Wie Cannabis Paranoia verursacht - Warum diese Studie zutiefst fehlerhaft ist

Veröffentlicht :
Kategorien : Blog

Wie Cannabis Paranoia verursacht - Warum diese Studie zutiefst fehlerhaft ist

Soeben wurde eine neue Studie veröffentlicht, die den Konsum von Cannabis direkt mit Paranoia verbindet. So bedeutsam sie sein mögen, ist bei diesen Ergebnissen gesunde Skepsis geboten, da sie einen ziemlich großen Fehler enthalten.

Eventuell bist Du über den Artikel im The Guardian und der BBC gestolpert, in dem über die Ergebnisse einer Studie berichtet wird, in der Wissenschaftler anscheinend einen Zusammenhang zwischen Cannabis und Paranoia gefunden haben (wollen). In der Studie, die in diesem Monat im Oxford Journals veröffentlicht wurde, wird beschrieben, daß sie bewiesen haben, daß Cannabis paranoide Gedanken verursacht und die Medien sprangen begierig auf diesen "Cannabis verdoppelt das Risiko von Paranoia" Zug auf. Allerdings beruhen diese Feststellungen auf einer fehlerhaften Studie.

Eine Paranoia Studie mit paranoiden Menschen

Um das Experiment durchzuführen, rekrutierten Wissenschaftler der Universität von Oxford 121 Freiwillige, die zuvor mindestens einmal Cannabis verwendet und von paranoiden Gedanken innerhalb des letzten Monats berichtet hatten. Die Freiwilligen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Der einen wurde eine Injektion von 1,5mg reinem THC verabreicht, während der anderen ein Placebo gegeben wurde. Die Teilnehmer wurden dann einer Reihe von Tests unterzogen, um paranoide Gedanken zu erzeugen.

Es wurde festgestellt, daß 50% der THC Gruppe Anzeichen von Paranoia zeigte, während es in der Placebo Gruppe nur 30% waren. Diejenigen, die THC bekommen hatten, zeigten Anzeichen von Angst, schlechtere Stimmung und negative Gedanken - alles Symptome, für die Cannabis regelmäßig als Behandlung herangezogen wird! Ein wichtiges Ergebnis, würden manche sagen.

THC ist nicht gleich Cannabis

Es ist ziemlich offensichtlich, aber was die meisten Nachrichtenagenturen versäumen zu erwähnen, ist: THC ist nicht gleich Cannabis. Natürlich ist THC die bekannteste Verbindung in Cannabis, doch die Pflanze enthält eine breite Palette von weiteren Cannabinoiden, die die Wirkung von THC beeinflussen. Zum Beispiel ist Cannabidiol (CBD) das zweithäufigste Cannabinoid nach THC und was diese Studie nicht berücksichtigt, ist, daß CBD die Wirkungen von THC nachweislich reguliert und dämpft, einschließlich der Fähigkeit, Gefühle von Paranoia und Angst zu verursachen. Ein weiteres Beispiel für ein Cannabinoid, das das Gefühl der Paranoia reduziert ist CBN (Cannabinol), von dem sich gezeigt hat, daß es eine beruhigende und entspannende Wirkung hat. Es ist die Kombination der verschiedenen Cannabinoide auf verschiedenen Ebenen, die es möglich machen, daß verschiedene Sorten Cannabis alles sein können; von erhebend und anregend, bis hin zu beruhigend und entspannend. Und ganz ehrlich - wer geht schon so weit und spritzt sich reines THC in die Blutbahn?

Die zweite Schwachstelle betrifft die Auswahl der Teilnehmer. Alle Teilnehmer haben berichtet, daß sie bereits davor paranoide Gedanken hatten, was die Richtung des Ergebnisses offensichtlich verzerrt. Wenn diese Studie überhaupt etwas zeigt, dann ist es, daß Menschen mit bereits bestehenden Paranoiaproblemen dazu neigen, nach der Injektion von reinem THC eher Paranoia zu erleben. Aber diese Feststellung kann man nicht in "Cannabis verdoppelt das Risiko von Paranoia" übersetzen.

comments powered by Disqus