veränderungen, manchmal sind es Reaktionen auf die Umwelt und dann kommen auch noch Symptome von Krankheiten und Schädlingen als Ursache in Frage.

Blüten

lila Cannabis Blüten

Die Cannabisblüten sind der Teil der Pflanze, der am besten dazu befähigt ist, eine Reihe von Farben anzunehmen. Wenn man allerdings bedenkt, dass es sich um die Blüten der Pflanze handelt, erscheint die Farbenpracht plötzlich weniger überraschend.

In den meisten Fällen sind die Buds überwiegend grün. Sie können aber auch rote, rosa oder violette Farbtöne aufweisen. Wenn Du eine Blüte bekommst, die nicht grün ist, kann das ein sehr aufregender Moment sein.

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass bestimmte Farben, die an den Blüten auftreten, auch auf Probleme wie Blütenfäule hinweisen können. In diesem Fall werden sie wahrscheinlich braun und beginnen damit, übel zu riechen. Selbst wenn Du noch nie Gras gesehen hast, wirst Du dies kaum mit einer interessanten, gesunden Färbung verwechseln. Trotzdem solltest Du diesen Punkt im Hinterkopf behalten.

Blätter

lila Cannabis Blätter

Man könnte meinen, dass Blätter von Natur aus grün sind. Schließlich sind sie mit Chlorophyll gefüllt – dem dominierenden Pigment in Cannabis – und Chlorophyll ist nun mal grün. Nun, in gewisser Weise hast Du Recht. Allerdings beginnen die Blätter ihre Farbe zu verändern, sobald der Herbst naht. Die Temperatur beginnt zu sinken und die Pflanzen hemmen ihre Chlorophyllproduktion. Kommt Dir das irgendwie bekannt vor? Gleichzeitig nimmt die Menge an Anthocyanen zu, wodurch die Farbe der Cannabisblätter sich verändert.

Die Farben von Anthocyanen können von blau bis violett reichen, aber es gibt auch andere Verbindungen, die verschiedene Färbungen nach sich ziehen können:

Lycopin rot
Carotinoide gelb
Chlorophyll grün
Anthoxanthin weiß

Ähnlich wie bei den Blüten sind es nicht nur gesunde Prozesse, die eine Farbveränderung der Blätter hervorrufen können. Die beiden Aspekte, auf die Du am meisten achten solltest, sind Überwässerung und Überdüngung. Beides führt zu Symptomen wie Vergilbung und anschließendem Verwelken. Vergilbende Blätter können gegen Ende des Lebenszyklus einer Pflanze ein gesunder, natürlicher Prozess sein, aber eben auch ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.

Trichome

lila Cannabis Trichome

Trichome sind den Großteil ihres Lebens durchsichtig. Bei ihnen handelt es sich um die Drüsen, die auf den Cannabisblüten wachsen und alle Deine bevorzugten Cannabinoide wie THC und CBD sowie Terpene, Flavonoide und andere Phytochemikalien produzieren.

Für Cannabisanbauer ist der Farbwechsel der Trichome einer der wichtigsten Aspekte des gesamten Prozesses: Er bedeutet, dass die Erntezeit herannaht! Sobald die Trichome sich von klar zu milchig oder sogar bernsteinfarben verfärben, ist es endlich an der Zeit, die Buds abzuschneiden und den Prozess nach der Ernte einzuleiten.

Die unterschiedlichen Farben der Trichome zeigen den Gehalt an Cannabinoiden und deren internes Verhältnis an. Ein klares Trichom befindet sich noch in der Entwicklung und hat noch nicht die volle Wirkstärke entwickelt.

Ein trübes oder milchiges Trichom weist den höchsten THCA-Gehalt auf (der über den Prozess der Decarboxylierung in THC umgewandelt wird).

In einem bernsteinfarbenen Trichom ist THCA bereits zu CBNA abgebaut worden. CBNA wird zu CBN decarboxyliert, das ein eher entspannendes, weniger psychotropes High erzeugt.

Blütenstempel

lila Cannabis Blütenstempel

Die kleinen rot-orangen Härchen, die überall an den Cannabisblüten zu entdecken sind, heißen (Blüten-)Stempel. Sie sind eigentlich das weibliche Geschlechtsorgan der Pflanze. Bei den meisten Blumen werden sie Stigmata genannt. Ihr Zweck besteht darin, den Pollen der männlichen Blüten einzufangen, sobald er von einer Brise herbeigeweht wird.

Sie sind zunächst weiß und werden mit zunehmender Reife der Pflanze dunkler. Bei einigen Sorten kann die Gesamtmenge der dunklen Stempel auf die Reife der gesamten Pflanze hinweisen; bei anderen wiederum wachsen sie permanent nach.

