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Was Sind Microgreens Und Wie Baut Man Sie An?
5 min

Was Sind Microgreens Und Wie Baut Man Sie An?

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Microgreens sind die jungen Keimlinge von Pflanzen, die in weniger als drei Wochen angebaut und geerntet werden können. Da sie köstlich und voller Nährstoffe sind, lohnt sich der Anbau. So baust Du sie selbst an, auch wenn Dir nur wenig Platz zur Verfügung steht.

Microgreens (auch als Keimlinge oder Keimpflanzen bezeichnet) sind winzige, essbare Pflanzen, die das ganze Jahr über auf einer Fensterbank angebaut werden können; also kann im Grunde jeder seine eigenen Lebensmittel anbauen, auch ohne Außenbereich. Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein, oder? Nun, zum Glück ist es das nicht.

In diesem Artikel erkunden wir, was man unter Microgreens versteht und wie man sie zu Hause anbaut.

Was versteht man unter Microgreens?

Was versteht man unter Microgreens?

Microgreens sind die Keimlinge von Pflanzen, die wir normalerweise essen, wenn sie voll ausgewachsen sind – in der Regel Salatgemüse. Microgreens unterscheiden sich von einem einfachen Salatblatt darin, dass sie bereits zwei Wochen nach dem Keimen geerntet werden können. Zu diesem Zeitpunkt sind die Pflanzen noch sehr klein. Warum würde man sie dann also ernten wollen?

Es gibt einige gute Gründe dafür, Microgreens anzubauen und zu ernten:

  • Schnell: Ernte zwei Wochen nach der Keimung
  • Wachsen das ganze Jahr über
  • Wachsen auf einer Fensterbank
  • Konstante Versorgung mit nährstoffreichen Blättern

Für Menschen mit wenig Platz kann der Anbau von Microgreens die beste (und manchmal einzige) Option sein, zu Hause Gemüse anzubauen. Falls Du nicht den Platz für reihenweise Salatgemüse hast, dann kannst Du Dein Gemüse selbst auf der kleinsten sonnigen Fensterbank immer noch zu Hause anbauen.

Solange Du wöchentlich neue Samen säst, kannst Du darüber hinaus auch im Wochenrhythmus ernten. Selbst wenn Deine Ernten nicht groß genug ausfallen, um Gemüse nicht mehr im Laden kaufen zu müssen, wirst Du zusätzlich konstant mit Deinem eigenen Gemüse versorgt.

Microgreens mögen klein sein, aber sie sind bis zum Rand voll mit Nährstoffen, also können sie eine sehr gesunde Ergänzung für Deine Küche darstellen.

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Sind Microgreens dasselbe wie Sprossen?

Nicht ganz. Auch wenn sie sich ähneln, gibt es zwei wichtige Unterschiede zwischen Sprossen und Microgreens.

Erstens werden Microgreens etwa zwei Wochen alt, wohingegen Sprossen schon 1–5 Tage nach dem Keimen geerntet werden können. Außerdem wachsen Sprossen nur in Wasser, während Microgreens in Erde angebaut werden müssen.

Zweitens werden Sprossen gewöhnlich aus Bohnen und Samen gezogen, die normalerweise nicht zu Grünpflanzen heranwachsen würden – wie zum Beispiel die Linsen von Mungbohnen. Microgreens hingegen sind in der Regel Pflanzen wie Spinat, Rucola und dergleichen.

Sind Microgreens gesund?

Sind Microgreens gesund?

Ja, sehr. Microgreens sind voller Nährstoffe, deshalb sind sie für ihre Größe sehr gesund. Darüber hinaus haben sie auch einen sehr konzentrierten und reichhaltigen Geschmack, also können sie kulinarisch gezielt eingesetzt werden.

Pro Gramm haben sie ein sehr hohes Nährstoffverhältnis – besonders von den Vitaminen A und C. Des Weiteren enthalten manche Microgreens im Vergleich zu ihren reifen Versionen die bis zu 40-fache Menge an Antioxidantien. Wenn Du regelmäßig Microgreens anbaust und isst, wirst Du abhängig von den von Dir angebauten Microgreens also wahrscheinlich eine gesunde Nährstoffzufuhr konsumieren.

