Die stillen Helden der psychedelischen Forschung

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Die stillen Helden der psychedelischen Forschung

Wirf einen Blick in die Welt der psychedelischen Wissenschaft und die Menschen, die daran arbeiten, die auf Psychedelika gestützte Therapie zu verwirklichen.

In den letzten Jahren hat die Forschung, die die potenziellen therapeutischen Nutzen von Halluzinogenen untersucht, wieder an Fahrt aufgenommen. Wir haben Amanda Feilding und der Beckley Stiftung dafür zu danken, die dafür gekämpft haben, trotz der vielen Schwierigkeiten und Steine, die man ihnen in den Weg gelegt hat. Ohne ihre unermüdliche Arbeit hätte die Idee, daß Drogen wie Zauberpilze und LSD nicht nur sicher verwendet werden, sondern auch von Nutzen sein können, nie das Licht der Welt erblickt. Wir schulden ihnen eine Menge, also ist es an der Zeit sie ein wenig bekannter zu machen.

Amanda Feilding, die Gräfin von Wemyss und March, hat eine lange Beziehung mit Psychedelika. Es war in den 1960er Jahren, als sie in ihren frühen 20ern war, daß sie sie zum ersten Mal versuchte und damit fortfuhr, bis sie verboten wurden. "Es war eine Tragödie, [...] Ann Shulgin (Pionierin der Psychedelika und Witwe von Alexander Shulgin) ist ein großer Freund. Sie sagte, daß sie an dem Tag, als sie hörten, daß sie LSD oder MDMA nicht mehr für ihre Forschung nutzen konnten, um den Verlust für die Patienten weinten. Sie wußten um den wirklichen Wert dieser Substanzen in so vielen Bereichen zu helfen, die ansonsten nicht behandelbar scheinen."

Seitdem hat Amanda unermüdlich daran gearbeitet diese Ungerechtigkeit rückgängig zu machen, zunächst als Künstlerin und später durch ihre Schirmherrschaft an der Beckley Stiftung. Obwohl sie selbst kein Wissenschaftler ist, ist sie eine Gräfin und ihre Linie kann direkt bis hin zu Charles II verfolgt werden, was bedeutet, daß sie maßgeblichen Einfluss hat.

Amanda Feilding

Amanda Feilding

Durch die Erfindung des MRI-Scanners angespornt, gründete Amanda Feilding die Beckley Stiftung, ein wissenschaftliches Institut, das dem besseren Verständnis der Drogen und wie sie zum Wohle aller verwendet werden können gewidmet ist - so daß potenzielle Schäden reduziert werden können. "Ich hatte diese Ideen in der Kunst erforscht, doch niemand nimmt Notiz von der Kunst, also ist es egal was man sagt. Die neuen Techniken haben dazu geführt, daß es endlich, wenn auch nur vage, möglich ist zu messen, was tatsächlich im Gehirn vorgeht. Ich erkannte, daß ich mit der Wissenschaft mehr Einfluss ausüben könnte."

Bestehend aus einer kleinen Gruppe von engagierten Wissenschaftlern, wird die Beckley Stiftung heute als eine der führenden Autoritäten im Bereich der psychedelischen Drogen angesehen und arbeitet regelmäßig mit Professor David Nutt zusammen, dem ehemaligen leitenden Drogenberater für Großbritannien und Dr. Robin Carhart-Harris, der vor kurzem die erste bildgebende Untersuchung des Gehirns auf LSD abgeschlossen hat.

"Es sind gute Zeiten", sagte Carhart-Harrisund fuhr fort mit den Worten "Wir fühlen uns, als hätten wir unser Geld auf das richtige Pferd gesetzt. Nichts davon wäre ohne Amanda und die Beckley Stiftung möglich gewesen. Wir sind dabei eine klinische Studie zu beginnen, wie mit Psilocybin Depressionen behandelt werden können, was sich ziemlich geschichtsträchtig anfühlt. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, daß Depression dabei ist zu einer der weltweit führenden Erkrankungen zu werden. Angesichts der Größenordnung dieses Problems gibt es ein großes Potenzial, daß Psilocybin und vielleicht auch andere Psychedelika eine große Hilfe sein werden. Andere Forscher untersuchen Psilocybin als Therapie bei Alkoholabhängigkeit oder Nikotinsucht. Und seit kurzem gibt es auch den Bereich der Angst bei tödlichen Erkrankungen im Endstadium."

Trotz der fortdauernden Erfolge der Stiftung hat Amanda Feilding gezögert selbst ins Rampenlicht zu treten. Dies liegt weitgehend an ihrem Mangel an wissenschaftlichen Qualifikationen und der Sorge, daß sie die Arbeit der Stiftung aussehen lassen könnte, als wäre sie die eines aristokratischen Hippies. Wenn uns fragst hat sie aber nichts zu befürchten. Der Stein ist jetzt ins Rollen gekommen und die von ihr ermöglichte Forschung hat dazu beigetragen, daß weltweit neue und interessante wissenschaftliche Experimente durchgeführt werden.

Amanda Feilding ist der Schutzpatron der modernen psychedelischen Forschung und wir verdanken ihr eine Menge. Ohne sie und die fleißigen Wissenschaftler der Beckley Stiftung wäre der wissenschaftliche Bereich der psychedelischen Forschung nicht das, was er heute ist. Also, Hut ab vor allen von ihnen!

Den ganzen Artikel über das Leben von Amanda Feilding und ihre Arbeit kannst Du im Guardian nachlesen.