Film Rezension: Orange Sunshine

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Film Rezension: Orange Sunshine

Es ist schwer sich die Massenproduktion von Drogen ohne die Gier nach Reichtum oder Macht vorzustellen. Eine Gruppe von Personen strafte dieses Klischee Lügen, denn sie wollte den Massen einfach nur Liebe bringen.

Es scheint schwer, sich eine Zeit vorzustellen, die der heutigen Jugend unbekannt ist, zu der LSD zunächst nicht illegal war. Obwohl es schwierig war an LSD ranzukommen, waren die 60er Jahre eine Ära, die zum Synonym der Selbsterforschung und Popularisierung des Begriffs der "Hippies" wurde. Die Ideale der Hippie-Kultur sollten über Jahrzehnte hinweg Auswirkungen haben.

Lange vor der aggressiven Haltung gegenüber Drogen, die viele Regierungen nun eingenommen haben, gab es eine Gruppe von Personen mit einem einfachen Ideal - den Massen Liebe zu bringen und gut zu sein. Wie sollten sie das machen? Indem sie alle Frauen und Männern mit der bewusstseinserweiternden Droge LSD versorgen oder in ihrem Fall, mit Orange Sunshine. Ihre eigene Massenproduktion von LSD, das zu der Droge werden sollte, die eine ganze Ära definiert.

Der Film "Orange Sunshine" ist ein Rückblick in eine Zeit, als die geistige Revolution Wohlstand und Reichtum ablöste. Unter Regie von William Kirkley zeigt der Film eine Gruppe, die als die "Bruderschaft der ewigen Liebe" bekannt werden sollte, eine bunt gemischte Truppe, die eine Vision vereinte. Dieser Film im Stil eines Dokumentarfilms verwendet eine Mischung aus Aufnahmen im Stil eines Interviews mit den Gründungsmitgliedern, sowie Bilder und Nachbildungen von Aktionen der Akteure. Alles zusammen verpackt im Look eines 8mm-Streifens, ist das Ergebnis lebendige und ästhetisch ansprechende 93 Minuten, die in der Art und Weise der Erzählung ein wenig an einen sonnigen Retro-Thriller erinnern.

Die Geschichte dreht sich um ein junges Paar, John und Carol, das nach seinem ersten Trip den konventionellen Lebensstil der Arbeit, Hypotheken und Kinder hinter sich lässt, um gemeinsam mit gleichgesinnten Menschen zu leben. Nun lassen sie ihre Kinder nicht wirklich im Stich, aber Du weisst was ich meine, angetrieben durch das, was John als "ihn durchströmende Göttlichkeit" beschreibt, vereinen sich er selbst und sein bester Freund Michael Randall, die Brüder Rick und Ron Bevan und Surf Shop Betreiber Travis Ashbrook unter dem Banner der "Bruderschaft der ewigen Liebe", was sie durch ganz Amerika treiben würde, mit dem alleinigen Zweck der Aufklärung der Massen oder um "die Welt anzutörnen", um eine Phrase zu nehmen, die von den Mitgliedern häufig verwendet wird. Die Idee, dass Psychopharmaka, insbesondere LSD, den Menschen die Augen öffnen könnte und eine viel vernetztere Gesellschaft ermöglichen würde.

Während dieser Film eine unglaubliche Arbeit dabei leistet die charismatischen Mitglieder in der Mitte der Bruderschaft darzustellen, geht es in ihm letztlich um die Herstellung und den Vertrieb von LSD. Und obwohl die Droge zunächst nicht illegal war, sieht man in dem Film den Anfang des Krieges gegen die Drogen. Ein Krieg, der diese "Swinging Sixties" zu einem bitteren Ende bringen würde. Sieh in Ehrfurcht, wie die Gruppe, die wie durch ein göttliches Eingreifen beschützt scheint, ähnlich wie die Wallfahrt, auf der zu sein sie behaupteten, durch Fehler um Fehler, den Handschellen entkommt. Diese glückliche Flucht erscheint fast schon surreal und das wird noch deutlicher, als der Film ein Interview mit dem Einsatzleiter der Polizei zeigt, der den Fall zu der Zeit untersuchte. Etwa 50 Jahre später findet er es noch immer nicht lustig und ist sehr gegen die Aktivitäten der Gruppe, trotz ihrer Verpflichtung die Massen aufzuklären und nicht etwa zu ihrem Profit oder aus Gier.

Zusammengefasst kündet dieser Film aus einer Zeit, die in ihrer Natur viel einfacher war. Du brauchst Dir nur ein paar von den Interviews anzusehen, um zu sehen, dass selbst jetzt, nach ihrer Haftzeit, die ursprünglichen Mitglieder noch immer an das Mantra ihrer Bruderschaft glauben. Verbunden durch etwas, das stärker ist als Blut, wollten sie mit den fast biblischen Trips, die sie mit LSD in den Händen hielten, wirklich "die Welt antörnen". Orange Sunshine erreichte in seiner Zeit einen legendären Status und dieser Film leistet eine große Arbeit darin diese Reinheit zu erfassen, während die Geschichte in einer überzeugenden Art und Weise erzählt wird. Auch wenn die Drogenkultur nicht wirklich Dein Ding ist, kannst Du diesen Film geniessen, denn er fängt den menschlichen Geist und den Wunsch, die Welt zum Besseren zu ändern ein. Die Swinging Sixties mögen schon längst Vergengenheit sein, aber dieser Wunsch nach einer besseren, offeneren und verständnisvolleren Welt lebt weiter.

 

         
  Josh  

Geschrieben von: Josh
Autor, Psychonaut und Cannabis-Liebhaber, Josh ist Zamnesias betriebsinterner Experte. Er verbringt seine Tage draußen in der Natur, wobei er in die verborgenen Tiefen aller Dinge eintaucht, die psychoaktiver Natur sind.

 
 
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