Bestimmte Microgreens (oder Microreds und Micropurples) wie Rotkohl, roter Senf, violetter Senf und violetter Kohlrabi enthalten sogar eine größere Nährstoffmenge als ihre reifen Versionen, was sie besonders gesund macht.

Doch neben ihrer Nährstoffdichte haben sie noch mehr Nutzen zu bieten. Pflanzen anzubauen, ist bekanntermaßen gut für die geistige und körperliche Gesundheit. Und auch wenn der Anbau von Microgreens nicht besonders arbeitsintensiv ist, bietet er dennoch die geistige Katharsis des Gärtnerns. Wenn Du das Jahr damit verbringst, Dich um Deine Microgreens zu kümmern und sie zu ernten, kannst Du demzufolge eine kleinen mentalen sowie ernährungsbedingten Schub erwarten!

Wie man Microgreens zu Hause anbaut

Wie man Microgreens zu Hause anbaut

Einer der Gründe, warum Microgreens so gut sind, ist ihr sehr einfacher Anbau. Genau genommen stellen sie abgesehen von Sprossen vermutlich die einfachste Möglichkeit dar, zu Hause eigene essbare Pflanzen zu produzieren. Falls Du ein wenig Zeit und eine Fensterbank hast, die viel Sonne abbekommt, hast Du bereits alles, was Du für den Anbau von Microgreens brauchst.

Im Folgenden werden wir Dir zeigen, wie es geht.

Welche Microgreens sind am besten?

Fast jedes Gemüse oder Kraut kann ein Microgreen werden und Du kannst wirklich alles anbauen, was Du gerne probieren möchtest, oder Pflanzen, die Du bereits liebst. Allerdings eignen sich manche Pflanzen besser dazu, Microgreens zu werden, als andere. Hier sind einige beliebte Optionen:

Die wichtigste Überlegung bei der Auswahl der Pflanze ist, wie blattreich ihre Keimlinge sind. Du solltest eine Pflanze auswählen, die in zwei Wochen viele Blätter (im Verhältnis zu ihrer Größe) produzieren wird, ansonsten wirst Du nicht viel zu essen haben!

Ausrüstung

  • Samen Deiner Wahl
  • Torffreier Mehrzweck-Kompost
  • Samenschale
  • Gießkanne

Anleitung

Sobald Du die wenigen erforderlichen Ausrüstungsgegenstände beisammenhast, kannst Du folgende Schritte ausführen:

  • Fülle Deine Samenschale mit Erde auf.
  • Mach mit Deinem Finger eine sehr kleine Vertiefung in die Erde.
  • Säe die Samen gleichmäßig verteilt, aber ziemlich nah beieinander (die Wurzeln brauchen ja nicht viel Platz!).
  • Besprühe sie mit einem feinen Nebel.
  • Stell die Samenschale auf eine sonnige Fensterbank.
  • Gieße sie regelmäßig, aber nicht zu viel – halte sie einfach feucht.
  • Fahre damit für zwei Wochen fort.
  • Ernte!

Von Regenrinnen Gebrauch machen

Statt einer Samenschale kannst Du Microgreens auch in alten Regenrinnen anbauen. Da Du in der Samenschale sowieso nicht nur einen Samen pro Einsatz anbauen wirst, können Regenrinnen eine bessere Option darstellen.

Um Regenrinnen verwenden zu können, musst Du sie zuerst auf die gewünschte Länge zuschneiden. Anschließend kannst Du mit Klebeband die beiden Enden verschließen, damit die Erde nicht herausfällt. Danach kannst Du sie mit Erde auffüllen. Sobald sie bereit sind, kannst Du einfach die oben beschriebene Methode befolgen, um Microgreens in Regenrinnen anzubauen!

Du solltest vielleicht auch eine kleine Halterung bauen, damit die Regenrinnen trotz ihres runden Bodens aufrecht stehen. Hierfür kannst Du einfach eine Reihe von Steinen davor und dahinter anlegen, damit die Rinne nicht hin und her rutscht. Du kannst aber auch einen anderen Weg finden.

Wie man Microgreens erntet

Wie man Microgreens erntet

Je nach Pflanze, Jahreszeit und gewünschter Größe kannst Du Microgreens nach ein oder zwei Wochen ernten. Lässt Du sie länger wachsen, werden sie zu "jungem Blattgemüse".

