Der Ursprung von 420

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Der Ursprung von 420

Erfreuet Euch! Heute ist der 20.04, der St. Patricks Tag des Cannabis, ein Feiertag für Kiffer und ein Tag, den wir alle dem High- werden widmen. Lies weiter, während wir in die wahre Herkunft von 420 eintauchen.

420 (sprich: Vier-Zwanzig) ist ein heiliger Begriff für alle, die sich selbst als einen Teil der Cannabis Gemeinde ansehen und ein Begriff, der in der ganzen Welt verwendet wird, um alle möglichen Sachen zu feiern, die mit Cannabis in Verbindung stehen. Ob Du Deinen Joint anfackelst, etwas MJ in Deine Brownies einbackst, Dir ein neues Kiffer Outfit zulegst, die Reform befürwortest oder Dich Deinen Pflanzen im Garten zuwendest, Du bist Teil von 420 - der Cannabis Kultur.

Der Begriff 420 ist nicht nur ein Überbegriff, um alle Dinge zu beschreiben, die mit Cannabis zu tun haben. Nein, es ist viel, viel mehr. Es ist für viele Kiffer in der ganzen Welt zu einer ähnlichen Sache wie ein geistiges Wesen oder eine Gottheit geworden. Eine Gottheit, die an diesem heiligsten aller Tage gefeiert wird, dem 20sten im April oder 20.04. Ein Tag, an dem Kiffer zusammenkommen und sich freuen, high werden und allem gedenken, was an und in der Cannabis Community gut und toll ist und die Freude, Frieden und Liebe, die sie mit sich bringt.

Aber warum 420? Woher kommt es? Nun, es gibt eine Menge Mythen, also, bevor wir zu der wahren Herkunft kommen, laß uns einen Blick auf ein paar davon werfen.

Eine Menge Leute werfen mit Ideen darüber um sich, als wäre es nichts. Ich erinnere mich an einen Mann, der die Menschen anstarrte, mit seinem ach so zuversichtlichen Lächeln und ihnen dann versicherte "Alter, 420 ist in Kalifornien der Polizei Code für Marihuana rauchen." Mein guter Freund, der eigentlich ein toller Reggae Gitarrist und Sänger ist, erzählte mir einst, "Bob Marley starb am 20. April. Der Tag ist ihm und dem Einfluß, den er hatte, gewidmet. Bob Marley war großartig, aber ...

Falsch und nochmal falsch.

Und wir werden jeden Knoten dieser Verwirrung jetzt aufdröseln.

Zunächst einmal ist hier eine Aufschlüsselung aller Mythen und Legenden, die nicht wahr sind.

420: Die Mythen

• 420 ist in Kalifornien der Polizei Code dafür, daß Marihuana Rauchen im Gange ist.

Okay, erstmal ist "Marihuana Rauchen im Gange" kein juristischer Begriff oder einer der Polizei. Die Menschen werden des Besitzes von Cannabis beschuldigt (oder des Verkaufs von Cannabis, wenn es das ist, worauf es hinausläuft) und nicht für das "Rauchen", soviel dazu. §420 im StGB von Kalifornien ist ein Abschnitt in dem es um das Verbrechen geht, jemanden von der Nutzung des öffentlichen Raumes abzuhalten (http://en.wikipedia.org/wiki/California_Penal_Code). Kein Cannabis beteiligt.

• Bob Marley (oder eine andere Berühmtheit) starb am 20. April und 420 ist ihm (oder ihr) und seinem (oder ihrem) Cannabiskonsum gewidmet.

Bob Marley Fans, ich muß sagen, ich bin etwas enttäuscht. Bob Marley starb nach 4-jährigem Kampf mit dem Hautkrebs, einer Art malignen Melanoms, die sich unter seinem Zehennagel entwickelte und schließlich auf Lunge und Gehirn übergriff. Er verstarb am 11. Mai 1981 im Alter von 36 in was jetzt das Krankenhaus der University of Miami ist; möge er in Frieden ruhen.

• Cannabis enthält 420 Wirkstoffe.

Nein, die Messungen von Chemikalien in Cannabis sind nie exakt. Jede Sorte Cannabis trägt über 400 Chemikalien in sich, vielleicht mehr als 500 und die Anzahl ändert sich abhängig von der spezifischen Sorte und Pflanze. Außerdem reden wir in diesem Fall über die gesamten Substanzen, nicht nur die Wirkstoffe. Um eine Idee davon zu kriegen, Kaffee beinhaltet mehr als 800 Chemikalien. Die psychoaktiven Verbindungen in Cannabis werden Cannabinoide genannt und bisher haben Wissenschaftler etwas mehr als 70 davon gefunden; sie bewirken jeweils leicht unterschiedliche Effekte und sind von Sorte zu Sorte in unterschiedlichen Mengen vorhanden.

