Kann MDMA PTBS lindern?

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Kann MDMA PTBS lindern?

Therapeuten haben MDMA lange Zeit als ein ideales Werkzeug für die Psychotherapie angesehen. Jetzt wurde in einer neuen Studie eine vielversprechende Einsatzmöglichkeit von MDMA bei der Behandlung von posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) gefunden.

Diese neue Studie, die im Journal of Psychopharmacology veröffentlicht wurde, ist die Fortsetzung einer klinischen Studie, in der letztes Jahr die Wirkung von MDMA auf PTBS untersucht wurde. In der ursprünglichen Studie wurde zwölf Patienten mit chronischer PTBS als Teil ihrer Therapie MDMA gegeben; sie wurden dann beobachtet, und mit 8 PTBS Patienten verglichen, denen kein MDMA gegeben wurde, die aber die gleiche Therapie durchliefen.

Diese jüngste Studie umfaßt, mit einer Ausnahme, alle der zwölf ursprünglichen Patienten, um zu sehen, wie sie damit umgehen. Es wurde herausgefunden, daß die Symptome von PTBS durch MDMA verringert blieben und keine physischen oder neurologischen Schäden auftraten.

Wie nutzt MDMA PTBS Patienten?

Der psychoaktive Charakter von MDMA ist biochemisch extrem komplex, dreht sich aber um die Ausschüttung von Serotonin, Dopamin und Adrenalin. Die genauen Mechanismen sind nicht vollständig bekannt, die psychoaktiven Wirkungen sind jedoch viel einfacher zu verstehen. Von MDMA wird oft gesagt, daß es "das Herz öffnet" und ein tiefes Gefühl von Wohlbefinden und Einfühlungsvermögen fördert, sowie den Zugang zu traumatischen Erinnerungen eröffnet. Aus therapeutischer Sicht ist es diese letzte Funktion, die besonders interessant ist.

Mit gelockerten emotionalen Verteidigungsmustern und intensivierten Gefühlen von Vertrauen, ist es Patienten mit PTBS möglich, traumatische Erinnerungen nochmals zu erleben und diese Erfahrungen zu integrieren, ohne auf die emotionalen Reaktionen, wie Verzweiflung, Isolation oder Reizbarkeit, zurückzugreifen, die ursprünglich zur Entwicklung von PTBS führten.

Obwohl MDMA noch nicht als endgültige Therapie für PTBS etabliert ist, hat MDMA in allen klinischen Situationen gezeigt, daß es nützlich ist, wenn es in Verbindung mit einer Psychotherapie eingesetzt wird.

Lang anhaltende Vorteile aus einer einzigen Behandlung

Bei den meisten herkömmlichen Herangehensweisen liegt der Fokus auf der Reduzierung der Symptome. Zum Beispiel werden gegen Depressionen häufig SSRIs wie Prozac und Zoloft verordnet. Oft wird eine Kombination von Medikamenten und Therapie verwendet, um PTBS zu behandeln.

Der Hauptunterschied zwischen den derzeit verwendeten Medikamenten und MDMA scheint zu sein, daß die derzeit verwendeten Medikamente nur auf die Symptome abzielen und nicht zu einer Verbesserung des zugrunde liegenden Traumas führen. Darüber hinaus müssen Antidepressiva oft über lange Zeit eingenommen werden und sind mit einer Reihe von Nebenwirkungen verbunden. MDMA hingegen ermöglicht es dem Patienten sich an den Kern des Problems heranzuarbeiten und innerhalb nur weniger Sitzungen eine langfristige Lösung zu erreichen. Es hat sich gezeigt, daß die Patienten von nur einer Dosis als Teil der Therapie langfristig profitieren.

Bisher haben die Patienten in klinischen Studien wöchentliche Therapiesitzungen durchlaufen, in denen MDMA nur zweimal verabreicht wurde, in der Regel im Abstand von 3-5 Wochen.

Warum wird MDMA nicht als Therapie der Wahl für PTBS Patienten eingesetzt?

Das ist in der Tat eine gute Frage. Aber wie Du Dir vorstellen kannst, ist die Antwort weder einfach noch befriedigend. Aber diese Frage gilt vor allem für alle Psychedelika und Entheogene gleichermaßen - warum verwenden wir sie nicht? Es gibt viele Gründe; zum einen, weil sie illegal sind. Aber warum sind sie illegal? Ist es, weil sie drohen, den fundamentalen Wahnsinn unserer Welt aufzuzeigen? Oder um Leute davon abzuhalten, mit ihrem wahren Selbst in Kontakt zu treten?

Es gibt Hinweise, daß der langfristige Gebrauch von MDMA zu kognitiven Beeinträchtigungen führen kann, obwohl Studien hierzu widersprüchlich sind. Viele Behauptungen über die Risiken sind weitgehend übertrieben worden, die wöchentliche Verwendung hoher Dosen wurde jedoch mit Aufmerksamkeitsdefiziten und einer allgemeinen Abnahme der kognitiven Funktion in Verbindung gebracht. In kontrollierten Studien und Analysen langfristiger MDMA Nutzer konnten solche Beeinträchtigungen nicht dauerhaft beobachtet werden, wenn überhaupt.

Es ist noch ein langer Weg, bevor wir erwarten können, daß MDMA wieder in der Therapie verwendet wird. Offensichtlich ist weitere Forschung erforderlich. Aber noch wichtiger ist, daß die Drogengesetze unserer Gesellschaft grundlegend auf den Kopf gestellt werden müssen, bevor wir erwarten können, eine unvoreingenommene und wahrheitsgemäße Bewertung seines Potenzials zu sehen.