Italien Nimmt Cannabis Aus Der Kategorie Der Härtesten Drogen

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Italien Nimmt Cannabis Aus Der Kategorie Der Härtesten Drogen

Italien hat gerade Cannabis neu klassifiziert - es ist nicht mehr in der gleichen Klasse wie harte Drogen wie Heroin. Dieser Schritt wird Gefängnisstrafen drastisch senken.

Italien's Verfassungsgericht hat ein Drogengesetz gekippt, das Cannabis in die gleiche Klasse wie Heroin einstufte. Das Gesetz, das im Jahr 2006 unter der Regierung von Silvio Berlusconi verabschiedet wurde, verdreifachte die Strafen für den Anbau, Verkauf und Besitz von Cannabis. Es änderte die Strafen für den Verkauf und die Produktion von Cannabis von 2-6 Jahren Gefängnis auf 6-20 Jahre.

Laut Antigone, einer Menschenrechtsgruppe für Gefängisangelegenheiten, war das Gesetz die primäre Ursache des Problems der Überbelegung in den Gefängnissen Italiens - wobei über 40% der Gefängnisinsassen wegen Drogendelikten einsaßen. Die Überfüllung der Gefängnisse in Italien war im Januar 2013 derart schlimm geworden, daß der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschied, daß hierdurch die grundlegenden Menschenrechte verletzt werden. Es gibt 62.000 Häftlinge in den Zellen, die für nur 48.000 ausgelegt sind.

Ein unrechtmäßiges Gesetz

Das Verfassungsgericht beschrieb das Gesetz, das unter Berlusconi verabschiedet worden war, als "unrechtmäßig" und das Betäubungsmittelgesetz bezüglich Cannabis wurde in den viel weniger strengen ursprünglichen Zustand zurückversetzt. "Der sogenannte Drogenkrieg, wie er in Nordamerika betrieben wurde, ist verloren und es ist an der Zeit, zu rationalen Regeln zurückkehren, die zwischen den Substanzen unterscheiden," sagte Franco Corleone, Mitglied der Gesellschaft für Vernunft, den Nachrichtenagenturen. Es wird vermutet, daß durch das Urteil rund 10.000 Gefangenen wieder freigelassen werden, da die Anklagen aufgehoben werden.

Es sollte erwähnt werden, daß tatsächlich keines der Gesetze den Konsum von Cannabis verbietet, den Besitz jedoch unter Strafe stellt.

Parteien gespalten

Das Urteil hat die dominierenden politischen Parteien in Italien gespalten. Alessia Morani, eine Parlamentsabgeordnete der demokratischen Mitte Links Partei sagte: "Das Urteil ist das letzte Wort zu einem der absurdesten Gesetze, die das Parlament in den letzten Jahren verabschiedet hat." Senator Carlo Giovanardi hingegen, einer der ursprünglichen Politiker hinter den härteren Gesetzen, beschrieb das Kippen des Gesetzes als "eine aus wissenschaftlicher Sicht verheerende Wahl und die Nachricht, die es jungen Menschen vermittelt, aussage, daß manche Drogen weniger gefährlich sind als andere."

Tatsache ist jedoch, daß manche Drogen weniger gefährlich SIND, als andere und die Durchsetzung einer Null-Toleranz-Politik der Gesellschaft mehr schadet, als gut tut. Sollten die Politiker besorgt sein, wie Drogen wahrgenommen werden, sollten sie die Menschen über das Thema unterrichten und erklären, was diese Drogen tun und warum sie schlecht sind. Das Problem ist nur, daß, wenn Leute wie Giovanardi sich wirklich mit der Wissenschaft befassen würden, sie erfahren würden, daß ihr geliebter Wein und Zigaretten viel schlimmer sind als die meisten Drogen, die sie als so gefährlich erachten.