• US Congress Bill 420 ist der Gesetzentwurf, um Cannabis zu legalisieren.

Ich gebe zu, das hier ist verwirrend. Der California Senate Bill 420 wurde rechtmäßig verabschiedet und trat in Kraft und es war der, der medizinisches Marihuana im Staat (Kalifornien) legalisierte. Aber das war 2003, also weit nachdem 420 in der Kiffer Kultur auftauchte und es gibt keinen vergleichbaren Gesetzentwurf 420 im US Senat oder Abgeordnetenhaus. Congress Bill 420 ist irgend ein Gesabbel über die Änderung der Abgabefälligkeiten der Steuererklärung.

• 04.20 Uhr ist "Tea Time" für die Cannabis Konsumenten in den Niederlanden.

Also das bringt mich wirklich zum Lachen. In den Niederlanden nennen sie tatsächlich eine ihrer Mahlzeiten im Tagesverlauf Tea Time, aber nein, sie nehmen sie nicht um 4:20 ein. Sie trinken vor dem Mittagessen Kaffee oder Tee, um etwa 10 bis 11 Uhr und um 7 bis 8 Uhr nach dem Abendessen.

• Das erste Mal, das jemand einen Trip warf, war am 20. April.

Ach Du heiliger Hippy. Du hast fast recht. Albert Hoffman, der Mann, der die allererste Charge LSD synthetisierte, bekam versehentlich etwas auf seinen Finger und wurde am 16. April 1943 davon berauscht (ein paar Jahrzehnte bevor die Marihuana Gegenkultur explodierte und zu einer Hauptbewegung wurde). Drei Tage später, nur einen Tag vor 4/20 und tatsächlich um 4:20 Uhr, hatte er auch den ersten "absichtlichen" LSD Trip, wobei er eine große Dosis nahm, mit seinem Fahrrad nach Hause fuhr und naja, im Grunde, den ganzen Weg über auf einem Trip war. Aber trotzdem ... das ist LSD - wie sollte es plötzlich die Herkunft eines Cannabis Symbols sein? Ist es nicht.

• Die Schießerei and der Columbine High School fand am 20. April statt.

Ja, klar ... 1999. Nachdem 420 bereits Jahrzehnte verwendet wurde. Und warum sollten die Leute die schreckliche High School Schießerei mit Cannabis Konsum in Verbindung bringen? Ich habe sogar gehört, daß manche Leute behaupten, daß 420 sich von Hitlers Geburtstag ableitet. Ja, er wurde am 20. April geboren und es war im Jahre 1889. Vermutungen wie diese machen, zumindest für mich, absolut keinen Sinn.

• Wenn Du die beiden Zahlen in Bob Dylan's Lied Rainy Day Women #12 & 35 multiplizierst, erhältst Du 420 und in dem Stück sagt er, "everybody must get stoned" (frei übersetzt, "jeder muß breit werden").

Hallo? Kommst Du noch klar? Komm mal wieder runter. Warum sollten die Leute die Zahlen multiplizieren, bevor sie darüber reden? Wären sie nicht ganz einfach zu breit dafür?

• 20. April ist der International Marihuana Appreciation Day.

Jawoll. Wegen des Einflusses von 420. Weiter.

• Als The Grateful Dead auf Tour gingen und in lokalen Hotels abstiegen, nahmen sie immer Zimmer 420.

Die Jungs von Grateful Dead selbst haben den Leuten schon gesagt, daß das nicht stimmt. Ich meine, komm schon, natürlich hatte jeder sein eigenes Zimmer, die passen doch nicht in eine einzelne Suite. Die Leute sagen auch, ihr Büro in San Francisco befände sich in 420 Ashbury Street. Völlig frei erfunden, es war die Nummer 710. Der Mythos, daß Jerry Garcia genau am 20. April gestorben ist, ist auch Quatsch: Die Legende verstarb in seinem Zimmer und wurde Stunden später, um 4:23 Uhr, entdeckt. Aber die Verbindung zu The Grateful Dead besteht nicht grundlos. Lies bitte weiter und in einer Sekunde wirst Du verstehen was ich meine.

