Kenne Deine Feinde: Die Gegner der Legalisierung

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Kenne Deine Feinde: Die Gegner der Legalisierung

Cannabis ist nicht etwa illegal, weil es gefährlich ist. Es ist illegal, weil es jemandem unter dem Strich weh tut.

Die Community Anti-Drug Coalition of America(CADCA - Gemeinschaft der Antidrogenkoalition von Amerika) ist eine Dachorganisation, in der sich über 5.000 Antidrogenbewegungen vereint haben und sie sind einer der größten Gegner der Legalisierung in den USA. Die Organisation hält ein jährliches Treffen ab, in diesem Jahr in der Nähe von Washington D.C Die primäre und als offen erklärte Tagesordnung der Referenten und Versammlung ist die Cannabis Reform um jeden Preis zu bekämpfen. Die Ironie dabei? Der größte Sponsor der Veranstaltung ist Purdue Pharma, der Hersteller des Medikaments OxyContin - ein abhängig machendes Opiat, das jährlich Tausende von Menschen tötet. "Interessenkonflikt"?

Aber das ist bei weitem kein Einzelfall von himmelhoher Heuchelei, hier ist, wie es tatsächlich funktioniert. Dies ist ein Auszug eines Untersuchungsberichts von The Nation:

"The Nation erhielt eine vertrauliche finanzielle Offenlegung der Partnership for Drug-Free Kids (Partnerschaft für drogenfreie Kinder), die zeigt, daß der größte Spender dieser Gruppe Purdue Pharma ist, der Hersteller von OxyContin und Abbott Laboratories, Hersteller des Opioids Vicodin. Auch die CADCA zählt Purdue Pharma zu einem der Hauptunterstützer, sowie Alkermes, den Hersteller eines sehr starken und äußerst umstrittenen neuen Schmerzmittels genannt Zohydrol. Das Medikament, das im März veröffentlicht wurde, hat einen landesweiten Protest ausgelöst, da Zohydrol angeblich zehn Mal stärker als OxyContin ist. Janssen Pharmaceutical, eine Johnson & Johnson Tochter, die das Schmerzmittel Nucynta und Pfizer produziert, die mehrere Opioid Produkte herstellt, sind ebenfalls CADCA Sponsoren. "

Eine historische Animosität

Zunächst einmal gab viele Gründe, warum Cannabis illegalisiert wurde. Rassismus war einer, erhalt der sozialen Ordnung ein anderer. Aber die zentralen Gründe waren schon damals die gleichen wie heute - Geld und Macht: Hanffasern wurden zu einer immer größeren Bedrohung für die aufstrebenden Industriekonglomerate auf Basis von Öl und synthetischen Fasern. Hanf ist unvergleichlich vielseitig und billig zu produzieren; zwei Faktoren, die eine direkte Bedrohung für das Geschäftsmodell von Kooperationen wie DuPont darstellten. Aber noch wichtiger war Hanf als ökologische und erneuerbare Kraftstoffquelle. Kraftstoff aus Hanf könnte die Existenz der Ölindustrie bedrohen.

Aber Cannabis stand vorher schon einer weiteren sehr lukrativen Industrie im Weg: Der Pharmaindustrie. Heute ist es kaum noch bekannt, daß Cannabis vor seinem Verbot in jeder Apotheke und überall angeboten wurde. Extrakte und Tinkturen wurden verwendet, um alle möglichen Dinge zu behandeln, von Hautproblemen bis hin zu Migräne. Aber es war genau diese starke Heilkraft, die Cannabis zu einem Hauptziel einer der mächtigsten Industrien machte. Ihre synthetischen Pillen würden sich einfach nicht so gut verkaufen, wenn gleich daneben eine billigere, sicherere und bessere natürliche Alternative verfügbar wäre. Auf den Punkt gebracht, darum ist Cannabis illegal.

Mit diesem Vorgehen, das man mafiös nennen könnte, schützen diese Industrien einfach nur ihre Profite, unabhängig von den sozialen und ökologischen Schäden, die sie dabei verursachen. Die jüngsten Bemühungen zur Legalisierung auf der ganzen Welt sollen bewirken, daß der Einfluß dieser Kräfte langsam unterbrochen wird, aber vielleicht verlangen die Umstände nach einer Revolution.

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