Ist Ketamin Der Schlüssel Für Die Zukünftige Therapie Von Depression?

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Ist Ketamin Der Schlüssel Für Die Zukünftige Therapie Von Depression?

Der Kampf gegen die Depression ist hart. Glücklicherweise findet die Wissenschaft mögliche Lösungen in illegalen Substanzen, die die Gesellschaft niemals auch nur in Betracht gezogen hätte. Die neueste ist Ketamin.

Es wird geschätzt, daß eine von vier Personen eine große depressive Episode erleben wird, bevor sie das Alter von 24 Jahren erreicht hat. Es ist eine schwere Erkrankung, die die gesamte Gesellschaft durchdringt und das Leben lähmt. Zudem ist es eine Erkrankung, die notorisch schwer zu behandeln ist. Es gibt keine schnelle Lösung für Depression und sie erfordert mehr als nur "Aufmunterung". Verständlicherweise macht dies die Depression zu einem sehr bedeutsamen Gebiet für die Wissenschaft: Um besser zu verstehen, was sie verursacht und wie sie behandelt werden kann. Die jüngsten Untersuchungen zeigen, daß Ketamin oder "Special K" die Antwort sein könnte.

STRESS, DEPRESSION UND DIE VERBINDUNG ZU ÜBERERNÄHRUNG

Einer der Hauptauslöser der Depression ist chronischer Stress. Wenn man damit nicht umgehen kann, höhlt ein stressiges Leben ohne Atempause Körper und Geist aus. Das Ergebnis sind Angst und Depression, die wiederum zu übermäßigem Essen führen, damit man sich wohl fühlt. Dies wiederum, zusammen mit Stress und Depression, führt zur Hemmung der Synthese von Proteinen im Gehirn - Proteine, die für die Schaffung neuer synaptischer Verbindungen verantwortlich sind. Das Ergebnis ist eine langsamere Zellreaktion, was die Energie reduziert und den Stoffwechsel verlangsamt, was zu einer Abwärtsspirale der Depression führt.

Um die Verbindung zwischen Depression und Ernährung zu untersuchen, hat sich eine Gruppe von Wissenschaftlern gedacht, daß es gut wäre ein paar Mäusen etwas Ketamin zu geben. Bevor sie dies taten, fütterten sie die Mäuse jedoch erst für ein paar Monate mit extrem fetthaltigen Lebensmitteln. Dieses übermäßige Essen führte schließlich zu synaptischer Plastizität und beeinträchtigte den Stoffwechsel der Mäuse, was zu Anzeichen einer Depression führte.

Dann wurde den Mäusen eine niedrigen Dosis Ketamin gegeben. Es wurde festgestellt, daß die Symptome der Depression innerhalb von Stunden verschwanden. Der Grund dafür? Ketamin aktiviert den mTORC Signalweg, von dem bekannt ist, daß er die Synthese von Proteinen überwacht, die die synaptischen Verbindungen im Gehirn aufbauen. Es überwindet eines der wichtigsten bekannten Probleme der Depression, das verursacht, daß sie in einer Schleife steckt. Natürlich bedeutet dies nicht, daß es die zugrundeliegenden Probleme anspricht, wie beispielsweise die chronische Belastung, die die Depression überhaupt erst ausgelöst hat.

WAS DAS MIT DEM MENSCHEN ZU TUN HAT

Es sind allerdings nicht nur Mäuse, die einer Therapie auf Ketaminbasis unterzogen werden. Das US National Institute of Health ist so überzeugt von der bisherigen Forschung in diesem Bereich, daß es sich jetzt der Forschung am Menschen zuwendet und während ich dies hier schreibe Teilnehmer für eine Ketamin/Depression Studie rekrutiert. Ziel ist es zu beurteilen, ob Ketamin eine bereits am nächsten Tag spürbare Linderung der Symptome bewirken kann und wenn ja, wie lange dies anhält. Es dürfte faszinierend sein das Ergebnis zu sehen! Und wenn die bisherige Forschung irgendetwas zu bedeuten hat, dann sollte es ein sehr positives Ergebnis sein.

Es wird sogar vermutet, daß eine niedrige Dosis Ketamin den Patienten helfen könnte, die auf traditionelle Formen der Behandlung nicht ansprechen. Sich im "K-Loch" zu verlieren und wie seine Auswirkungen auf das menschliche Gehirn aussehen, müssen noch viel genauer erforscht werden, bevor wir sehen werden, daß Ketamin häufiger zur gängigen Behandlung von Depressionen wird. Allerdings zeigt diese Studie, daß hier ein Potenzial vorhanden ist, das eine effektive zukünftige Methode zur Behandlung von Depressionen bietet.