Und jetzt, nicht zuletzt:

• In den 70er Jahren traf sich eine Gruppe von Kindern von der San Rafael High School jeden Tag um 4:20 Uhr an einer Statue, um zu rauchen.

Für lange Zeit galt diese Version der Geschichte als die wahre Herkunft von 420. Viele Websites, Zeitschriften und sogar TV Sendungen haben diese Jugendlichen aus San Rafael zu den Machern der berüchtigten Zahl erkoren.

Die Geschichte lief ungefähr so ab ...

420: DIE BEDEUTUNG UND DIE HERKUNFT: DIE GESCHICHTE DER WALDOS

Es ist das Jahr 1997. Steve Hager, dem Chef Editor des High Times Magazine, ist 420 nicht fremd. Tatsächlich hatte er nur 10 Jahre zuvor den allerersten Cannabis Cup ausgerichtet, an keinem anderen Tag als dem 20. April.

Aber er war noch immer ahnungslos, was 420 bedeutet und wo der Ausdruck herkommt.

Es ist einfach ein Ausdruck. Einer dieser Sprüche, die von Mund zu Mund gehen, ohne daß sich wirklich jemals jemand hingesetzt und es sich ausgedacht hätte, es taucht einfach so auf und verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Und niemand weiß, woher er kommt.

Irgend sowas wird es sein, dachte Hager, bis ein paar seltsame Jungs aus San Rafael, CA, die sich selbst "Waldos" nannten, ihn kontaktierten.

Die Waldos sagten, sie hätten alle Antworten. Tatsächlich, behaupteten sie, wären sie diejenigen, die 420 als erste verwendeten. Und sie sagten, sie hätten Beweise.

Also kaufte Hager sich ein Flugticket, flog an die Küste und war wild entschlossen, herauszufinden, wer die Waldos wirklich waren. Er ging raus in die Straßen von San Rafael, befragte Freunde der Waldos, führte Gespräche mit Einheimischen und drehte auf seiner Suche praktisch jeden Stein um.

Er puzzelte sich die ganze Geschichte selbst zusammen und schließlich verkündete er der Welt, daß der wahre Ursprung von 420 entdeckt worden sei.

Hier ist Hager's Geschichte.

Zurück ins Jahr 1971.

5 Teenies hängen auf dem Campus der San Rafael High School vor einer Wand ab. Sie quarzen einen Joint nach dem anderen und während die Zeit vergeht, lachen und reden sie stundenlang.

Einer der Waldos wendet sich an einen anderen. "Dave, Dave. Ich habe gehört, daß da ein San Rafael Coastie (Mitarbeiter der Küstenwache) Gras in der Nähe seines Hauses aufgezogen hat, dann zog er aus und ließ seine gesamtes Feld einfach so stehen. Drüben bei der Station der Küstenwache in Point Reyes. Wollen wir mal gucken?"

Während eines letzten Joints entwarfen und durchdachten Waldo Steve und Waldo Dave den Plan. Am nächsten Tag sollten sich alle Waldos nach der Schule an der Louis Pasteur Statue auf dem Campus treffen, um exakt 04:20 Uhr. Dort würden sie sich alle einen anstecken, Waldo Steve's 66er Impala nehmen und dann runter nach Point Reyes brettern. Wenn sie bei Point Reyes ankämen, würden sie anfangen, das verlassene Cannabis Feld der Küstenwache "abzugrasen", wobei sie sich so viele Rauchpausen gönnen würden, wie sie brauchten und das wäre es dann auch.

Dann kam der nächste Tag. Waldo Steve freute sich auf das Unterfangen und konnte es sich nicht verkneifen, den ganzen Tag Kommentare darüber zu machen. Er traf Waldo Dave im dem Flur der Schule und als ihre Wege sich kreuzten, sagte er grinsend im Vorbeigehen: "420, Louis". Er liebte die Idee, daß niemand, außer den Waldos, eine Ahnung hatte, was es bedeutete, es war ihr eigenes Codewort.

Und dann wurde es 4:20. Die Waldos trafen sich, qualmten welche, heizten runter nach Point Reyes, steckten sich auf der Suche nach dem Gras einen Joint nach dem anderen an und fanden nichts. Also rauchten sie noch welche auf dem Heimweg. Keine Spur von dem Feld.

