Grüne Politiker wollen die erste Marihuana Verkaufsstelle in Berlin eröffnen

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Grüne Politiker wollen die erste Marihuana Verkaufsstelle in Berlin eröffnen

Die Anwohner und Politiker sind sich einig: Es muß sich etwas ändern. Die Frage ist, wie man mit dem Problem umgehen soll. Mitglieder der Grünen wollen eine Marihuana Verkaufsstelle einrichten, so daß

Wenn Du in den Görlitzer Park in Berlin Kreuzberg in Deutschland gehst, kommst Du nicht weit, ohne von einem der manchmal bis zu 100 Dealer, die den Park belagern, angequatscht zu werden. "Willst Du Dope kaufen?" Und nur 20 Schritte weiter im Park hörst ein ähnliches Angebot, aber vielleicht wirst Du dann gefragt, ob Du was härteres suchst. Egal wie oft die Polizei den Platz hochgenommen hat - die Dealer (welche, die immer wieder kommen und die, die nachrücken) sind immer da und sie sind nicht immer unaufdringlich. Da spielen kleine Kinder auf der Wiese und Mütter schieben ihre Babys im Kinderwagen herum, während ein paar Meter weiter Drogendealer ihre illegalen Substanzen verticken. Und manchmal bricht die Hölle los - im August 2013 wurde einem Mann im Zuge einer Massenschlägerei ein Ohr abgeschnitten. Polizeisprecher Guido Busch sagte, daß sie allein nicht in der Lage sind, den Platz unter Kontrolle zu bekommen, denn der Park ist zu groß und es gibt zu viele Dealer und Plätze, um sich zu verstecken.

Die Anwohner und Politiker sind sich einig: Es muß sich etwas ändern. Die Frage ist, wie man mit dem Problem umgehen soll. Mitglieder der Grünen wollen eine Marihuana Verkaufsstelle einrichten, so daß die Nutzer hochwertiges Gras kaufen können, ohne sich mit den zwielichtigen und manchmal betrügerischen Dealern abgeben zu müssen, während die opponierende CDU den Park einzäunen und nachts abschließen will und sich auf die Polizei verläßt, um den öffentlichen Drogenhandel zu unterbinden. Die Grüne Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann sagte, daß sie den Verkauf kontrollieren will, weil klar zu sehen ist, daß der derzeitige Umgang mit der Situation das Problem nicht löst.

Nun, hier ist das große Hindernis: Marihuana und Haschisch sind in Deutschland komplett und ausnahmslos illegal (obwohl seit 2005 ein paar medizinische Produkte auf Rezept ausgenommen sind). Aber die Realität im Gericht sieht etwas anders aus - in vielen Bundesländern wird eine kleine Menge "geduldet" und ein Verdächtiger, der im Besitz einer Menge unterhalb dieser Grenze aufgegriffen wird, wird (häufig) nicht strafrechtlich verfolgt oder, wenn er wiederholt erwischt wird, nur mit einer Geldstrafe belegt. Wenn Du planst Deutschland zu besuchen und unbedingt was zu quarzen brauchst, informier Dich vorher ordentlich. Die meisten Bundesländer betrachten 6 Gramm als tolerabel, aber es hängt völlig von dem jeweiligen Richter und seiner Meinung und Einstellung zu Marihuana ab. Die maximale Haftstrafe für den Besitz von Marihuana ist 5 Jahre (ohne Bewährung!), sei also so diskret wie nur irgend möglich.

Es ist offensichtlich geworden, daß eine neue Drogenpolitik von Nöten ist, um dieses Problem in den Griff zu bekommen und der Plan der Grünen ist nach deutschen Standards revolutionär. Um den illegalen Drogensumpf auszutrocknen, der im Görli Park (wie die Einheimischen ihn nennen) entstanden ist, wollen sie die Dealer ihrer Geschäftsgrundlage berauben, indem sie Deutschlands allererstes Äquivalent eines "Coffee Shops" eröffnen. Bürgermeisterin Herrmann sagte, daß sie diese irreführende Bezeichnung nicht mag, weil es kein Geschäft wie ein Café wäre, wo die Menschen ihren Kaffee trinken und Joints rauchen. Sie bevorzugt den Ausdruck "Verkaufsstelle" und betonte, daß sie möchte, daß medizinisch geschultes Personal das Geschäft betreibt, um sicherzustellen, daß die Kunden richtig beraten werden, ein Mindestalter der Kunden und, wenn nötig, Sicherheitspersonal.

Timur Husein, der Bezirksverordnete der CDU ist komplett dagegen und fordert, das die Polizei tagsüber ständig präsent ist und daß der Park nachts abgeschlossen wird. Er befürchtet, daß, wenn der Antrag der Grünen angenommen wird, es noch schlimmer werden könnte, da Drogentouristen aus der ganzen Welt sich eingeladen fühlen könnten.

Polizeisprecher Guido Busch äußerte auch Zweifel an der Idee, weil die Dealer von Marihuana auf härtere Drogen umsatteln könnten oder sich dann eben einfach einen anderen Park aussuchen.

Aber Bürgermeisterin Herrmann hat eine Antwort auf diese Zweifel. Sie will Marihuana Verkaufsstellen in jedem Berliner Bezirk und erwähnte eine schwer zu widerlegende Tatsache: Marihuana, das vom Staat angebaut und vertrieben würde, hätte eine gleichbleibend hohe Qualität, die die illegalen Dealer nicht liefern können. Außerdem will sie Sozialarbeiter in das Programm einbinden. Allerdings gibt es da eine Sache, bei der sie sich nicht sicher ist. Wie werden die, die durch den Verkauf illegalen Marihuanas ihr Geld machen, reagieren? Aber sie hat große Hoffnungen und ist nicht bereit aufzugeben, bevor sie es überhaupt versucht haben.

2014 könnte beim Bundesamt für Arzneimittel eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden.

Dies ist zwar noch weit von den Maßnahmen in Bezug auf die Legalisierung weicher Drogen entfernt, wie wir sie in den USA sehen, aber es scheint, daß auch deutsche Politiker endlich erkennen, daß sich etwas ändern muß ...