Marihuana Verstärkt 'Gehrinrauschen' - Warum Diese Neueste Studie Fehlerhaft Ist

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Marihuana Verstärkt 'Gehrinrauschen' - Warum Diese Neueste Studie Fehlerhaft Ist

Die rechten Medien sind wieder zu Werke und versuchen der wachsenden Unterstützung für legales Marihuana durch Angstmacherei zu schaden. Dieses Mal heißt es, daß ein halber Joint eine psychoseartige Wirkungen haben könnte. Hier der Grund, warum das falsch ist

Laut neuen Berichten solcher Medien wie der Daily Mail, kann bereits ein halber Joint genug zufällige neuronale Aktivität im Gehirn auslösen, die mit Symptomen einer Schizophrenie vergleichbar ist. Diese Nachricht basiert auf einer neuen Studie der Yale University, die ergab, daß die Injektion reinen THCs "in Dosen, die ungefähr einem halben oder einzelnen Joint entsprechen, beim Menschen eine psychoseartige Wirkung und erhöhtes neuronales Rauschen bewirkt".

Nicht nur das, der Herausgeber der Zeitschrift, in der es veröffentlicht wurde, ging so weit zu sagen, daß diese Studie ein instrumentaler Teil der Beurteilung der Debatte über die Legalisierung sei.

DIE MÄNGEL

Lass uns damit anfangen, daß wir nicht an den tatsächlichen Ergebnissen der Studie zweifeln. Es besteht eine gute Chance, daß die Injektion von reinem THC, selbst wenn es nur der Gegenwert eines halben Joints ist, das Gehirn zu einem beispiellosen Niveau neuronaler Aktivität anregen kann - zu Lasten des Nutzers. Doch was die meisten Sensationsnachrichtenagenturen offensichtlich bereit sind zu ignorieren, ist die Tatsache, daß dies in keinster Weise relevant oder auf den tatsächlichen Cannabiskonsum übertragbar ist.

Der Hauptfehler dieser Studie ist, daß absolut niemand sich jemals reines THC oder ein Hanfderivat spritzen würde.

REINES THC? GEHT'S NOCH!?

Lass uns zunächst einen ersten Blick auf den ersten Teil des Fehlers werfen. Niemand verwendet jemals reines THC in irgendeiner Form. Cannabis enthält etwa 111 Cannabinoide und eine Vielzahl von anderen Verbindungen, die allsamt beeinflussen, wie Cannabinoide mit dem Körper interagieren. Viele von ihnen, wie CBD, regulieren die Wirkungen und wirken denen von THC entgegen, was für einen angenehmen Rausch sorgt, ohne diesen (erfundenen) "Kifferwahnsinn". Auch Hanfextrakte, die hergestellt wurden, um einen extrem starken Gehalt an THC aufzuweisen, kommen noch nicht einmal in der Nähe von totaler Reinheit und enthalten immer ausgleichende Inhaltsstoffe.

Zu behaupten, daß jeder, der Cannabis konsumiert, die gleiche Art neuronaler Reaktion durchläuft, wie in dieser Studie, ist nicht nur fehlgeleitet, sondern auch unverantwortlich. Es wäre, als würde man sagen, daß ein Glas Bier tödlich wirkt, weil ein Glas reiner Alkohol es tut.

Sich Spritzen setzende Kiffer

Der zweite Teil dieses großen Fehlers dreht sich um die Art der Verwendung. Spritzen hat nichts mit dem zu tun, was geschieht, wenn es um den Konsum von Marihuana geht; es wird entweder inhaliert oder geschluckt. Indem sie es Teilnehmern spritzten, machen die Forscher es sehr schwer ihre Feststellung auf eine Situationen im wirklichen Leben anzuwenden, da es unvorhergesehene Variablen beinhalten könnte.

EIN KLEINER FEHLER

Ein weiterer Fehler in dieser Studie ist, daß es nur 25 Teilnehmer gab. Die Ergebnisse aus einer so kleinen Gruppe können lediglich als eine Basis für weitere Untersuchungen dienen. Die Tatsache, daß diese Studie eine so große Schwachstelle hat, macht diesen Punkt beinahe irrelevant, da sie sowieso nicht ernst genommen werden kann, aber selbst wenn nicht, wäre es ein weiterer Grund, daß diese Studie viel stärker überdacht werden muss.

DIE WISSENSCHAFT SAGT NEIN, CANNABIS FÜHRT NICHT ZU SCHIZOPHRENIE

Wenn es darum geht die tatsächliche Wirkung von Cannabis auf den Geist zu beurteilen, gibt es viel umfassendere und eingehendere Studien, die alle zu dem Schluss kommen, daß es keinen Zusammenhang zwischen Cannabis und Schizophrenie gibt. Schon komisch, daß von diesen Nachrichten nicht berichtet wird. Dazu gehören Studien der Universitäten von HarvardOxford und Calgary.

WAS MAN DEN FORSCHERN ANRECHNEN MUSS

Sicherlich gibt es Fehler in dieser Studie, doch liegen diese nicht wirklich in der Studie selbst, sondern in der Art und Weise, in der die Ergebnisse interpretiert und genutzt wurden. Aus akademischer Sicht ist es sehr interessant zu sehen, was reines THC mit dem Geist anstellen und neue Wege der Forschung eröffnen kann, um unser Wissen über Schizophrenie und die Arbeitsweise des Gehirns zu verbessern. Wenn man nicht versucht, diese Erkenntnisse auf gewöhnliche Cannabiskonsumenten anzuwenden, greifen die Mängel nicht und die Studie ist eigentlich stimmig. Aller Wahrscheinlichkeit nach war das, was die Forscher sich vorgenommen und nicht wirklich darüber nachgedacht hatten, daß es aus dem Zusammenhang gerissen und in der Art verwendet wird, wie die Medien und sogar der Herausgeber der Zeitschrift versucht haben es auf reale Situationen anzuwenden. Eine Sache ist sicher, wenn die Wissenschaft die Potenziale von Cannabis bewerten will, dann muss Cannabis verwendet werden und nicht etwa eine isolierte Verbindung. Sobald dies geschieht, ist es überhaupt keine Forschungsarbeit über Cannabis mehr.