Den Tag darauf, während der letzten Unterrichtsstunde, flüsterte Waldo Steve jedem der Waldos "420, Louis" zu. Es wurde 4:20 und wieder trafen sie sich alle direkt vor der Louis Pasteur Statue. Sie rauchten wieder, suchten wieder und wieder, fanden aber keine Spur von diesem Küstenwachen Gras. Aber echt, es scherte sie nicht mehr wirklich.

Schließlich sagte Waldo Steve nur noch: "420" und sie würden alle gehen und rauchen. Manchmal fuhren sie raus zum Point Reyes oder manchmal einfach nur durch die Straßen von San Rafael, wobei sie unterwegs ständig kifften. Bald schon bedeutete 420 nur noch Kiffen oder sogar ganz allgemein Marihuana. Sie sagten direkt vor den Eltern und Lehrern "lass uns mal eben 420" oder wenn sie sich so richtig weggekifft hatten "Boah, Alter, ich bin sowas von 420."

Aber das war noch nicht alles von den Waldos.

Waldo Marks Vater war ein "flippiger 60er Daddy", der für The Grateful Dead mit Immobilien arbeitete. Waldo Dave's Bruder Patrick war auch der Manager des Grateful Dead Nebenprojekts "Touloos Ta 'Truck", mit dem Bassisten Phil Lesh, der neben David Crosby und Terry Haggerty spielte und alle Waldos waren gute Freunde von Lesh. Zu der Zeit wurden The Grateful Dead kekannter und zogen nach Marin County Hills, buchstäblich nur ein paar Häuserblöcke entfernt von der San Rafael High School; die Waldos hingen da ab und rauchten die ganze Zeit über mit ihnen. Die Waldos sagten "Gib mal das 420 rüber" oder "guck Dir dieses harzige 420 an" und die Grateful Dead schnappten es auf. Gleichzeitig hatten die Waldos durch Waldo Mark's Vater kompletten und kostenlosen Zugang zu den Parties und Proben der Grateful Dead. Einmal traten sie vor all den kreischenden Fans zusammen mit den Grateful Dead auf die Bühne, reichten sich untereinander und den Fans die Joints und sagten: "Hey, 420!"

Die Zahlen wurden in der Untergrund Kultur durch die Grateful Dead zu einem Begriff, der seinen Weg von Konzert zu Konzert und von Staat zu Staat machte, als The Grateful Dead in den 70er und 80er Jahren durch die USA tourte.

Irgendwann zu dieser Zeit griff Hager den Begriff auf. Laut ihm ist 420 erst dann richtig eingeschlagen. Erst erzählte er es in einer Gruppe von Freunden und schließlich in einem High Times Magazine Artikel. Dann erschuf er das Spektakel der ersten Cannabis Messe der Welt und eröffnete sie am 20. April. Und danach schuf er den High Times Cannabis Cup und hielt ihn am 20. April ab. Im Gespräch mit der Huffington Post, sagte Hager: "Die Werbung, die High Times dafür gemacht hat, hat es zu einer internationalen Sache gemacht. Bis dahin war es relativ beschränkt auf die Grateful Dead Subkultur. Aber wir haben es zu einem internationalen Phänomen gemacht." 420 wurde global bekannt.

In den 90ern waren die Waldos in ihren 30er und 40er Jahren, arbeiten an ihren Karriere und gelegentlich noch, na ja, 420ten sie. Bis dahin war ihnen 420 überall begegnet. Waldo Steve hatte mit Rauchern in Ohio, Florida und Kanada um 4:20 Uhr gekifft. Waldo Dave sah Parkbänke, in die jemand 420 geätzt hatte, übermalteVerkehrszeichen und sogar als Motiv eines aufwendigen Straßen Graffiti.

Im Jahr 1997 trat das Paar endlich in Kontakt mit dem High Times Magazine, wobei sie mit Hager sprachen. Es endete damit, daß Hager nach San Rafael flog, die ganze Story in sich aufsog und beschloß, daß die beiden wirklich die Schöpfer von 420 waren.

High Times brachte die Geschichte an die Öffentlichkeit und das Rätsel war gelöst. Das war das Ende vom Lied.

Naja, bis zum Jahr 2003. Dann kamen die Bebes ins Spiel.

420: DIE BEDEUTUNG UND HERKUNFT: DIE GESCHICHTE DER BEBES

Rob Griffin, Redakteur und Autor bei dem 420 Magazine, hatte von Waldo's Geschichte gehört. Aber für ihn schien der Ablauf der Ereignisse einfach nicht richtig zusammen zu passen.

