Indien's Fraktionschef fordert eine Ende des Cannabisverbots

Veröffentlicht :
Kategorien : BetäubungsmittelgesetzBlogCannabisWelt

Indien's Fraktionschef fordert eine Ende des Cannabisverbots

Tathagata Satpathy, Fraktionschef der indischen Regierungspartei hat in sozialen Netzwerken das Ende des Verbots von Cannabis gefordert, welches er als ein elitäres Verbot bezeichnet.

Zur positiven Überraschung des Großteils von Indien's liberaler und vorausdenkender Bevölkerung hat Tathagata Satpathy, der Fraktionschef der in Indien herrschenden BJD Partei den Konsum von Cannabis (in jungen Jahren) zugegeben und sich für ein Ende des Verbots ausgesprochen. Er erklärte seinen Anhängern in den sozialen Netzwerken sogar wie sie in seinem Wahldistrikt legal an Marihuana kommen können. Die gezeigte Transparenz und Offenheit zu diesem Thema hat bewirkt, daß seine Äußerungen sich rasant verbreiteten und nun Aufschluss über ein ansonsten gemiedenes und stigmatisiertes Thema innerhalb des Landes bringen.

Eine Kulturgeschichte des Cannabiskonsums

Indien hat eine lange historische Verbindung mit Marihuana, das in der Freizeit und religiös verwendet wurde. Seit dem UN Verbot von Cannabis und dem Beginn des von den USA geführten Krieges gegen die Drogen hat sich Indiens Verhältnis zu diesem wunderbaren Kraut jedoch drastisch verändert. Obwohl der Konsum von Marihuana weiter fortgesetzt wird, wird es nun als Domäne der unteren Kasten angesehen, wobei Alkohol jetzt das Rauschmittel der gesellschaftlichen Elite ist. Es hat zu dem geführt, was Satpathy eine elitäre Voreingenommenheit gegenüber dem Kraut nennt, was es zu einem schwierigen Thema macht die Art zu ändern wie die Regierung darüber denkt. Mit seinen eigenen Worten: "Wir sind die USA der 50er und 60er Jahre. Wir sind Möchtegerne. Die Ansichten sehen so aus, daß jemand der ein Glas Wein hält, für die Leute aussieht, als würde er zur Oberklasse gehören. Dreht man sich jedoch einen Joint, werden die Menschen ihn als "Charsi" (Drogenabhängiger) bezeichnen.

Ist eine Veränderung in Sicht?

Bei solch einem hochrangigen Mitglied des indischen Parlaments, das sich für die Legalisierung von Marihuana einsetzt, ist es wahrscheinlich sinnvoll zu fragen, ob das Thema im Parlament angeschnitten werden wird. Laut Satpathy ist es unwahrscheinlich, daß es in absehbarer Zeit legalisiert wird, es sei denn aus medizinischen Gründen. Wie man jedoch am Rest der Welt sehen kann ist es eher eine Frage des "Wann", als "Ob". Und wenn die Sache zur Sprache kommt, hat Satpathy gesagt, daß er sich dafür aussprechen wird, sollte der Parteipräsident es ihm erlauben. Und die Tatsache, daß er Fraktionschef der Partei ist bedeutet, daß er, wenn er es will, wahrscheinlich in der Lage sein wird die Mehrheit der Partei auf seine Linie zu bringen.

So oder so hören wir nicht oft Nachrichten über potenzielle Cannabisreformen aus Asien, daher ist es gut zu erfahren, daß man auch dort beginnt das Thema anzusprechen.