Filmrezension: Dough (2015)

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Kategorien : BlogCannabisKunst & Kultur

Filmrezension: Dough (2015)

Wie könnte ein Film über mit Cannabis versetzte Broten, der hilft, religiöse und kulturelle Barrieren einzureissen, schon fehlschlagen? Ein herzerwärmender Versuch, die Welt durch eine rosarote Brille zu zeigen.

Stelle Dir die Szene vor: Eine malerische kleine Bäckerei, die von einem jüdischen Witwer betrieben wird. Bring einen neuen Mitarbeiter in Form eines jungen muslimischen Lehrlings mit ein, der, abgesehen davon, dass er ein wenig Führung braucht, um auf dem rechten Weg zu bleiben, sich entscheidet, den Backwaren ein wenig Charakter zu verleihen und zwar in Form von etwas gutem alten Cannabis. Ohne Wissen des Besitzers und seiner Kunden wird diese neue Charge ein Hit und von da an eskalieren die Abenteuer der beiden. Nun mag dies wie eine Geschichte klingen, die Du wahrscheinlich schon einmal mit Deinen Freunden zusammengesponnen hast, während ihr ein paar Cannabis-Esswaren genossen habt, doch dies ist tatsächlich der Grundstock des Films Dough (von 2015).

Doch wird der Film der Herausforderung gerecht, smart und lustig zu sein oder wird das Ergebnis keine Überraschung für uns sein? Um es mit einem Satz auszudrücken: "Er kriegt es irgendwie nicht so recht gebacken." Ich denke, man kann sehen, worauf dieser Film hinausläuft ...

DIE VORAUSSETZUNG

Cannabis mit in die Mischung einzubringen, ganz wörtlich, endet in der Regel in einer etwas klischeehaften und vorhersehbaren Affäre. Leider erweist Dough diesen Stereotypen einen Bärendienst. Er macht es jedoch in einer herzerwärmenden und sympathischen Art und Weise. Kurz davor eine Spur zu idealistisch zu sein, verwendet er den Erfolg, dass die mit Cannabis angereicherten Produkte helfen, die zwei Hauptfiguren zusammen zu bringen. Der jüdische Witwer, der die nicht besonders gut gehende Bäckerei besitzt, Nat Dayan (gespielt von Jonathan Pryce) und der muslimische Einwanderer aus Afrika, Ayyash (gespielt von Jerome Halter) könnten kaum von entgegengesetzteren Enden des kulturellen Spektrums kommen.

Ihre Beziehung wird in einer komödiantischen Art und Weise behandelt, wobei versucht wird, die Macht von Spaß und Witz zu nutzen, um zusammen zu bringen, was auf dem Papier zwei sehr unterschiedliche Glauben sind. Das fühlt sich allerdings nie zu gekünstelt an und obwohl ich sicher bin, dass mehr als ein paar Cannabis-Brote nötig wären, um diese beiden Religionen zusammen zu bringen, nimmt sich dieser Film nie zu ernst. Am besten fasst es einer der Charaktere im Film zusammen: "Rasse und Religion sind irrelevant. Wenn Du ein Arschloch bist, dann bist Du ein Arschloch." Das ist das eigentliche Herzstück des Films, das beiden Hauptfiguren ermöglicht, den jeweils anderen zu nutzen, um seine eigenen persönlichen Kämpfe zu überwinden, obwohl Religion oft als Barriere angesehen wird. Es gibt eine Menge, das man zu diesem Thema des aktuellen Weltgeschehens sagen lönnte, auch wenn es eine Spur zu selbstgefällig ist.

NACH DEM LEHRBUCH

Der Rest des Films bleibt eine vorhersehbare und erwartete Sache. Unser sehr beliebtes Kraut spielt seine stereotypische Rolle. Ayyash verwendet es als ein Mittel, um zusätzliches Geld zu verdienen, indem er mit seinen unterbelichteten Freunden dealt, bevor er es in der Bäckerei versehentlich in den Teig mischt und sich bewusst wird, wie viel Geld das möglicherweise einbringen könnte. Ayyash überzeugt Nat ein neues Produkt in der Bäckerei anzubieten - in Form von Brownies. Ehrlich gesagt, es fühlt sich ein wenig an, als hätten die Autoren ein Schmähblatt der Regierung über Cannabis in der Gesellschaft gelesen. Es ist, wie Deine Oma sich Cannabiskonsum vorstellt und obwohl er offen über sich selbst lacht, scheint der Film auf einem Bild von Cannabis zu basieren, das längst der Vergangenheit angehört.

Die restliche Besetzung bietet ihre üblichen Ablenkungen und mässigen Leistungen. Sogar bis hin zu dem tyrannischen Eigentümer, der die Gegend sanieren will, in dem die Bäckerei steht. Von Anfang bis Ende entwickelt sich der Film in einer Art und Weise, wie wir sie alle schon einmal gesehen haben. Während einige der intimeren Momente zwischen Nat und Ayyash bei dem Zuschauer dieses warme Gefühl der Situation hinterlassen und sich das Drama so ziemlich so abspielt, wie man es erwarten würde, kleben die Autoren bei diesem Film am Regelwerk, anstatt es wegzuwerfen.

ZUSAMMENFASSUNG

Insgesamt ist er trotz allem angenehm anzuschauen und bietet auch ein paar anständige Lacher. Die Leistung von Jonathan Pryce stellt den Rest der Besetzung klar in den Schatten und obwohl es schön ist, die Verwendung von Cannabis als ein Werkzeug zu sehen, um die Barrieren zwischen Religion und Kultur niederzureissen, ist es einfach zu blauäugig, um wirklich glaubwürdig zu sein. Aber, wenn man auf der Couch sitzt und einen Joint in der Hand hat, ist dies nicht unbedingt eine schlechte Sache. Es ist ein lustiger Film, schlicht und einfach.

 

         
  Lucas  

Geschrieben von: Lucas
Lucas ist ein Teilzeit-Autor und Vollzeit-Visionär. Ein anonymer Psychonaut, der mit Anzug und Krawatte in der Gesellschaft untertaucht, arbeitet daran den Massen evidenzbasierte Rationalität zu bringen.

 
 
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