Warum wählten sie zufällig 4:20, wo sie doch um 3:00 die Schule verließen, nur um dann nach fast anderthalb Stunden zurück zu kommen und sich an einer Statue zu treffen, dachte er? Und die Fahrt zu Point Reyes dauert mehr als eine Stunde pro Strecke, würde zu der Zeit nicht bereits die Sonne fast untergehen? Ein großer Teil davon machte keinen Sinn.

Das änderte sich am 14. Oktober 2012, als Griffin in seinem Posteingang eine E-Mail von einem Mann namens Brad Bann fand, der sich selbst "Der Bebe" nannte. Nun, dieser Bebe behauptete, er wäre der wahre Vater von 420, nicht die Waldos, nicht Waldo Steve. Er hatte eine Kopie einer E-Mail von "Bone Boy" beigefügt, die dieser 2003 an die High Times geschickt hatte (ohne eine Antwort erhalten zu haben), in der er Bebe und sein Vermächtnis beschrieb. Die E-Mail hatte den Betreff "Bebe ist der Thomas Edison des 420". (Du kannst den tatsächlichen Beitrag von Griffin und die E-Mails von Bone Boy und Bebe unter dem Link weiter unten aufrufen.)

Mach Dich bereit für eine weitere Geschichte, wir gehen zurück ins Herbstsemester 1970.

Die Bebes waren eine Gruppe von Freunden und Athleten, die zusammen abhingen, Sport machten und kifften. Sie alle lebten in einem Viertel in San Rafael namens Peacock Gap, das im Wesentlichen "ein von Häusern umgebener Golfplatz" war und sie alle gingen zur San Rafael High School. Die Bebes waren an ihrer High School berüchtigt für die verrückten Streiche, die sie in der Klasse abzogen, wegen den zufälligen Spitznamen, die sie ihren Mitschülern und Menschen in San Rafael gaben und wegen ihrer boshaften Streiche, wie die verrückten Tonaufnahmen, die bei den Klassenkameraden der ganze Schule bekannt waren.

Bebe gab einer Menge Leute an der San Rafael High School (SRHS) Spitznamen. Ursprünglich war ein "Gomer" ein sonderbarer, linkischer Kerl, benannt nach Gomer Pyle (aus dem Film Full Metal Jacket). "Sup Gome" (*Sup - amerikanischer Slang für "What's up"), sagte er und schließlich änderte sich das zu, "Sup Waldo." Also war es Bebe, der den Waldos zuerst ihren Namen gab und es war auch nicht so, daß die sich an einer Statue trafen. Es war einfach nur ein blödes Wort.

Bebe gab auch jedem einzelnen Bebe seinen Namen. Wild Du, Puff, Thorgy, Hello Andy, Bone Boy, The Worm, die Blue Boys (Blue und The Mead) und Turkey. Das waren also die Bebes.

Früh im Semester, an einem Samstag, hing Bebe mit Wild Du und Puff an ihrem Treffpunkt, wo sie sich mit ein paar anderen Bebes entspannten und Bongs rumreichten. Bebe warf einen Blick auf die Uhr und platzte heraus "Es ist 4:20, Zeit die Bongs zu laden". Also stopften sie die Köpfe und quarzten.

Als sie dann so richtig gut breit waren, nahm Bebe das Mikrofon und die Gruppe begann eins ihrer Spottlieder anzustimmen. Bebe machte seine Witze und hinterließ seine Eindrücke, an einer Stelle imitierte er Lincoln und sagte: "4 Punkte und 20 Jahre her". Die Bebes verliebten sich darin und griffen den Begriff sofort auf und wenig später verbreitete es sich an der Schule.

Es hat keine besondere Herkunft, sagte Bone Boy. Wenn Bebe einfach nur gesagt hätte "Es ist zwanzig nach vier" oder er hätte zehn Minuten später einen Blick auf die Uhr geworfen, wäre 420 vielleicht niemals geboren worden. Aber durch die totale Zufälligkeit, ist dies wohl für Kiffer eher angemessen.

