Blog
Das Kann Der Rest Der Welt Von Kanada Über Die Legalisierung Von Weed Lernen
5 min

Das Kann Der Rest Der Welt Von Kanada Über Die Legalisierung Von Weed Lernen

5 min
Editorials Neuigkeiten

Cannabis ist in Kanada offiziell legal. Doch Vorsicht: Kanadas legaler Grasmarkt ist weit davon entfernt, perfekt zu sein. Wir sehen uns in diesem Artikel an, was der Rest der Welt von Kanadas Ansatz lernen kann, Cannabis zu legalisieren und zu regulieren.

Willkommen bei den Editorials von Zamnesia, wo unser Autor Steven seine Meinung zu allem teilt, was im Zusammenhang mit der Cannabis-, CBD- und Smartshop-Branche steht. Beachte bitte, dass es sich in all diesen Artikeln um die Ansichten des Autors handelt, die nicht unbedingt die Auffassung von Zamnesia als Unternehmen widerspiegeln. Falls Du unserem Autor und unserem Team etwas mitteilen möchtest, hinterlasse bitte einen Kommentar.

Am 17. Oktober 2018 wurde Kanada zum zweiten Land der Welt – und der ersten G7- und G20-Nation –, das Cannabis vollständig legalisierte. Wieder einmal gibt Kanada seinen südlichen Nachbarn einen Grund, über die Grenze hinweg in den Norden zu ziehen.

Leider lief Kanadas Übergang aus der Prohibition heraus alles andere als glatt ab. Von den Grundlagen in Sachen Angebot und Nachfrage bis zur Notwendigkeit einer besseren Zugänglichkeit sind hier sechs Aspekte, sowohl gute als auch schlechte, die wir von Kanadas Vorgehen bei der Legalisierung und Regulierung von Cannabis lernen können.

LEGALES WEED BEDEUTET GROẞES GESCHÄFT

Legales Weed Bedeutet Großes Geschäft

Wir haben es in den USA gesehen und jetzt sehen wir es auch in Kanada: Die Cannabislegalisierung ist ein großes Geschäft. In den ersten zwei Wochen nach der Legalisierung gaben die Kanadier 43 Millionen Dollar[1] in Cannabisverkaufsstellen im ganzen Land aus. Und auf lange Sicht soll Cannabis in Kanada eine Milliarden-Dollar-Industrie werden.

Laut Schätzungen von Avery Shenfield, Chefökonom bei CIBC World Markets, könnten die jährlichen Cannabisverkäufe in Kanada[2] bald mehr als 10 Milliarden Dollar betragen. Andere Experten behaupten, dass diese Zahl auf bis zu 20 Milliarden hochgehen könnte.

In Kanada sind auch einige der größten Cannabisunternehmen der Welt[3] ansässig. Diese sind unter anderem Canopy Growth Corp. (Börsenwert 12,4 Milliarden Dollar), Aurora Cannabis (10,61 Milliarden Dollar) und Aphria Inc. (3,64 Milliarden Dollar).

Was bedeutet die Entstehung einer derart riesigen neuen Industrie für Kanada? Nun, sie bedeutet offensichtlich das Potenzial, Steuereinnahmen und Arbeitsplätze zu generieren, die zuvor in den Händen des Schwarzmarktes lagen.

Aber neben Geld und Arbeitsplätzen gibt die legale Cannabisindustrie Kanada auch die Gelegenheit, Menschen sowohl über Cannabis als Freizeitdroge als auch als Medizin besser aufzuklären. Während die Kriminalisierung Stigmata und Vorurteile über die Produktion und Verwendung von Cannabis schafft, eröffnet die Legalisierung faire Wettbewerbsbedingungen, durch die Menschen echte Informationen über die Cannabispflanze, deren Wirkweise und die mit dem Cannabiskonsum assoziierten Risiken bekommen können.

Die Cannabislegalisierung erleichtert es zudem der wissenschaftlichen Gemeinschaft, die komplexe Pflanze zu erforschen und zu verstehen. Seit Tausenden von Jahren kultivieren und nutzen die Menschen Cannabis für spirituelle, medizinische und der Erholung dienende Zwecke. Leider haben fast 100 Jahre Prohibition unser Verständnis dieser komplexen Pflanze und ihres riesigen Potenzials zurückgeworfen.

SCHWIERIGKEITEN, DIE NACHFRAGE ZU BEDIENEN

Schwierigkeiten, Die Nachfrage Zu Bedienen

Kanada machte nicht nur mit der Legalisierung Schlagzeilen, sondern auch damit, dass es nicht einmal genug Weed für den ersten Tag der Legalisierung vorrätig hatte. Unzählige Cannabisshops waren am Eröffnungstag ausverkauft, sowohl Ladengeschäfte als auch Online-Shops.

