Der Papst will in Bolivien Kokablätter kauen

Veröffentlicht :
Kategorien : Blog

Der Papst will in Bolivien Kokablätter kauen

In einem eher unerwarteten, aber nicht weniger coolen Schritt hat Papst Franziskus angefragt, ob er während seiner Reise nach Bolivien Kokablätter kauen kann.

Wenn es um die Kirche geht, verbinden die meisten Leute sie mit einer sehr konservativen Ansicht und Haltung zu so ziemlich allem, einschließlich Drogen und allem, was damit zu tun hat. Allerdings hat Papst Franziskus sich oft gegen den Trend gestellt und überraschte die Welt mit seinen etwas progressiveren Ansichten. Seine etwas einzelgängerischen Natur folgend, hat er darum gebeten während seiner Reise nach Bolivien Kokablätter zu kauen - wobei Koka die Pflanze ist, aus der Kokain hergestellt wird.

Obwohl Kokablätter in weiten Teilen der Welt verboten sind, bleiben sie in Bolivien legal und ein fester Bestandteil der lokalen Kultur und den anderen Andenländern. Tatsächlich ist es nur ein paar Jahre her, daß die bolivianische Regierung erfolgreich eine Petition bei der UN einreichte, um eine Sondererlaubnis für den Anbau von Koka innerhalb der Grenzen Boliviens zu erhalten. Viele Menschen, darunter Boliviens Präsident, verteidigen die Verwendung der Kokablätter und halten sie für eine heilige Pflanze.

Der Höhe ein Schnippchen schlagen

Einer der Gründe, warum Kokablätter so hohes Ansehen geniessen ist, daß sie die Fähigkeit haben die Höhenkrankheit zu reduzieren. Es ist eine Verwendung der Blätter, die seit Jahrhunderten besteht. Dies ist wahrscheinlich der Hauptgrund für Papst Franziskus' Nachsicht; allerdings fragte der Papst erst danach Kokablätter kauen zu wollen, nachdem Kulturminister Marko Machicao dem Papst Kokatee anbot.

Coca

Vor ein paar Jahrzehnten befand die UN, daß das Kauen von Kokablättern keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit hat, auch wenn die Ergebnisse unter dem Druck der USA unter Verschluss gehalten wurden.

Nun ist es zwar sehr unwahrscheinlich, daß der Papst high wird, doch es ist durchaus eine coole Überraschung zu sehen, daß er ausdrücklich anfordert eine lokale Gewohnheit anzunehmen, vor allem eine, die in den meisten Ländern verboten ist und so eng mit Drogen in Verbindung steht.