Zunächst wurde es aufgeschnappt als "4-twone". Die Jugendlichen an der Schule fragten die Bebes, "Hey, irgend jemand was 4-twone dabei?" oder jemand anderes würde sagen, "das ist ein Bomben 4-twone". Mit größtem Vergnügen verwendeten die Bebes es auch als geheimes Codewort, um unter dem Radar der Behörden durchzuschlüpfen. Bebe war eines Nachmittags bei Hello Andy, im Gespräch mit seiner Mutter, als er aus dem Nichts postulierte: "Es ist 4:20!" Hello Andy's Mutter antwortete verzweifelt: "Meine Güte, es kann doch nicht schon so spät sein. Ich muss los, Deine Schwester abholen!"

Bebe erinnert sich auch an die Waldos. Er erinnert sich an sie als einen seltsamen Haufen Kinder: ein Junior, zwei oder drei Sophomoren (Studenten im zweiten Jahr) und der Rest Frischlinge, die zusammen abhingen und unglaublich viel qualmten, sagte er. Und er und Bone Boy bestehen immer noch darauf, daß die Waldos die Anerkennung für die Schaffung von 420 einfach stahlen und daß einfach die falsche Wahrheit verbreitet wurde. Bone Boy endet mit der Aussage: "Es ist eine einfache Wahrheit, echt. Brad Bann alias Der Bebe ist der Thomas Edison des 420".

Griffin war fassungslos. Er las die E-Mail immer wieder, dachte lange Zeit darüber nach und beschloß, der Sache nachzugehen. Er rief Bebe an und hatte am Ende Kontakt mit fast allen Bebes. Er interviewte sie alle, brachte die Teile des Puzzles zusammen und präsentierte es am 14. Oktober 2012 der Welt.

420: TRIFF DIE BEBES & DIE WALDOS

Die Bebes:

• Wild Du

Wild Du, alias Dave Dixon, war laut Bebe einer der ersten Bebes und er war zugegen, als Bebe auf die Uhr sah und 420 erschuf. Er lernte Bebe als Frischling (Erstsemester) kennen: die Beiden spielten auf dem Areal einer Ziegelei in der Nähe ihrer Nachbarschaft. Du erinnert sich, daß Bebe Löcher in den Mörtel bohrte, Arbeiter ärgerte und Steine und Ziegel herumwarf; das ganze Chaos brachte einen Mitarbeiter dazu, 911 anzurufen und das Duo wurde festgenommen. Die Beiden nahmen in Du's Haus unzählige Bänder ihrer lächerlichen Aufnahmen und Songs auf und in den frühen 70er Jahren gründeten sie die "420 Band". Von der SRHS aus verkaufte Wild Du Messer Sets an verschiedene Kunden und Unternehmen entlang der Küste Kaliforniens.

Heute ist er 58 und der San Rafael High School immer noch loyal und trifft sich noch immer ab und zu mit ein paar von den Bebes, um was zu quartzen und über die guten alten Zeiten zu quatschen. Du behauptet, die Waldos hätten ihm persönlich das mit ihrer 420 Geschichte eingestanden, aber sie wollten mit der Wahrheit einfach nicht an die Öffentlichkeit treten.

• Puff

Dan Dixon, alias Puff, Du's Bruder war auch da, als 420 entstand. Bebe erinnerte sich an ihn als allseits beliebt an der SRHS, darunter sowohl bei den Waldos, als auch den Bebes. Einige Zeit nachdem Bebe und Puff ihr Studium absolviert hatten, traten sie in die Armee ein ung gingen gemeinsam auf Deutschland Tour. Später verbrachte Puff eine lange Karriere als Basketball Trainer, begann dann eine Karriere als Betreuer und Medizin Techniker.

Jetzt, mit 57, liebt er immer noch Cannabis und raucht häufig. Puff lebt in Oklahoma und kümmert sich um seine Schwiegermutter und er übt immer noch seinen Golfschwung. Die Waldos, so sagt er, hätten "sogar versucht, mich zu rekrutieren, um ihre Geschichte glaubwürdiger zu machen".

• Thorgy

Thorgy, alias Tom Thorgensen, war ein paar Jahre jünger als die meisten Bebes. Er rauchte seinen ersten Joint kurz nach seinem 12ten Geburtstag und begann kurz danach täglich zu kiffen. Einmal sagte ihm seine Mutter, daß, wenn er mal Hilfe beim Cannabis Anbau bräuchte, sie ihm helfen würde. Es endete damit, daß er den Bebes Gras verkaufte und ständig mit ihnen abhing. Von der SRHS aus und in den 70er und 80er Jahren, wurde Thorgy erfolgreich und mauserte sich zu einem der Top Dealer in San Rafael.

