Bericht aus den Vereinigten Königreich: Harte Gesetze stoppen Drogenkonsum nicht

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Bericht aus den Vereinigten Königreich: Harte Gesetze stoppen Drogenkonsum nicht

In einem bahnbrechenden Bericht hat das britische Innenministerium zugegeben, daß es keine Verbindung zwischen harten Strafen und dem Niveau des Drogenkonsums gibt - zum ersten Mal in mehr als 40 Jahren. Ist Großbritannien bereit dazu, das Verbot zu beend

In einem von dem britischen Innenministerium veröffentlichten neuen Bericht wurde festgestellt, daß es keine "offensichtliche Verbindung" zwischen der Härte der Drogengesetzgebung und der Höhe des Drogenkonsums gibt. Er kommt wie gerufen, da das Unterhaus - die erste Stufe des britischen Parlaments - zum ersten Mal in mehr als einer Generation eine Debatte über die Gesetzgebung in der Drogenpolitik beginnt.

Der Bericht, den sie nicht wollten

Obwohl der Bericht aus dem Innenministerium selbst stammt, wird er wie eine unerwünschte Belästigung behandelt. Er hat innerhalb der Abteilung und der Regierung als Ganzes zu einer ziemlichen Spaltung geführt. Daher saß man die letzten 3 Monate auf den Ergebnissen des Berichts - was zu Spekulationen führte, ob die Ergebnisse politisch unbequem sind. Die offizielle Linie des Innenministeriums ist, daß ihre aktuelle Drogenpolitik funktioniert und daß keine Notwendigkeit zur Veränderung besteht. Die Tatsache, daß in ihrem Bericht das Gegenteil festgestellt wurde ist ein sehr großer Rückschlag für sie.

Die Ergebnisse

Man kam zu den Ergebnissen des Berichts durch die Analyse der Ansätze für die Drogenpolitik von 13 anderen Ländern, die von keinerlei Toleranz bis hin zur Entkriminalisierung reichen. Es wurde festgestellt, daß es bei der Gesundheit der Drogenkonsumenten in Portugal, wo der Drogenkonsum im Jahr 2001 zu einem gesundheitlichen Problem wurde und nicht zu einem Verbrechen, zu einer "wesentlichen Verbesserung" kam.

Obwohl wir gegen das Innenministerium wettern, hat nicht jeder den Kopf in den Sand gesteckt. Norman Baker, Minister für das Innenministerium hat gesagt, daß die Ergebnisse die "geistlose Rhetorik" um den Drogenkonsum in Großbritannien beenden sollten und helfen, das Problem auf die Gesundheit zu konzentrieren, anstatt es zu einem Verbrechen zu machen.

Ein historischer Moment - Drogenpolitik steht zur Debatte

Obwohl unbequem für die von den Konservativen geführte Koalition, ist der Bericht sicherlich ein großer Schritt nach vorn für diejenigen, die den persönlichen Besitz von Drogen in Großbritannien entkriminalisiert sehen wollen. Danny Kushlick, Gründer von Transform hat den Bericht begrüßt und erklärte: "Die Entkriminalisierung des Drogenbesitzes erhöht die Konsumraten nicht."

Wenn Du uns fragst, hätte der Bericht tatsächlich zu keinem besseren Zeitpunkt veröffentlicht werden können. Dank einer Petition, die von der "Grünen" Parlamentsabgeordneten Caroline Lucas gestartet und von Russell Brand gefördert wurde, wird das Unterhaus des Parlaments eine Drogenpolitik debattieren, die auf Beweisen statt Vorurteilen basiert - und die "dafür" Seite hat gerade einen Haufen Munition bekommen! Wäre der Bericht vor 3 Monaten veröffentlicht worden, wäre er wahrscheinlich im Sande verlaufen; aber wegen der Nähe zu der Debatte und die Kontroverse warum er so lange zurückgehalten wurde, hat in der Öffentlichkeit Wellen geschlagen und steht jetzt im Fokus der Diskussion.

Ist das Innenministerium bereit endlich erwachsen zu werden? Es sieht nicht so aus

Auch wenn die Dinge für Großbritannien gut aussehen, muß ein wichtiger symbolischer erster Schritt gemacht werden, denn das Innenministerium ist darauf vorbereitet weiterhin das eigensinnige Kind zu spielen und zu bocken. Statt mit der Zeit zu gehen, wollen sie uns alle wieder zurück in die Steinzeit bringen. In einem separaten Bericht des Innenministeriums wird das generelle Verbot aller psychoaktiven Substanzen gefordert, mit Ausnahme von bestimmten Dingen wie Alkohol und Tabak (schon seltsam oder?). Von diesem Bericht möchte das Innenministerium, daß er vorangebracht wird, in der Hoffnung mit einem solchen Schritt gegen die Legal Highs und die Leichtigkeit vorzugehen, mit der sie verändert und hergestellt werden können.

Für die Sicherheit der Drogenkonsumenten in ganz Großbritannien hoffen wir, daß der positive Bericht und die Debatte eine Veränderung zum Besseren entfachen können.