Cannabis ist die beliebteste Droge in der EU

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Cannabis ist die beliebteste Droge in der EU

Der europäische Drogenbericht ist da und er zeigt ein paar ziemlich interessante Erkenntnisse.

Der jüngste Bericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) ist soeben erschienen und umreißt die aktuelle Drogenlage in den Mitgliedsländern der EU. Die Ergebnisse sind nicht unbedingt überraschend, aber dennoch ziemlich interessant.

Was ist am interessantesten ist, sind die Daten, die Cannabis und Opiate betreffen.

Cannabis

Laut dem Bericht ist Cannabis weiterhin die beliebteste Droge in der EU, wobei 23,3% der Menschen im Alter von 16-64 Jahren angeben, daß sie es mindestens einmal in ihrem Leben konsumiert haben. Zudem wird angeführt, daß der Konsum zunehme und das Angebot größer ist als je zuvor - was hervorhebt, daß der Krieg gegen die Drogen und die gegenwärtige Politik, ihren Konsum einzudämmen, gescheitert sind.

Heroin

Eher erfreulich, wird in den Bericht festgestellt, daß der Konsum von Heroin in der EU gering ausfällt, wobei es schätzungsweise 1,3 Millionen Nutzer in der gesamten EU gibt (eine ziemlich kleine Zahl angesichts der Population in Europa). Was auch toll war zu hören, ist, daß die Menge der Menschen, die Heroin konsumiert, ebenfalls rückläufig zu sein scheint. Die Menge der Menschen, die wegen ihres Opiatkonsums um Behandlung nachsuchten, belief sich 2013 auf 175.000. Das sind nur halb so viele wie noch 2007. Trotzdem stehen Heroin und andere Opiate noch immer am ehesten mit Drogentoten in Verbindung.

Kokain

Der Bericht stellte fest, daß Kokain die am zweitweitesten verbreitete Droge in der EU ist und vor allem als Wochenenddroge oder im Urlaub genutzt wurde. Schätzungsweise 4,6% der Bevölkerung haben Kokain mindestens einmal konsumiert.

Ecstasy

Wie Kokain gilt Ecstasy als Partydroge, die oft von Discobesuchern am Wochenende verwendet wird. 36% der Menschen sagen, daß sie mindestens einmal in ihrem Leben Ecstasy genommen haben.

Amphetamine

3,5% der Menschen sagen, daß sie mindestens einmal in ihrem Leben Amphetamine genommen haben. Obwohl der Bericht erwähnt, daß die meisten Amphetamine im Inland verwendet werden, wurde eine erhebliche Menge auch für den Export nach außerhalb der EU produziert.

Diese Informationen sind nicht gerade eine Offenbarung, aber sie sind sicherlich interessant und die Tatsache, daß alles aufgezeichnet wird ist toll. Es gibt uns ein klares Verständnis über die Konsumtrends und es kann helfen aufzuzeigen, wie fürchterlich der Krieg gegen die Drogen gescheitert ist.

- UPDATE -

Seit der Erstellung dieses Artikels wurde der EU Ausschuss für "Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres" einberufen, um den Bericht unter Führung von Wolfgang Götz, des Leiters der EBDD zu diskutieren. Jeder Punkt wurde ausführlich diskutiert, wobei Götz die meisten Ergebnisse als positiv bewertete. Als es um Cannabis ging, erkannte Götz die umfassende Legalisierung an, die durch die USA fegt und sagte, dies sei von großem Interesse für die EU. In der EU entfallen von den 1,25 Millionen der jährlichen Drogendelikte 80% aller Drogensicherstellungen und 60% der Festnahmen für den persönlichen Gebrauch auf Cannabis.

Es ist eindeutig ein Problem, daher hat Götz angedeutet, daß es an der Zeit ist, daß die EU den Schwerpunkt von einer Politik der Ideologie hin zu einer der rationalen Wissenschaft verschieben muss und daß der Umgang mit Drogen sich verändern muss. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen 2016 über Drogen nähert sich schnell, daher fordert Götz die EU auf aufzustehen und wissenschaftliche Beweise beizubringen und sie als Grundlage für die politische Diskussion und Entscheidungsfindung zu verwenden. Mit seinen eigenen Worten: "Meine Damen und Herren, ich bin zutiefst davon überzeugt, daß wir in der Zukunft, in Europa und auf internationaler Ebene, für einen effektiveren Ansatz in der Drogenpolitik, mehr Vertrauen in Beweise haben müssen."

** SEAN - VIDEO LINK - http://www.europarl.europa.eu/news/en/news-room/content/20150611IPR65732/html/Committee-on-Civil-Liberties-Justice-and-Home-Affairs-meeting-17062015 **