Weltführer fordern Ende des Kriegs gegen Drogen

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Weltführer fordern Ende des Kriegs gegen Drogen

In einer bahnbrechenden Wende der Ereignisse hat eine Gruppe prominenter Führer der Welt einen Bericht verfasst, der die Beendigung des Krieges gegen Drogen fordert.

Der Krieg gegen die Drogen hat sich als ein Fehler mit epischen Ausmaßen erwiesen. Trotz jahrzehntelangem Verbot ist der Drogenkonsum ständig auf dem Vormarsch. Mit ihm stieg die Militarisierung der Polizei und die Inhaftierungs- und Mordraten. Es ist ein Krieg gegen Menschen.

Nach mehr als 50 Jahren des hirnlosen Verbots scheint es so, als könnte eine Veränderung in Sicht sein; eine Gruppe prominenter Führer der Welt fordert das Ende des Krieges. Tatsächlich fordern sie eine komplette Entkriminalisierung aller Drogen, nicht nur von Cannabis.

Der Wind hat sich gedreht

Eine Gruppe zukunftsweisender Führer der Welt, darunter der ehemalige UN Generalsekretär Kofi Annan und der ehemalige US Außenminister George Shultz fordern nun die Regierungen auf, legale und kontrollierte Regulierungen umzusetzen.

In einem neuen Bericht mit dem Titel "Taking Control: Pathways to drug policies that work" beschreibt die Gruppe, daß ein Paradigmenwechsel in der Art und Weise vonnöten ist was die Sicht der Welt in Sachen Drogenpolitik betrifft. Obwohl lang und detailliert, sagt der Bericht "Letztlich ist der effektivste Weg, um die umfangreichen Schäden des globalen Drogenverbots zu reduzieren und die Ziele der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit voranzutreiben, die Drogen durch verantwortungsvolle gesetzliche Regelungen unter Kontrolle zu bekommen."

Es ist eine äußerst erfreuliche Entwicklung und sie markiert einen großen Wendepunkt in der etablierten Meinung. Selten zuvor hat es eine so große politische Unterstützung für das Ende des Krieges gegen die Drogen gegeben und die Köpfe dahinter haben eine Menge Gewicht. Die Kommissare des Berichts trafen sich in Vorbereitung der UN Sondersitzung über Drogen 2016, in der die Vereinten Nationen die globale Drogenpolitik diskutieren und neu bewerten werden, auch mit dem derzeitigen UN Generalsekretär Ban Ki-Moon.

Wenn er angenommen wird, könnte der Bericht der Welt zu einem Wechsel verhelfen, weg von der Behandlung geringfügiger, nicht gewalttätiger Drogenstraftäter als Verbrecher, sowie Zwangsmaßnahmen abschaffen, von denen sich gezeigt hat, daß sie bei geringfügigem Drogenkonsum unwirksam sind - wie im Fall von Gras oder Psychedelika, wo der Nutzer in den meisten Fällen nicht "rehabilitiert" werden will oder muss. Es wird helfen, daß Drogenkonsumenten mit Unterstützung behandelt werden, in der Art, wie es bei medizinischen Patienten praktiziert würde, statt wie jemand, der weggesperrt werden und gegen seinen Willen "unter Zwang korrigiert" werden muss.

Die aktuellen Strafmethoden sollen in der Theorie Drogenkonsumenten helfen und schützen. Der Versuch, einen gesundheitsbasierten Ansatz in einem Strafrechtssystem der Vollstreckung zu verordnen hat nicht funktioniert und viel mehr Schaden angerichtet, als Nutzen erbracht. Schon im Juli dieses Jahres erklärte auch die Weltgesundheitsorganisation, daß die Zwangsmaßnahmen für Drogenkonsumenten abgeschafft werden sollten.

Ein starkes Argument

Entkriminalisierung und staatliche Regulierungen haben bereits gezeigt, daß sie sehr effektiv sind. Der Bundesstaat Colorado ist ein Paradebeispiel hierfür; hier hat die Legalisierung und staatliche Regulierung von Cannabis zu einem Rückgang der Kriminalität und des Drogenmissbrauchs unter Minderjährigen geführt und bewirkte eine enorme Steigerung der Steuereinnahmen (was alles Geld zurück in die Wirtschaft und Gemeinschaft pumpt, anstatt in die Hände der organisierten Kriminalität). Darüber hinaus ermöglicht die Legalisierung von Cannabis, daß Menschen Hilfe suchen und offen über ihren Konsum reden können, ohne die Angst, daß sie strafrechtlich verfolgt werden.

Der Krieg gegen die Drogen hat genug Schaden angerichtet

Obwohl viele Regierungen es nur ungern zugeben würden, ist der Krieg gegen die Drogen komplett gescheitert. Die illegale Drogenproduktion ist so hoch wie nie zuvor, der Verbrauch ist in die Höhe geschossen und der illegale Schwarzmarkt ist größer, als die Märkte für Alkohol, Tabak und Kaffee zusammen. Der Krieg gegen die Drogen, in dem Versuch, die Drogen an der Quelle einzudämmen, ist fehlgeschlagen und konzentriert sich stattdessen auf das Verknacken von Endverbrauchern, um Statistiken und Zahlen zu schönen - was der organisierten Kriminalität Tür und Tor öffnet und gleichzeitig in diesem Prozess Millionen Leben zerstört. Diejenigen, die süchtig nach harten Drogen sind, werden wie Verbrecher behandelt, anstatt daß ihnen die Hilfe angeboten wird, die sie brauchen und zudem wurde der Drogenkonsum sehr negativ stigmatisiert, was es für die Menschen, die Hilfe suchen, schwer macht, über ihre Probleme zu reden.

Außerdem ist die Zahl der geforderten Menschenleben des Krieges enorm. Neben den Millionen von Menschenleben, die durch Inhaftierung ruiniert wurden, sind Tausende auf den globalen Schlachtfeldern des Krieges gegen Drogen gestorben. Von Südamerika über Asien bis hin zum Nahen Osten ist der Drogenkrieg einer der Hauptgründe für Tötungsdelikte.

Ein langer, steiniger Weg liegt vor uns

Obwohl es scheint, daß der Geist aus der Flaschen ist, laß jetzt nicht die Hoffnungen aufkeimen, daß sich die globale Politik in nächster Zeit ändert. Solche Dinge neigen dazu, bei der UN im Schneckentempo abzulaufen und eine Änderung der Drogengesetze würde bei vielen Ländern auf massiven Widerstand treffen. Speziell bei der Pharmaindustrie, welche die Hauptunterstützer und Nutznießer des Krieges ist, wird diese Veränderung auf heftigen Widerstand treffen.

Was Unrecht ist wird schließlich zu einem Ende kommen und tatsächlich nähern wir uns diesem Moment. Es ist nur eine Frage der Zeit.

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