Es gibt zwei Gründe, warum Blütenstempel dunkel werden: Der eine ist, dass sie alt sind – der andere, dass die Pflanze bestäubt wird. In beiden Fällen werden sie dunkel, sobald sie nicht mehr gebraucht werden. Falls Du eine ertragreiche Blütenernte anstrebst, solltest Du darauf hoffen, dass sie sich deshalb dunkel verfärbt haben, weil sie alt werden!

Ist lila Weed wirkstärker als grünes Weed?

Ist Lila Weed Wirkstärker Als Grünes Weed?

Leider enthält lila Weed trotz seines potenten Aussehens nicht unbedingt mehr THC als nicht-violettes Gras. Das heißt jedoch nicht, dass es keine anderen nützlichen Substanzen enthält.

Anthocyane wurden auf ihr schmerzlinderndes, entzündungshemmendes und neuroprotektives Potenzial hin untersucht[1]. Welche Auswirkungen dies beim Rauchen hat (falls überhaupt), ist jedoch unbekannt. Es könnte durchaus sein, dass es durch Erhitzen zerstört wird. Wir wissen es schlichtweg nicht. Trotzdem sieht es cool aus!

Der andere große Nutzen von lila Weed ist, dass es Dein Ego als Grower stärkt. Selbst bei Sorten, die dazu neigen, sich lila zu färben, kann es schwierig sein, diese Farbe hervorzulocken, wenn man nicht weiß, was man tut. Wer also in der Lage ist, violette Pflanzen anzubauen, vor dem ziehen wir den Hut! Das ist keine Kleinigkeit und Deine Weed-Anbau-Skills sind einfach erstklassig.

Wie man lila Cannabis anbaut

Wie Man Lila Cannabis Anbaut

Du hältst Dich also für einen Meister-Grower? Hier erfährst Du alles, was Du wissen musst, um in Deinem Weed alle Anthocyane zum Vorschein zu bringen!

Passe die Temperaturen an

Bei einigen violetten Sorten können Schwankungen der Tag-Nacht-Temperaturen dazu beitragen, die coolen violetten Farben hervorzuheben. Ob dies daran liegt, dass kühlere Nächte eher den Herbst imitieren, ist unklar, aber es könnte durchaus der Fall sein.

Eine stabile Temperatur von etwa 25°C tagsüber und kühlere 20°C nachts helfen den Blüten dabei, sich violett zu färben, falls sie sich noch etwas zögerlich zeigen. Die Verwendung kühlerer Temperaturen, um diese Farben hervorzulocken, wird am besten gegen Ende des Anbauzyklus praktiziert. Welche Auswirkungen es zu einem früheren Zeitpunkt hat, ist weniger klar; es könnte sich allerdings durchaus negativ auf Deinen Ertrag auswirken.

Fokussierte Beleuchtung

Es scheint, dass lila Sorten die Sonne wirklich mögen. Starkes, fokussiertes und direktes Licht wird also die Anthocyan-Moleküle dort herauskitzeln, wo sie gegenwärtig sind. Auch hier sind die Mechanismen, die dahinter stecken, nicht vollständig bekannt. Für den normalen Grower reicht es jedoch zu wissen, dass es funktioniert.

Der pH-Wert könnte vielleicht eine Rolle spielen

Bei anderen Arten von Anthocyan-haltigen Pflanzen hat der pH-Wert einen Einfluss darauf, welche Pigmente dominieren. Man nimmt an, dass saure Bedingungen (<7) rote Färbungen hervorbringen, neutrale (7) violette und alkalische (>7) grün-gelbe.

Jeder, der schon einmal Cannabis angebaut hat, weiß, dass es nicht immer einfach sein muss. Cannabis liebt saure Erde und trotzdem wird es selten rot. Und wenn wir Menschen lila Weed anbauen, dann oftmals nicht in neutraler Erde. Es ist jedoch wichtig, sich dieser Eigenschaften bewusst zu sein und darauf weitere Studien aufzubauen.

Wähle die richtige Genetik

Wähle Die Richtige lila Cannabis Genetik

Allerdings ist all das bereits Gesagte sinnlos, falls Deine Pflanze nicht genetisch dazu prädisponiert ist, sich violett zu verfärben. Was auch immer die Leute sagen mögen: Es gibt viele Sorten, die einfach keine violette Färbung entwickeln können. Und ebenso gibt es einige Sorten, die man nur schwer davon abhalten kann, lila zu werden!

