Die New York Times unterstützt Cannabis Legalisierung

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Die New York Times unterstützt Cannabis Legalisierung

Am Sonntag rief Amerika's einflussreichste Zeitung die Bundesregierung auf, das Verbot von Marihuana aufzuheben. Das sind tolle Nachrichten, bedenkt man die in der Regel konservative Haltung der Zeitung.

Die Redaktion der Zeitung nannte das Cannabis Verbot auf nationaler Ebene eine "Lachnummer", die "der Gesellschaft großen Schaden zufügt, nur um eine Substanz zu verbieten, die weit weniger gefährlich ist als Alkohol." Sie drängen den Kongress und das Weiße Haus, das Verbot fallen zu lassen und stattdessen ein geregeltes System für die Produktion, den Verkauf und die Vermarktung der Industrie zu schaffen.

Dieser Aufruf zum Verbotsende auf hohem Niveau folgt der Legalisierung von Cannabis für den Freizeitgebrauch in zwei Staaten allein in diesem Jahr. Sowohl Colorado, als auch Washington haben Cannabis in den legalen Einzelhandel gebracht, Oregon und Alaska stimmen in diesem November über die Frage ab. Darüber hinaus gibt es bereits 23 Staaten, die Cannabis für medizinische Zwecke erlaubt haben.

In den USA geht Bundesrecht über Landesrecht, was die Legalisierung in Colorado und Washington technisch in eine Grauzone rückt. Bisher hat die Bundesregierung sich entschieden, sich nicht in die Entscheidungen der Staaten einzumischen, aber mit einem Führungswechsel im Weißen Haus könnte das Bundesrecht jederzeit durchgesetzt werden. Daher ist es zwingend notwendig, das Verbot auf Bundesebene zu beenden.

Die Zeitung klärt über eine Reihe von harnäckigen Cannabis Mythen auf, wobei sie postuliert, daß "die Behauptung, daß Marihuana ein Einstieg zu gefährlicheren Drogen ist, ebenso phantasievoll ist wie die Bilder von Mord, Vergewaltigung und Selbstmord in dem alten 'Reefer Madness' Film." Die Redaktion glaubt, daß "die Beweise überwältigend sind, daß Sucht und Abhängigkeit relativ kleine Probleme sind, vor allem im Vergleich mit Alkohol und Tabak. Die moderate Verwendung von Marihuana scheint für einen ansonsten gesunden Erwachsenen kein Risiko darzustellen."

The Times findet, daß die "zunehmende Absurdität der Position der Bundesregierung" immer deutlicher wird, da laut dem aktuellen US Recht Cannabis noch immer in die gleiche Kategorie wie Heroin und LSD eingestuft wird. Und doch werden die offenbar gefährlicheren Drogen Kokain und Methamphetamin in Klasse 2 eingestuft, eine Ecke niedriger. The Times nennt dies eine "zunehmende Absurdität," die es der Öffentlichkeit schwer machen, die aktuellen Drogengesetze ernst zu nehmen. Zwar nicht das Thema des Aufrufs der Times, geht völlig unter, daß genau die gleiche unlogische und unwissenschaftliche Diskriminierung auch LSD betrifft, welches auch zu Unrecht in die gleiche Kategorie wie Heroin gesteckt wurde. Es gibt keine wissenschaftliche Grundlage, um diese Kategorisierung zu rechtfertigen, aber das ist ein ganz anderes Thema.

Die Redaktionsserie ist in sechs Teil aufgeteilt, die die verschiedenen Aspekte von Cannabis abdecken. In den nächsten Tagen werden weitere Teile veröffentlicht werden, die sich mit medizinischem Marihuana, der Geschichte von Cannabis und den rechtlichen Rahmenbedingungen befassen.

Ein Zeichen des Wandels

Die New York Times ist nicht gerade als die progressivste Zeitung in den USA bekannt. Würde diese Serie in einer zukunftsorientierten Zeitung veröffentlicht, wäre es kaum die Nachricht wert. Die Tatsache, daß eine sehr maßgebliche Zeitung diese Position einnimmt, zeigt jedoch, wie sehr sich die Zeiten geändert haben. Wir könnten auf der Schwelle zu einer sehr breiten Cannabis Legalisierung stehen. Der Wendepunkt scheint erreicht worden zu sein, wobei das Verbot sein Verfallsdatum längst überschritten hat. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der Kongress nachzieht.

Den vollständigen Text der New York Times kannst Du hier nachlesen:

http://www.nytimes.com/interactive/2014/07/27/opinion/sunday/high-time-marijuana-legalization.html?op-nav

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