Wenn Du denkst, dass sie erntereif sind, kannst Du sie entweder samt den Wurzeln herausziehen oder an der Basis mit einer Schere abschneiden. Beide Methoden funktionieren gut und es kommt einfach nur darauf an, welche Du bevorzugst.

Beachte bitte, dass manche Microgreens geerntet werden, bevor sich ihre ersten echten Blätter gebildet haben oder genau in dem Moment, wenn sie sich bilden. Beispiele hierfür sind Pflanzen wie Brokkoli, Rüben, Radieschen und andere. Wenn Du wartest, bis sich mehr echte Blätter gebildet haben, könnten die Keimlinge etwas holzig werden. Andere Microgreens, wie zum Beispiel viele Kräuter, werden geerntet, sobald sich das zweite echte Blattpaar gebildet hat. Informiere Dich über Deine jeweilige Microgreens-Sorte, um genau zu wissen, wann Du ernten musst.

Können Microgreens zu voller Größe heranwachsen?

Können Microgreens zu voller Größe heranwachsen?

Ja, wenn man sie umpflanzt. Microgreens sind einfach nur normale Pflanzen, also werden sie unter den richtigen Bedingungen vergnügt zu voller Größe heranwachsen. Gleichwohl werden sie sehr dicht beieinander in kleine Behälter gepflanzt, also werden sie nicht ihre volle Größe erreichen können, außer Du pflanzt sie in ein größeres Zuhause um.

Wenn Du sie so lässt, wie Du sie eingepflanzt hast, werden sie eine gewisse Größe erreichen und irgendwann anfangen, abzusterben.

Wachsen Microgreens nach?

Der Großteil von Microgreens wird nach der Ernte nicht nachwachsen. Selbst wenn Du nur die Vegetation wegschneidest, anstatt die Wurzeln mit herauszuziehen, werden sich die meisten von ihnen nicht davon erholen können.

Doch es gibt ein paar Ausnahmen.

Erbsen können nachwachsen, da sie zum Erntezeitpunkt mehrere Blattpaare haben werden, also kannst Du ihnen beim Ernten ein Paar lassen. Mit diesem einen Paar können sie nachwachsen und wieder geerntet werden.

Weizengras kann ebenfalls nachwachsen, selbst nachdem es zurückgeschnitten wurde.

Davon abgesehen können die meisten anderen Pflanzen nicht nachwachsen. Und wenn Du Dich dazu entscheidest, die oben erwähnten Pflanzen nachwachsen zu lassen, solltest Du Dir bewusst sein, dass die nächsten Erträge und die Qualität infolge der Ernte und des Nachwachsens leiden werden. Falls Du sie überdies durch Herausziehen der Wurzeln erntest, werden sie nicht nachwachsen!

Microgreens: Keimlinge voller Nutzen

Microgreens: Keimlinge voller Nutzen

Microgreens ermöglichen Dir zwar nicht, im Hinblick auf Dein Gemüse völlig autark zu sein, aber sie bieten Dir eine Gelegenheit, zu Hause Gemüse anzubauen, und sind obendrein köstlich sowie unglaublich gesund. Wenn man jetzt noch die Keimung und Anbauzeit berücksichtigt, sollten selbst die ungeduldigsten Grower mit dieser Ernte zurechtkommen können.

Neben Ernährungsnutzen bieten Microgreens zudem die kathartischen geistigen Nutzen des Gärtnerns, auch wenn es sich nur um einen kleinen Garten handelt. Für Menschen, die in Wohnungen leben und nur auf Fensterbänken anbauen können, bietet der Anbau von Microgreens eine einzigartige Gelegenheit. Darüber hinaus kann man Microgreens das ganze Jahr über anbauen!

Max Sargent
Max Sargent
Max schreibt seit über einem Jahrzehnt und ist in den letzten paar Jahren in den Cannabis- und Psychedelika-Journalismus eingestiegen. Durch seine Arbeit für Unternehmen wie Zamnesia, Royal Queen Seeds, Cannaconnection, Gorilla Seeds, MushMagic und viele mehr hat er in der Branche umfassende Erfahrung gesammelt.
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