Barcelona erläßt 1-jähriges Verbot für neue Cannabis Clubs

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Barcelona erläßt 1-jähriges Verbot für neue Cannabis Clubs

In dem Bemühen gegen Barcelona's wachsende Schar von Cannabis Clubs vorzugehen, erklärte die Stadtverwaltung, daß es für ein Jahr nicht erlaubt wäre, neue Clubs in der Stadt zu eröffnen.

Diese kurze Atempause von neuen "Kifferstuben" gibt der Ratsversammlung Zeit, um Pläne für strengere Vorschriften auszuarbeiten. In diesen Regelungen werden Schlüsselbereiche angesprochen, wie beispielsweise die Lüftungsanlagen in Clubs, sowie die Gewährleistung, daß die Clubs weit genug von Schulen und Gesundheitszentren entfernt sind. Unter Mitwirkung von medizinischen und pharmazeutischen Experten wird der Rat darauf abzielen, Druck auf die Clubs auszuüben, die skrupellos und gegen das Gesetz handeln.

Derzeit gibt es in den belebten Straßen von Barcelona 160 Cannabis Clubs. Der Rat sieht das Verbot nicht nur als notwendig an, sondern auch als eine Möglichkeit die Verbreitung der Clubs einzudämmen. Barcelona hat sich in das verwandelt, was viele als das "Amsterdam des Südens" bezeichnet haben. Die Stadt hat zudem einen Tourismusboom erlebt, da die Urlauber auf der Suche nach einem legalen Rausch sind. In der katalanischen Hauptstadt einen Cannabis Club zu öffnen ist (oder besser gesagt, war) bemerkenswert einfach. Der Eigentümer muß ihn lediglich als Verein registrieren, verschiedenen Bedingungen zustimmen und diese Informationen dann an die örtlichen Behörden weiterleiten - das war's schon! Jetzt wo der Rat die Muskeln spielen läßt, sind die Tage der "sprießenden Geräteschuppen" sehr wahrscheinlich vorbei. Genutzte Schlupflöcher, wie etwa den Club als gemeinnützigen Verein zu betreiben, Marihuana anzubauen und zu vermarkten, wird ohne Zweifel ebenso ein Ende finden wie der Cannabis Handel auf dem Schwarzmarkt.

Diese Vergehen haben die Stadtverwaltung aufgefordert, zu handeln, trotz der traditionellen Toleranz gegenüber den Clubs, die "auf Linie" geblieben sind. Laut einem Bloomberg Artikel wurden von der Polizei in Barcelona bisher mindestens vier Clubs wegen angeblicher Verstöße geschlossen, darunter der Verkauf an Minderjährige, Drogenhandel und das Anbieten der Mitgliedschaft an Passanten. Barcelona's stellvertretender Bürgermeister Joaquim Forn sagte (sehr zur Unterstützung der direkten Vorgehensweise der Polizei): "Wir können es nicht erlauben, daß es da welche gibt, die, in der Gestalt eines Unternehmens, die Koexistenz, Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen bedrohen." Weiterhin drückte er seine mit der Regierung geteilte Sorge um die Gesundheit der Menschen aus, die sich entscheiden an solchen Aktivitäten teilzunehmen, wobei er "die Wirkung von Drogen auf junge Menschen" betonte. Patricia Amiguet vom Verband der Vereine der katalanischen Cannabiskonsumenten brachte ihre Meinung so zum Ausdruck: "Wir brauchen mehr Regulierung, die Verbreitung der Clubs korrumpiert tatsächlich das System. Die Menschen haben einen Weg gefunden, Geld zu machen."

Doch mit dem Druck der jetzt auf sie ausgeübt wird, steht die Zukunft der "Cannabis Social Clubs" so ziemlich auf der Kippe. Strengere Regeln und Vorschriften könnten das Ende für etliche Etablissements einläuten, bevor sie überhaupt die Chance hatten die Türen zu öffnen.