Warum nur CBD betreffende Gesetze eine Bedrohung für die Legalisierung von Cannabis sein könnten

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Warum nur CBD betreffende Gesetze eine Bedrohung für die Legalisierung von Cannabis sein könnten

Die Verabschiedung von nur CBD erfassenden Gesetzen mag wie ein Grund zum Feiern erscheinen, doch sie bergen eine ganze Reihe neuer Gefahren.

Die Legalisierungsbewegung hat in den letzten Jahren viel Schwung aufgenommen. Studien über die Auswirkungen von Cannabis und seine Einsatzmöglichkeiten haben zu einer zunehmenden Menge an öffentlicher Unterstützung geführt - bis zu dem Punkt, daß es mancherorts jetzt entkriminalisiert/legalisiert wurde. Zunächst hatten die konservativeren Elemente der Gesellschaft es einfach ignoriert, wobei sie wohl dachten, alles würde verpuffen und als Geschwafel von Hippies verworfen werden. Sie lagen falsch und jetzt rühren sie ihr Süppchen zusammen, um eine Form der Schadensbegrenzung zu betreiben, wobei sie den Fortschritt der Legalisierung behindern wo sie nur können - oft in sehr hinterhältiger Art und Weise.

Der politische Gewinn

Ein Beispiel dafür ist die Umsetzung eines Gesetzes, das nur CBD erfasst. Auf den ersten Blick scheint es ein Sieg für die Legalisierungsbewegung zu sein, denn es eröffnet den Patienten Zugang, die es brauchen. Doch für konservative Politiker ist es eine Goldmine. Es ermöglicht ihnen Verständnis für Patienten in ärztlicher Behandlung zu heucheln, während sie zur gleichen Zeit hart gegen Drogen vorgehen. Für sie ist es der ideale Weg, um das Thema der Legalisierung vom Tisch zu bekommen. Wenn CBD legalisiert würde, würden Eltern mit kranken Kindern aus den Nachrichten verschwinden und das öffentliche Interesse würde beginnen zu schwinden, so daß sie denken könnten: "Job erledigt". Nur langfristige Fürsprecher sagen weiterhin: "Wir wollen das Kraut, das einen high macht", was viel einfacher abzulehnen ist.

Was es noch schlimmer macht, ist, daß viele Gesetze verabschiedet wurden, die nur CBD betreffen, die insbesondere in den USA darauf abzielen, sich hinderlich auf Patienten auszuwirken. Zum Beispiel hat Florida ein äußerst restriktives CBD Gesetz, das jetzt in Rechtsstreitigkeiten verstrickt ist. Obwohl es bereits im Jahr 2014 in Kraft trat, bekam nicht ein einziger Patient Zugang zu CBD. Wenn Politiker damit konfrontiert werden, können sie entgegnen "wir haben auf Euch gehört, es ist legal", so daß sie das Medieninteresse größtenteils zerstreuen.

Es ist einer der größten Rückschläge für die medizinische Seite der Legalisierung. Sicher, ein CBD Gesetz ist ausgezeichnet wenn es den erforderlichen Zugang gewährt. Doch meistens macht es die Sache weit schwieriger und komplizierter, als sie es vorher ohnehin schon war.

Der Synergieeffekt geht verloren

Eine weitere Gefahr der Gesetze, die nur CBD betreffen, ist, daß der Synergieeffekt verloren geht. Wenn es um die medizinischen Nutzen von Cannabis geht, ist es CBD, das im Rampenlicht steht. Es ist jedoch nicht das einzige Cannabinoid, das potentiell von großem Nutzen sein könnte, denn auch von THC, sowie den vielen anderen Cannabinoiden hat sich gezeigt, daß sie bei bestimmten Erkrankungen helfen können. Darüber hinaus wurde in Studien herausgefunden, daß Cannabinoide bei der Behandlung von Krankheiten viel besser wirken, wenn sie alle zusammen verwendet werden, wobei jede Art die Stärken der jeweils anderen Cannabinoide fördert. Dies ist als Synergieeffekt bekannt und indem man eine Therapie auf Basis von Cannabinoiden auf CBD begrenzt, wird die potenzielle Effizienz im Vergleich zur Behandlung mit allen Wirkstoffen der Pflanze beschnitten.

Die anderen Aspekte der Legalisierung

Die Rückschläge, die nur CBD betreffende Gesetze für die Legalisierungsbewegung als Ganzes verursachen, gehen über den Bereich der medizinischen Anliegen hinaus. Ein Kernpunkt der Legalisierungsbewegung ist es auch, daß dem organisierten Verbrechen die Macht genommen und den Menschen gegeben wird. Die Legalisierung von Cannabis schafft eine viel sicherere Umwelt für uns alle, denn sie wäre ein schwerer Schlag gegen den Schwarzmarkt und würde der organisierten Kriminalität Millionen, wenn nicht sogar Milliarden Euro entziehen. Es ermöglicht die sichere Regulierung, bessere Bildung, schafft Arbeitsplätze, ebnet einer neuen und profitablen Industrie den Weg und reduziert Polizeiausgaben. Es ist eine komplette Win-Win-Situation. Werden jedoch Gesetze erlassen, die nur CBD betreffen, wird all dies nicht erreicht. Die Menschen müssen dann immer noch zu einem Dealer gehen, um ihr Gras zu bekommen, was sie dem organisierten Verbrechen, einem hohen Gewaltpotential und möglicherweise härteren Drogen aussetzt. Das Geld versickert weiterhin im Schwarzmarkt, anstatt die Wirtschaft anzukurbeln, die Polizei verballert weiterhin jede Menge Kohle und Resourcen bei der Durchsetzung des Gesetzes und eine potentiell gigantische Industrie bleibt auf der Strecke.

Wie Du also sehen kannst, mögen Gesetze, die auf CBD zugeschnitten sind, auf den ersten Blick prima aussehen, doch sie bergen Gefahren. Auf lange Sicht könnten solche Gesetze der Legalisierungsbewegung viel Unterstützung abgraben und dabei mehr Schaden verursachen, als Nutzen erbringen - vor allem wenn sie Patienten den Mühlen der Bürokratie aussetzen.

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