Könnte GW Pharmaceuticals Verkauft Werden?

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Könnte GW Pharmaceuticals Verkauft Werden?


GW Pharmaceuticals, ein britischer Pharmakonzern hat einen Investment Banking Partner zurückgewiesen, trotz Gerüchte über Übernahmenangebote.

GW Pharmaceuticals Plc (GWP.L) der pharmazeutische Produzent mit Sitz in Großbritannien, der am besten für die Entwicklung von Medizin aus Cannabinoiden bekannt ist, hat begonnen mit der Investmentbank Morgan Stanley zusammenzuarbeiten. Laut Medienberichten wurde das Unternehmen von anderen Pharmaunternehmen angesprochen, die an einer Übernahme Interesse haben, obwohl GW laut Unternehmenssprechern momentan nicht zu Verkauf steht. Dieser Zug findet in einer global sehr interessanten Zeit statt. Die medizinische Verwendung wird in mehr und mehr US Staaten gängig und Kanada wird wahrscheinlich nächstes Jahr einem freizeitlichen Konsum zustimmen, mit einer Patientenpopulation, die um die 10% pro Monat wächst.

 

 

Medizinische Cannabis

Australien und Kroatien haben die Diskussion um den medizinischen Konsum gestartet und Deutschland wird das Medikament sogar frühstens 2017 mit der Krankenversicherung abdecken.

Auf Cannabis basierte Drogen sind nicht nur auf dem Radar der Reichen, sondern die Legalisierung für den medizinischen Gebrauch ist Gesprächsthema in der ganzen Welt, insbesondere in den USA und vielen europäischen Ländern.

Abgesehen davon steht immer noch die Frage im Raum, ob der medizinische Cannabis Markt in Form einer Pille oder einer natürlichen Quelle reformiert wird.

WER IST GW PHARMACEUTICALS?

Wer ist GW Pharma?

Mit seinem Hauptsitz in Cambridge, England und 1998 gegründet, erreichte das Unternehmen internationale Aufmerksamkeit mit seiner Einführung von Sativex, dem ersten Spray, das auf Cannabinoiden basiert und Leuten mit Multiple Sklerose hilft. Eigentlich basiert es auf dem THC, das man in den Pflanzen findet (im Gegensatz zu einem synthetischen Gebräu). Sein Hauptrivale war Dronabinol, eine Pille, die synthetisches THC enthält und in den USA und Europa seit Jahrzenten als Aidsmedikament vermarktet wird. Im letzten Jahrzehnt gab es aber mehr und mehr Forschungen über die Wirksamkeit von Cannabinoiden bei verschiedenen Krankheiten, angefangen bei chronischen Schmerzen und Bewegungsbeschwerden wurde ganz klar deutlich, dass synthetische Mittel keine Wirkung zeigen. Die Konsumenten haben sich darüber beschwert, dass man die Dosis nicht verändern kann (dies ist beim Rauchen oder Verdampfen möglich). Außerdem gibt es die offensichtliche Frage, warum man etwas im Labor herstellt, das leichter und billiger in der Natur wächst).

Nachdem Sativex aber 2010 auf dem Markt eingeführt wurde, wurde im gleichen Jahr Dronabinol in den USA als Schedule III Medikament eingeordnet und zeigte schlechte Ergebnisse – aus mehreren Gründen. Ein Grund dafür ist, dass das Medikament zwar in 20 Ländern vermarktet, aber nie vom FDA zugelassen wurde und daher sehr teuer ist (da es nicht von der Krankenversicherung abgedeckt wird) und im Wettbewerb mit Dronabinol steht. Ein anderes Problem ist, dass es in den USA mit dem "richtigen" Cannabis in Konkurrenz steht, seitdem die Legalisierung vorangetrieben wurde.