Auf seinem YouTube-Kanal bestellte Adam von PsychedSubstances Cannabis online, und zwar beim Ontario Cannabis Store um 0.00 Uhr zu Beginn des 17. Oktobers 2018. Nachdem er drei Tage lang nicht wusste, ob seine Bestellung versandt wurde, entschied sich Adam, nach Montreal, Quebec, zu fahren, um Cannabis von einer Verkaufsstelle zu beziehen. Als er ankam, waren nur noch drei Sorten übrig. Seine Online-Bestellung traf letztendlich mit über 20 Tagen Verspätung ein.

Andere Nutzer, die stundenlang vor Kanadas Cannabisläden auf die Öffnung warteten, waren ebenfalls bitter enttäuscht. Manche gingen frustriert, als die Warteschlangen sich nicht lichteten.

Was können andere Nationen, die über die Graslegalisierung nachdenken, daraus lernen? Nun, es wird deutlich, dass die Cannabislegalisierung einfach ist, die Industrialisierung aber sehr komplex. Obwohl sich Kanadas Plan für die Cannabislegalisierung auf dem Papier großartig anhören mag, haben uns diese ersten paar Monate eines freien Marktes gezeigt, dass das gegenwärtige Verkaufs- und Vertriebssystem von Cannabis im ganzen Land noch immer viel Feinabstimmung braucht. Aber hey, zumindest muss Kanadas Polizei nicht länger Kids für den Besitz von ein paar Gramm einsperren.

NUTZER WOLLEN MEHR ALS NUR BUDS

Nutzer Wollen Mehr Als Nur Buds

Dies ist einer der größten Kritikpunkte am legalen Cannabissystem der Kanadier. Der Markt für Cannabisesswaren und -konzentrate (oder Dabs) ist riesig. Laut Forbes ist allein der Markt für Konzentrate[4] in den USA mehr als 2 Milliarden Dollar schwer. Inzwischen rechnet ArcView damit, dass der Esswarenmarkt[5] in ganz Nordamerika bis 2022 4,1 Milliarden Dollar wert sein wird. Zumindest zur Zeit hat sich die kanadische Regierung entschieden, diese möglichen Einnahmen zu vernachlässigen.

Einer der Hauptgründe für die Legalisierung von Cannabis in Kanada war es, den illegalen Markt für Cannabis zu verdrängen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss Kanada die Nachfrage von Cannabiskonsumenten bedienen. Dies schließt das Angebot eines breiten Spektrums von Cannabisprodukten mit ein, darunter Esswaren, Konzentrate und mehr, anstatt nur Blüten, orale Sprays und Kapseln verfügbar zu machen.

Verwandter Artikel

Cannabisblüten vs. Esswaren vs. Konzentrate

WEED MUSS ZUGÄNGLICH SEIN

Weed Muss Zugänglich Sein

Leider ist dies ein weiteres großes Versäumnis des kanadischen Cannabissystems. Die gesamte Provinz Ontario hat zum Beispiel keine Cannabisverkaufsstellen. Die einzige Option für den legalen Graskauf[6] in Ontario ist die Webseite des Ontario Cannabis Store. Um Cannabis legal von einer Verkaufsstelle zu erwerben, müssen die Ontarier den Weg in benachbarte Provinzen wie Quebec oder Manitoba auf sich nehmen.

Dies wäre wohl nicht so schlimm, wenn der Ontario Cannabis Store seine Bestellungen tatsächlich zeitnah liefern würde. Die Erfahrung von PsychedSubstances zeigt allerdings, dass dies nicht der Fall ist. Und er ist nicht der einzige. Dies untergräbt natürlich Kanadas versuche, den Cannabisschwarzmarkt zu bekämpfen. Damit kanadische Cannabisnutzer den legalen Kauf einem illegalen vorziehen, muss der Vorgang bequemer sein, als acht Stunden in eine benachbarte Provinz zu fahren oder wochenlang auf die Online-Bestellung zu warten. Es ist besonders ironisch, dass Ontario keine konventionellen Verkaufsstellen besitzt, da es von allen kanadischen Provinzen das bevölkerungsreichste ist – und zwar mit Abstand.

LIEFERKETTEN UND RÜCKVERFOLGBARKEIT SIND ENTSCHEIDEND FÜR EIN REGULIERTES, HOCHWERTIGES PRODUKT

Lieferketten Und Rückverfolgbarkeit Sind Entscheidend Für Ein Reguliertes, Hochwertiges Produkt

Diese eine Sache scheint Kanada extrem gut zu machen. Das große Land im Norden hat ein streng reguliertes Lieferkettensystem aufgebaut, um den Anbau, die Verarbeitung und den öffentlichen Verkauf von Cannabis in der ganzen Nation zu regeln. Die Kette wird über folgende Lizenzen reguliert:

  • Standard- und Mikroanbaulizenzen
  • Gärtnereilizenzen (Anbau und Produktion von Samen und Sämlingen)
  • Lizenzen für Industriehanf
  • Verarbeitungslizenzen für Unternehmen, die Cannabisprodukte wie Öle und orale Sprays, ebenso wie Verpackungen produzieren
  • Verkaufslizenzen für Cannabis als Medizin und Genussmittel

Diese Art der Regulierung ist entscheidend, um einen seriösen und verlässlichen Markt für Cannabis aufzubauen. Ein großer Nachteil des illegalen Kaufs von Cannabis ist es, nicht zu wissen, was für ein Produkt man bekommt, wie es angebaut wurde etc. Ein transparentes System wie das kanadische versucht direkt auf diese Probleme einzuwirken und wird definitiv dabei helfen, die Menschen aus dem Schwarzmarkt zu holen.