Heute verkauft er nicht mehr. Er arbeitet als Schreiner und lebt noch immer bequem in San Rafael. Er ist 55 und liebt es, in seiner Freizeit nach einem oder zwei Köpfen alte Autos wieder aufzubauen.

• Hello Andy

Dave Anderson, alias Hello Andy, lebte zwischen Du und Puff, als sie alle zur SRHS gingen. Er kam zu ihrem Treffpunkt und hing mit ihnen und Bebe ab und war dauernd am Kiffen. Hello Andy erinnert sich an Bebe, der in das Mikrofon lachte und einen komischen Polizei Code erfand, wie etwa "Eins Adam Zwölf. Wir haben einen 420 auf der 4ten Straße. Schickt 2 Einheiten. Over" oder Dinge tat, wie einen Stein aufheben, irgend ein Ziel aussuchen und dann zu sagen: "geschätzer Winkel, 420", bevor er ihn warf.

Später vertiefte Hello Andy sich ins Ingenieurswesen, in dem er heute noch arbeitet. Er ist 57, lebt in Sacramento und quarzt hin und wieder, wenn er das Bedürfnis hat zu feiern (wie beim 420 Wiedersehen der Bebes).

• Bone Boy

Wann immer die Bebes nach Schulschluß unterwegs waren, saßen sie in Bone Boy's glänzend blauem 1966er Plymouth Barracuda. Bone Boy drehte seine Anlage bei The Doors, Hendrix, Zeppelin, The Allman Brothers richtig auf ... was auch immer an klassischem Rock gerade lief und nahm die Jungs mit zu den Raucherplätzen, sie in und um San Rafael hatten. Er erinnert sich an eine Fahrt bis raus nach Baskin Robins, die sie nach einer dieser Sitzungen machten und Bebe brachte dieses wirklich laute, schrille Quietschen hervor, daß er als "Sonics" bezeichnete und niemand in dem Geschäft hatte keine Ahnung, was es war (oder auch nur eine Idee davon, daß es nur Bebe war, der sie veralberte). Die Lehrer und Mitarbeiter, die an der SRHS arbeiteten, hielten sogar Besprechungen ab, wie mit den Bebes und ihren verschiedenen High School Streichen umzugehen sei, erinnert sich Bone Boy. Eines Tages, als Bone Boy sich mit Bebe traf, um abzuhängen und zu rauchen, tauchte Bebe am Steuer eines Golf Carts auf. Als er den Blick auf Bone Boy's Gesicht sah, versicherte er ihm: "Mach Dir keine Sorgen, niemand wird es bemerken".

Bone Boy hat mit jetzt 57 eine lange, erfolgreiche Karriere in der Musik hinter sich und lebt in Huntington Beach, CA.

• The Worm

Er hing mit den Bebes ab und alberte mit ihnen beim Üben des Angriffs beim Football. Der Worm hatte eine Armprothese. Bebe erinnert sich an ihn als "ein Pfundskerl" und sagte: "Ich liebe diesen Typen".

• Blue

Eine Hälfte der Blue Boys. Bebe nannte die beiden jüngeren Bebes "Blue Boy" und schließlich übernahmen diese den Namen.

• The Mead

Die andere Hälfte des Paares. Einmal sah Hello Andy die Blue Boys, als sie beim Football Training mit einander flüsterten. Sie gingen mit unschuldigen Mienen schnell zum Trainer und fragten ihn, wie spät es sei. Als er antwortete: "4:20", brachen sie in Gelächter aus und rannten davon und ließen den Trainer ahnungslos zurück.

• Turkey

Man konnte Turkey in einer Menschenmenge an seinem näselnden Südstaaten Akzent erkennen, sagte Bebe. Der Kerl hing manchmal zu lange mit den Bebes ab, schrie dann plötzlich "mir wächst Gras aus dem Arsch" und lief dann plötzlich Richtung nach Hause. Er "hatte ein Mini Motorrad, das 42,0 Mph schnell war, eines unserer ersten Vehikel", sagte Bebe.

• Bebe

Brad Bann, der Mann, mit dem alles begann. Griffin's Beitrag im 420 Magazine wurde 14. Oktober 2012 veröffentlicht, genau auf Bebe's 58ten Geburtstag. Bebe hat sein Zuhause in San Rafael und greift immer noch hin und wieder zum Mikrofon um eines seiner Spottlieder aufzunehmen; nun, jedenfalls macht er das, wenn er nicht in Orten wie Las Vegas oder England singt. Er leitet eine Frank Sinatra Cover Band, spielt Gitarre und singt, während er noch immer zu besonderen Anlässen einen kifft. Und übrigens, er klingt toll (Seine Website & Gesang findest Du in den Links weiter unten).