Epidolex, ein Cannabinoid-Epilsepsie-Medikament des Unternehmen, ist im letzten Stadium der Verhandlungen in den USA und wird nächstes Jahr Genehmigung von der Food and Drug Administration erhalten. Das Medikament hat in Kanada auch gute Ergebnisse bei der Behandlung des Dravet Syndroms erzielt – eine schwere Form der Epilepsie im Kindesalter. Die Nachrichten über den erfolgreichen Test in Kanada hat den Wert von GW mehr als verdoppelt. Manche schätzen, dass die Verkaufszahlen von Epidolex bei $800 Millionen im Jahr liegen.

CANNA FRANKENSTEIN?

Der Erfolg von GW Pharmaceuticals kam zu einer interessanten Zeit. Von israelischen Biotech Start-Ups bis hin zu kanadischen Züchtern und anderen kleinen Biounternehmen, die sich irgendo auf der Welt entwickeln, fangen alle an sich mit Medikamenten auf Cannabinoidbasis zu beschäftigen und sie sogar zu entwickeln. Auf jedem Kontinent, wo Legalisierung zur Diskussion steht, wechselt viel Geld die Hände und das vor allem an der medizinischen Front. Es bleibt jedoch die Frage, ob die pharmazeutische Lösung für die Mehrheit der medizinischen Konsumenten so effektiv wirkt (oder bevorzugt wird). Auch wenn niemand in der Regierung es zugeben will, ist die unbehandelte Pflanze billiger zu handhaben und zu produzieren. Private Krankenversicherungen decken eventuell pharmazeutische Lösungen ab. Es ist jedoch nicht klar, ob die gesetzlichen Versicherungsbeiträge erhöht werden, um die teuren, künstlich hergestellten Cannabinoide, die jetzt auf den Markt kommen, zu finanzieren oder ob ärmere Patienten schlussendlich die Pflanze selbst (und ironischerweise das bessere Produkt) erhalten werden.

 

Epidiolex

Dazu kommt, dass es ein Problem mit der Präferenz der Konsumenten gibt. Und Patienten stimmen dem zu. Inhaliert, verdampft oder Öle sind der einfachste Weg, um die Dosierung für Erwachsene zu kontrollieren. Und es sind durch Biotechnik erzeugte und vorsichtig hochgezogene Pflanzen, nicht die Medizin, die davon produziert wird, der der Antrieb hinter dem medizinischen Effekt ist. Epidolex, egal wie es von GW kalkuliert wird, konkurriert schon gegen eine Form des natürlichen Marihuanas, das in den USA gezüchtet wird und sich Charlotte’s Web (eine THC-arme Sorte) nennt. Es kann leicht in Öl umgewandelt werden und wird Kindern mit Dravet gegeben. Was könnte GW’s Epidolex verlockender als das machen?

ES IST EIN ZAHLENSPIEL

Tatsache ist, dass es ein Wettrennen zwischen Pharmaproduzenten und Züchtern gibt. Wenn ein Medikament wie Epidolex auf Bundesebene in den USA und in der EU akzeptiert wird, bedeutet das, dass diejenigen, die spezielle Sorten züchten, aber nicht als Pharmakonzern registriert sind, einen Nachteil haben, wenn sich die Regulierung der medizinischen Nutzung weltweit ändert.

Es ist unwahrscheinlich, dass GW oder andere Pharmakonzerne mit Cannabinoid-Medikamenten den Markt beherrschen werden, auch für spezifische Krankheiten oder Symptombehandlungen. Was die großen Pharmakonzerne aber versuchen, ist sich sehr früh und so schnell wie möglich viele Marktanteile zu sichern, falls in den nächsten Monaten die medizinische Legalisierung in irgendeinem Land voranschreitet. Oder wie im Fall von Kroatien, zum Zeitpunkt der Legalisierung in den Markt einzusteigen (wie es Tilray diesen Sommer geschafft hat).

Der Markt für Neueinsteiger und nicht zu vergessen für spezifisch gezüchtete Sorten ist immer noch wie ein großer Ozean, aber die großen weißen Haie machen sich auf die Jagd nach leichter Beute.

 

 

Fast Eddy

 

         
  Guest Writer  

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