UN Scheitert Daran Drogenpolitikreform Anzufachen

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UN Scheitert Daran Drogenpolitikreform Anzufachen

Drogen sind ein Thema, das nicht von der Stelle kommt. Anstatt sich zu bewegen und das Problem anzugehen, hat die UNO beschlossen, den Kopf in den Sand zu stecken.

Es ist eine unbestreitbare Dynamik hinter der Bewegung, die eine Reform der Drogenpolitik sehen möchte - man muss sich nur ansehen, welche Revolution Cannabis durchmacht. Die Wissenschaft zeigt, dass der Schwerpunkt auf Schadensminderung vor einem Fokus auf Strafverfolgung am besten funktioniert, wenn es um Drogen geht. Es ist dieses Wissen, das sich langsam, aber sicher verbreitet, wobei mehr und mehr prominente Persönlichkeiten, sowie größere Teile der Öffentlichkeit als Ganzes, sich dafür ausprechen, dass die Drogengesetze neu bewertet werden müssen. Trotzdem scheint sich die UN an die alten Denkweisen klammern zu wollen, denn die jüngste UN-Sondersitzung der Generalversammlung (UNGASS) scheitert daran irgendeine sinnvolle Änderung anzukurbeln.

Für viele ist die Nachricht eine große Enttäuschung. Es ist eine verpasste Gelegenheit und Chance für die Welt, sich zusammenzuschließen und die Totenglocke für den Krieg gegen die Drogen zu läuten. Statt einer großen Debatte unter Einbeziehung der UNO Vollversammlung, nahmen Schlüsselpersonen des öffentlichen Lebens, Wissenschaftler und Spezialisten der Sonderversammlung ein neues Ergebnisdokument innerhalb von erschreckenden 2 Minuten an. Keine Diskussion, keine Einwände, nur eine neue, leicht veränderte Position, vorgegeben durch einige wenige Auserwählte, bevor die Sitzung stattfand. Demokratie vom Feinsten ...

In dem Dokument werden Ansätze zur Begrenzung des Schadens, der durch die Kriminalisierung von Drogenkonsumenten verursacht wurde oder die Menschenrechtsverletzungen, die häufig daraus resultieren, weder erwähnt oder anerkannt. Auch geht das Dokument nicht auf die barbarischen Handlungen ein, die im Namen des Verbots vollzogen werden, wie zum Beispiel der international illegale Akt der Hinrichtung von Drogenkonsumenten.

Das einzige, was UNGASS erreicht hat, ist zu zeigen, wie weltfremd die höheren Ränge der Weltregierung sind. Die vorsätzliche Ignoranz, die sich in dem besagten Dokument zeigt, stellt die gesamte Versammlung in Frage; befriedigt oder getäuscht hat sie sicherlich niemanden.

DIE WELT ERGREIFT DAS WORT

Trotz der Tatsache, dass die Politiker der UN scheinbar völlig ahnungslos von dem sind, was in der Welt geschieht, sind wichtige Schlüsselindustrie- und Weltführer es nicht. Eine Reihe von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens hat das Ergebnis der Versammlung in mehreren Pressekonferenzen verurteilt. Tatsächlich haben die Führer der Weltkommission für Drogenpolitik die Ergebnisse scharf kritisiert und gesagt, dass es ein völliger Fehlschlag ist, was irgendeine Verbesserung der internationalen Drogenpolitik angeht.

Ruth Dreifuss, ehemalige Präsidentin der Schweiz, sagte: "Wir erwarten nicht viel von UNGASS. In diesem Sinne, ist unsere Bestimmung, was die Realität ist: Dass die Weltgemeinschaft nicht bereit oder willens ist, eine Änderung in der Politik vorzunehmen, die unbedingt notwendig ist."

Richard Branson, der mehrere Milliardären schwere Geschäftsmann und Reformbefürworter, verwarf das Ergebnis als "viel Gerede ohne viel Substanz" und "fernab von sich häufenden Beweisen und der öffentlichen Meinung."