DIE BUNDESREGIERUNG MUSS KLARE BUNDESGESETZE FESTLEGEN

Die Bundesregierung Muss Klare Bundesgesetze Festlegen

Kanadas Bundesregierung traf die bahnbrechende Entscheidung, Cannabis zu legalisieren. Was allerdings die Festlegung des rechtlichen Spielraums für den Cannabisverkauf in der Nation betrifft, entwickelte sie nur ein paar Regulierungen:

  • Man muss mindestens 18 Jahre alt sein, um Cannabis zu kaufen.
  • Man kann zu Hause bis zu 4 Pflanzen anbauen.
  • Man kann außerhalb des eigenen Zuhauses bis zu 30g Cannabis besitzen.

Der Rest der Vorschriften zu Cannabis wurde von den Provinzen festgelegt. In British Columbia beträgt das Mindestalter für den Cannabiskauf zum Beispiel 19 Jahre, wohingegen Quebec dafür gestimmt hat, das Mindestalter auf 21 Jahre anzuheben. Die Provinzen haben auch die Macht, die rechtlich erlaubten Besitzmengen zu senken, die Gesetze bezüglich des Anbaus zu ändern und mehr.

Damit Kanada den Cannabisschwarzmarkt wirklich bekämpfen kann, muss das Land klare bundesweite Regeln festlegen, die Nutzer im ganzen Land schützen. Warum sollten Nutzer in Ontario Cannabis online bestellen müssen, während jene in Quebec es in einer Verkaufsstelle um die nächste Ecke kaufen können? Warum sollte sich außerdem das Mindestalter von einer Provinz zur anderen unterscheiden? Cannabisnutzer der ganzen Nation sollten alle die gleichen Zugangsmöglichkeiten zu Cannabis haben.

CANNABIS IN KANADA: NOCH IMMER EIN WEITER WEG

Cannabis In Kanada: Noch Immer Ein Weiter Weg

Kanada sorgte als eine der ersten Nationen für Schlagzeilen, die Cannabis genau wie Alkohol und Tabak legalisierte und regulierte. Leider hat die kanadische Regierung als Dealer noch einen weiten Weg vor sich.

Kanada tat sich bereits schwer, die Nachfrage für Cannabis im ganzen Land zu bedienen, und indem sie den Verkauf von Konzentraten und Esswaren nicht erlauben, bieten sie Cannabisnutzern die Art von Vielfalt nicht, die von vielen gewünscht wird. Die Tatsache, dass die nationale Regierung den kanadischen Provinzen so viel Freiheit bei der Durchsetzung ihrer eigenen Cannabisgesetze gegeben hat, heißt auch, dass es manche Kanadier beim Kauf von Gras viel besser als andere haben.

Lass uns jedoch nicht vergessen, dass Kanada allein durch die Entscheidung für die Cannabislegalisierung anderen Ländern der Erde in Bezug auf die Drogenpolitik bereits Lichtjahre voraus ist.

Steven Voser

Geschrieben von: Steven Voser
Steven Voser ist ein Emmy Award nominierter Journalist mit viel Erfahrung auf dem Buckel. Dank seiner Leidenschaft zu allem, was mit Cannabis zu tun hat, widmet er jetzt viel von seiner Zeit der Erkundung der Weed-Welt.

Über Unsere Autoren
Haftungsausschluss:
Wir erheben keine medizinischen Ansprüche. Dieser Artikel wurde nur zu Informationszwecken verfasst und basiert auf Studien, die von anderen externen Quellen veröffentlicht wurden.

Externe Quellen:
  1. Canadians spent $43M on cannabis in first two weeks after legalization: StatCan - National | Globalnews.ca - https://globalnews.ca
  2. The pot market could be (and possibly already is) bigger than the market for beer in Canada | National Post - https://nationalpost.com
  3. 10 Canadian Marijuana Stocks for Your Portfolio - https://www.investopedia.com
  4. Vaping Propels Cannabis Concentrates Market To $3 Billion - https://www.forbes.com
  5. Cannabis Edibles Market Set to Quadruple in U.S., Canada to $4B - https://www.greenentrepreneur.com
  6. https://www.ontario.ca

Read more about
Editorials Neuigkeiten
Suche in Kategorien
oder
Suche