Die Wahl der richtigen Sorte ist also der wichtigste Faktor, wenn es darum geht, lila Weed zu bekommen.

Im Folgenden findest Du unsere besten Sorten für eine qualitativ erstklassige Ernte von lila Blüten.

Purple Lemonade Auto (FastBuds)

Purple Lemonade Auto hat eine leuchtend pink-violette Färbung und macht schon allein durch ihr Aussehen mächtig Eindruck. Glücklicherweise setzt sich die Qualität auch bei ihren Aromen und ihrer Wirkung fort. Dank 70% Indica-Genen ist sie eine sehr entspannende Sorte, weshalb sie ein großartiges Kraut für den Abend ergibt. Dank einem THC-Gehalt von 22% darfst Du Dich auf ein lang anhaltendes und intensives Körper-High und eine massive Tiefenentspannung einstellen.

Dank eines Gesamtlebenszyklus von 8–9 Wochen wird Purple Lemonade Auto nicht lange auf sich warten lassen. Bedenkt man den Ertrag von 450–500g/m², wirst Du mit dieser pinken Lady mit absoluter Sicherheit zufrieden sein.

Purple Lemonade Auto (FastBuds) feminisiert

(20)
Eltern: Purple Lemonade
Genetik: 70% Indica / 30% Sativa
Blütezeit : 9-10 wochen von der Saat bis zur Ernte
THC: 22%
CBD: Gering
Blütentyp: Autoflowering

Kalini Asia (Zamnesia Seeds)

Diese "Blume aus dem Hindukusch" steckt voller ziemlich seltener asiatischer Gene. Sie entwickelt unglaublich schöne lilafarbene Colas und ist eine der atemberaubendsten Cannabissorten auf dem Markt. Und sie ist sehr potent. Mit 22% THC wird sie Dich einfach aus den Socken hauen. Trotz ihres Kush-Ursprungs hat das High auch eine euphorische, zerebrale Seite, die ihr einen aufregenden Rausch verleiht, nach dem sich viele Raucher sehnen.

Kalini Asia wächst niedrig und buschig, erzielt einen fantastischen Ertrag und sollte sich als ziemlich widerstandsfähig erweisen. Schenke ihr einfach etwas Liebe!

Kalini Asia (Zamnesia Seeds) feminisiert

(145)
Eltern: Black Domina x Purple Kush
Genetik: 70% Indica / 30% Sativa
Blütezeit : 7-8 wochen
THC: 22%
CBD: 0-1%
Blütentyp: Photoperiodisch

Wie man sein Cannabis nicht dazu bringt, sich lila zu verfärben

Wie Man Sein Cannabis Nicht Dazu Bringt, Sich Lila Zu Verfärben

Kurz gesagt, wenn Du möchtest, dass Dein Cannabis lila wird, scheint es darum zu gehen, den Beginn des Herbstes zu imitieren und dadurch bestimmte Reaktionen in Deiner Pflanze auszulösen.

Obwohl Du die Umweltbedingungen Deiner Pflanze ein wenig verändern musst, solltest Du sie aber auch nicht zu sehr stressen. Es darf nicht zu kalt werden, und falls Du nicht wirklich weißt, was Du tust, ist es wahrscheinlich am besten, nicht zu sehr am pH-Wert herumzupfuschen. Halte ihn dort, wo Dein Weed ihn haben möchte – zwischen 6,0 und 7,0 bei Erde und 5,5 bis 6,5 in Hydro!

Jegliche Praktiken, die extremen Stress verursachen, werden nicht zu ertragreichen lila Schönheiten führen, sondern viel eher zu Zwittern!

Wie bei jeder anderen Pflanze auch, solltest Du Cannabis mit viel Liebe behandeln und nur hier und da ein wenig herumtüfteln, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Und vergiss nicht: Falls sie dieses Mal nicht lila werden, gibt es immer noch den nächsten Anbau!

Adam Parsons
Adam Parsons
Der professionelle Cannabisjournalist, Texter und Autor Adam Parsons ist ein langjähriger Mitarbeiter von Zamnesia. Mit der Aufgabe, ein breites Themenspektrum von CBD bis Psychedelika und allem dazwischen abzudecken, erstellt Adam Blog-Posts, Leitfäden und erforscht eine ständig wachsende Produktpalette.
Haftungsausschluss:
Wir erheben keine medizinischen Ansprüche. Dieser Artikel wurde nur zu Informationszwecken verfasst und basiert auf Studien, die von anderen externen Quellen veröffentlicht wurden.

Externe Quellen:
  1. Anthocyanidins and anthocyanins: colored pigments as food, pharmaceutical ingredients, and the potential health benefits - PubMed - https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
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