Und die Waldos:

• Waldo Steve

Waldo Steve oder Steve Capper ist nun Besitzer eines speziellen Kreditinstitutes und steht noch immer in Kontakt mit allen anderen Waldos. Einmal in seiner Karriere verlor er all sein Vermögen an Bernie Madoff, den Chef des größten Schneeball Systems in der Geschichte der USA. Anders als viele seiner Freunde und einige der Waldos, raucht oder hat Waldo Steve nicht mehr viel mit Cannabis zu tun, er sagt, "Ich habe ein Unternehmen zu führen. Ich muß einen klaren Kopf bewahren ... Es macht eine Menge Spaß, aber es scheint, daß wenn jemand zu viel qualmt, er es mit seinem Karma bezahlt".

• Waldo Dave

Waldo Dave, Dave oder Reddix, macht gutes Geld, indem er bei Waldo Steve's Kreditinstitut als Kredit Analyst arbeitet. Er spricht regelmäßig mit allen anderen Waldos, raucht aber auch nicht mehr, er sagt: "Ich fand Marihuana eigentlich nie so wirklich toll. Aber hey, es hat für mich funktioniert ... Ich bin sicher, daß auf meinem Grabstein zu lesen sein wird: 'Einer der 420 Jungs''"

• Waldo Mark und die anderen beiden Waldos

Waldo Steve sagt, daß Waldo Mark und die anderen beiden Waldos wohlauf seien und ein erfolgreiches Leben hätten, wobei sie noch immer ab und zu Joints oder Wasserpfeifen qualmen würden. Alle fünf halten bis Heute Kontakt miteinander. Einer von ihnen, sagt Waldo Steve, verdient mit Drucken und der Gestaltung von Grafiken gutes Geld. Einer von ihnen ist Leiter der Marketing Abteilung eines Weingutes in Nappa Valley. Und der letzte Waldo leitet die Regenrinnen Abeilung einer Dachdeckerei, läßt es sich gut gehen und zieht sich noch immer einen Joint oder Kopf rein, wenn die Zeit es zuläßt.

Abschließende Worte

420 wird für immer ein Teil der Cannabis Kultur sein und im Laufe der Zeit werden immer mehr Leute kommen, die um seine Bedeutung wissen wollen. Filme, wie Quentin Tarantino's Pulp Fiction haben bereits darauf hingewiesen; ich würde mich nicht wundern, wenn ich demnächst im Fernsehen oder Radio eine Werbung sehen oder hören würde, die 420 erwähnt oder einen kreischen Talkmaster, der seine Meinung über die Legalisierung von Cannabis und 420 äußert.

Die Waldos wurden in der Kiffer Kultur und bei denen, die ihre Geschichte kannten, zu Mini Berühmtheiten und obwohl Waldo Dave scherzt, daß sie "nie einen Cent aus der Sache gemacht haben" flog High Times ihn in die Niederlande, um am Cannabis Cup teilnehmen, kostenlos.

Wild Du erinnert sich, daß er zu Beginn des Herbstsemesters 1970 eines Samstags mit Bebe in seinem Schlafzimmer rauchte. Er erinnert sich an Bebe's genaue Worte, ebenso wie Puff und sagt, sie müssen entweder am 3ten oder 7ten Oktober 1970 gesagt worden sein. Bone Boy verurteilt noch immer die Unwissenheit über die Geschichte der Waldos und Bebes und die öffentlichen Kommentare auf Griffin's Beitrag im 420 Magazine scheinen sich darin einig, daß Bebe noch immer um die Anerkennung für die Schaffung von 420 betrogen wird.

Als die Huffington Post damals in den 90er Jahren Wavy Gravy bei einem Grateful Dead Konzert sah, fragten sie ihn, was die Bedeutung von 420 sei und wie es zu diesem Ausdruck kam, woraufhin er sie ansah und sagte, es hätte so begonnen: "irgendwo im Nebel der Zeit. Wie spät ist es jetzt? Ich sage es Euch: Ewigkeit, jetzt".

Aber nachdem Griffin diese E-Mail von Bone Boy und Bebe gelesen hatte, schloß er das Fenster und lächelte, dann veröffentlichte er, "Jetzt macht es alles Sinn."

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