Es ist eine Haltung, die viele einnehmen, darunter die ehemaligen Präsidenten von Mexiko und Kolumbien, sowie ein ehemaliger stellvertretender Premierminister von Großbritannien. Natürlich waren wissenschaftliche Think Tanks, Politikberater und Gesundheitsexperten empört, wobei die Beckley Foundation einen offenen Brief veröffentlicht hat, den die Menschen ausdrucken und Politikern aus Protest schicken können.

EIN SCHWACHPUNKT IM INTERNATIONALEN RECHT

Ein weiteres großes und möglicherweise unbeabsichtigtes Ergebnis der fehlenden Bereitschaft der Vereinten Nationen etwas zu tun, ist die Unterminierung des internationalen Rechts. Ob die UN bereit ist, eine Veränderung vorzunehmen oder nicht, sie findet statt. Immer mehr Länder beginnen mit der Liberalisierung der Drogengesetze zu experimentieren und das ist ein Schlag in das Gesicht der internationalen Konvention - was ihre Bedeutung in Frage stellt.

Louise Arbour, ehemalige Richterin des kanadischen Obersten Gerichtshofs und ehemalige Hohe Kommissarin der UN für Menschenrechte, hat gesagt, dass das Ergebnis der UNGASS den Ländern nur wenige Optionen lässt. Sie können entweder die Konventionen ablehnen, die internationale Drogengesetze bestimmen, was "ein sehr ernster Schritt wäre, der andere Länder ermutigen könnte sich von anderen internationalen Verpflichtungen loszusagen" oder aber, dass sie "so tun würden, als würden sie in Übereinstimmung mit ihnen handeln, doch wir wüssten, dass dem nicht so wäre."

Weiterhin sagte sie, dass die Entscheidung der Vereinten Nationen die Mitgliedstaaten weiterhin an die aktuelle regressive Politik zu binden, "eine ziemlich ernüchternde Aussage für Leute wie mich ist, die immer in gesetzlichen Systemen gearbeitet haben."

ES IST NICHT DAS ENDE ALLER DINGE

Trotz der Tatsache, dass die Vereinten Nationen zu starr scheinen, um eine Änderung vorzunehmen, findet sie in der Welt eindeutig statt, daher können wir Mut fassen, in dem Wissen, dass eine Änderung voranschreitet, die nicht gestoppt werden kann. Die Welt wird nie drogenfrei sein; ist sie nie gewesen und es wäre töricht es auch nur anzunehmen - wenn es überhaupt etwas gemacht hat, dann hat das Verbot die Situation noch verschlimmert! An einem gewissen Punkt wird das Zünglein an der Waage entscheiden und dann wird der Teil der Gesellschaft, der weiterhin fest auf seinen konservativen Ansichten beharrt, gar keine andere Wahl mehr haben, als sich zu ändern. Getragen wird das Ganze von konkreten wissenschaftlichen Beweisen, die wir in einem wachsenden Berg von positiven Studien sehen - besonders dort, wo es um Sachen wie Cannabis, Pilze und LSD geht.

Es scheint, dass die Drogenrevolution nicht von den Leuten in hohen Ämtern ausgehen wird, stattdessen müssen die Menschen selbst sie geschehen lassen - wie es der Fall war, wo die Reform bereits stattgefunden hat. Man muss sich nur die USA ansehen, wo die Legalisierung von Cannabis weitgehend das Ergebnis öffentlicher Kampagnen gewesen ist. Es kann der Fall vorliegen, dass die Machthaber ein nur zu ureigenstes Interesse daran haben, dass das Verbot aufrechterhalten wird und es wird den normalen Leuten obliegen, denen nur die Gesellschaft am Herzen liegt, diesen Schritt zu machen.

Unabhängig davon schreit die Welt nach einer Reform der Drogenpolitik, wobei ihre Stimme mit jedem Tag, jeder wissenschaftlichen Studie und jedem Bericht über die sozialen Auswirkungen des Krieges gegen die Drogen immer lauter wird. Wenn die UNO sich nicht anpassen kann, wird sie ins Hintertreffen geraten.

 

         
  Josh  

Geschrieben von: Josh
Autor, Psychonaut und Cannabis-Liebhaber, Josh ist Zamnesias betriebsinterner Experte. Er verbringt seine Tage draußen in der Natur, wobei er in die verborgenen Tiefen aller Dinge eintaucht, die psychoaktiver Natur sind.

 
 
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