UK: Cannabisforschungsstiftung Von Charity Commission Abgelehnt

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Kategorien : BlogEuropaMedizinisches Cannabis

Cannabis Nächstenliebe UK


Im internationalen Vergleich liegt das UK in der Cannabisforschung weit zurück. Während anderswo Fortschritte gemacht werden, hat die Charity Comission eine Anfrage zur Gründung einer internationalen Cannabisforschungsstiftung abgelehnt, da diese der Öffentlichkeit keinen Nutzen brächte.

Verschiedene Länder auf der Welt machen bedeutende Fortschritte, was den Umgang mit und die Forschung zu Cannabis betrifft. Länder wie die Vereinigten Staaten, Australien, Israel und die Tschechische Republik machen nun Cannabis für Patienten zugänglich, um Alternativen bei der Behandlung verschiedener medizinischer Leiden anbieten zu können. Aus diesen Gründen ist es überraschend zu sehen, dass das Vereinigte Königreich weit abgeschlagen hinter diesen Nationen hinterherhinkt.

Während über den Rest der Welt eine Welle der Veränderung in der Cannabis-Gesetzgebung und -Akzeptanz schwappt, ist der Beitrag des Vereinigten Königreichs in Sachen Studien und Stiftungen außergewöhnlich - aber leider weil es fast keine gibt.

Ein Grund hierfür ist die Tatsache, dass die Gesetzgebung des UK Cannabis immer noch als illegale Substanz einstuft. Das Vereinigte Königreich ist jedoch nicht das einzige Land, in dem dies der Fall und die Forschung eingeschränkt ist. Doch andere Länder, darunter Spanien und Israel, führen umfassende Studien durch und können vom gesteigerten Interesse der Wissenschaft profitieren, was den Nutzen von medizinischem Cannabis anbelangt. Das Vereinigte Königreich hat nicht einmal ein geeignetes Zentrum für solche Studien.

Jeff Ditchfield, ein Cannabis-Aktivist aus dem UK, möchte dies ändern. Als Gründer der ersten Cannabis Cafés im Vereinigten Königreich vor einigen Jahren, hat er vor kurzem beim Ausschuss für Wohltätigkeitsorganisationen (Charity Comission) den Antrag gestellt, die International Cannabinoid Research Foundation (ICRF - "internationale Cannabisforschungsstiftung") gründen zu dürfen.

Jeff Ditchfield

Sein Ziel ist es, Mittel für die Erforschung des medizinischen Potentials von Cannabis und Cannabinoiden zu beschaffen, also genau zu der Art von Forschung, die im UK zur Zeit nicht stattfindet. Nach einem langwierigen Antragsverfahren und einer eher zynischen Antwort, in der er gefragt wurde, ob er wisse, dass Cannabis illegal sei, wurde sein Antrag abgelehnt. Die Kommission ließ verlautbaren, dass seine Forschung "nicht im öffentlichen Interesse sei" und da Cannabis illegal sei, wären jegliche von der ICRF unternommenen Vorhaben politischer Natur und könnten somit nicht als gemeinnützig angesehen werden.

Die Ablehnung mit der Begründung, die Forschung sei nicht zum Nutzen der Öffentlichkeit, ist bemerkenswert, wenn nicht absolut verblüffend.

IN BEZUG AUF CANNABIS IST DIE POLITIK VON BESTECHENDER LOGIK

Man wird das Gefühl nicht los, dass die Feststellungen der Kommission und die Ablehnung allein politisch motiviert sind und weniger mit Logik zu tun haben. Sie scheinen anzudeuten, dass jegliche damit zusammenhängende Forschung wegen der Illegalität von Cannabis zwangsläufig keinen Nutzen haben kann. Dies kann eindeutig als Beispiel dienen, wie die Prohibition den Fortschritt einschränkt und wie Regierungen aufgrund ihrer politischen Standpunkte einen gesunden Menschenverstand und Logik vernachlässigen.

Die Sache hierbei ist natürlich, dass das ICRF Mittel zur Forschung zu Cannabis beschafft hätte, mit dem Ziel, das Wissen zu erweitern - ein Punkt, den die Kommission scheinbar komplett übersehen hat. Mr. Ditchfield erklärte sogar, dass die ICRF Forschungen durchführen würde, die anderswo in ähnlicher Weise bereits Gang und Gäbe sind, beispielsweise in Spanien, wo die Fähigkeiten von Cannabinoiden bei Krebstherapien erforscht werden und die Gelder nicht für Kampagnen für Gesetzesänderungen verwendet werden.

WAS SIND DIE AUSSICHTEN FÜR DIE CANNABINOID-FORSCHUNG IM UK?

Man kann sogar mit der Entscheidung der Charity Comission übereinstimmen, aber dies würde als Konsequenz die Frage nach der Arbeit anderer Stiftungen aufwerfen, darunter auch die der Cancer Research UK (CRUK - "Krebsforschung UK").

Nach Angaben von Mr. Ditchfield gibt es im Vereinigten Königreich einen enormen Mangel an Forschung zu Cannabinoiden und Krebserkrankungen. Dies ist erwähnenswert, da wir in diesem Bereich zur Zeit in Laborversuchen vielversprechende Erkenntnisse beobachten können.

Cannabisforschung

Dies ist zudem verblüffend, sobald man feststellt, dass die Cancer Research UK ihre aktuellen Forschungsstände auf ihrer Webseite veröffentlicht hat und dass darin auch Links und Artikel zu fortwährenden Studien zu Cannabinoiden und Krebserkrankungen enthalten sind, die vom CRUK gefördert werden. Der offensichtliche Widerspruch hierbei liegt natürlich darin, dass die CRUK Forschungen mit der gleichen "illegalen Substanz" durchführt, die in erster Linie als Grund für die Ablehnung von Mr. Ditchfield's Antrag herangezogen wurde.

Die Frage bleibt bestehen, warum die Kommission diese Art nützlicher Forschung für die eine Organisation blockiert und für die andere nicht. Einigen mag es fast so vorkommen, als würde die Regierung aktiv versuchen, wissenschaftliche Beweise für den medizinischen Nutzen von Cannabis zu unterdrücken, da diese aufzeigen würden, dass ihre aktuellen Standpunkte zu Cannabis unbegründet sind.

 

         
  Georg  

Geschrieben von: Georg
Wohnhaft in Spanien, verbringt Georg nicht nur viel von seiner Zeit an seinem Computer, sondern auch in seinem Garten. Mit einer brennenden Leidenschaft für den Cannabisanbau und die Erforschung von Psychedelika, ist Georg in allem gut bewandert, was psychoaktiv ist.

 
 
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