Tschechische Republik: Noch immer kein Zugang zu medizinischem Marihuana

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Tschechische Republik: Noch immer kein Zugang zu medizinischem Marihuana

Ein halbes Jahr nach der Legalisierung von medizinischem Cannabis, haben die Patienten in der Tschechischen Republik noch immer zu kämpfen, um Zugriff auf die Medizin zu bekommen.

Ein halbes Jahr nach der Legalisierung von medizinischem Cannabis, haben die Patienten in der Tschechischen Republik noch immer zu kämpfen, um Zugriff auf die Medizin zu bekommen.

Die Legalisierung von Marihuana hat sich in den letzten Jahren auf viele Länder ausgedehnt. Doch die Menschen in der Tschechischen Republik, von denen gedacht wurde, daß sie in Europa an der Spitze dieser Legalisierung stehen, haben immer noch keinen Zugang dazu. In jeder Phase des Prozesses werden ihnen Knüppel zwischen die Beinen geworfen, die Ärzte haben Probleme, die Rezepte, die sie wollen, auszustellen und gewerbliche Verkaufsstellen haben Schwierigkeiten, eine lizenzierte Versorgung zu erhalten.

Erst im November dieses Jahres gab das Gesundheitsministerium bekannt, daß es seine erste gewerbliche Lizenz für die Einfuhr und den Verkauf von medizinischem Cannabis für das Unternehmen Elkoplast Slusovice s.r.o. ausgegeben hatte - Das Unternehmen hat gesagt, daß es für den Anfang nur 3 Kilogramm importieren wird. Dies zeigt, daß das derzeitige System in der Tschechischen Republik nicht funktioniert. Trotz einer massiven Nachfrage nach Versorgung, scheint niemand bereit zu sein, es zu importieren, so daß es zu Engpässen für jene kommt, die es brauchen.

Hindernisse, die vom Ministerium für Gesundheit aufgebaut werden

Dr. Tomas Zabransky, der die tschechische Regierung, die Vereinten Nationen und die Europäische Union in der Drogenpolitik berät, war eine der lautesten Stimmen, die sich über die Unwirksamkeit des aktuellen Systems beschwerte. Er sagte: "Das System funktioniert bisher überhaupt noch nicht. Abgesehen von diesem Lieferanten, gibt es wegen administrativer Hindernisse, die durch das Ministerium für Gesundheit aufgebaut werden, keine Nachfrage." Nicht nur das, er fuhr fort und beschrieb, daß laut Gesetz für die medizinische Nutzung von Cannabis ein elektronisches Rezept erforderlich sei, ein System, daß vielen Arztpraxen oder Apotheken noch gar nicht zur Verfügung gestellt wurde, da es extrem teuer ist. Was dies bedeutet, ist, daß selbst wenn die Ärzte Cannabis verschreiben wollten, sie dies nicht können.

Es scheint, daß, obwohl die Regierung für die Legalisierung gestimmt hat, das Gesundheitsministerium, das weitgehend gegen die Legalisierung war, nun so viele Hindernisse wie möglich zwischen Patient und Medizin aufbaut. Darüber hinaus wurde beschlossen, daß es keine Subventionen der Regierung zur Senkung der Preise von verschriebenem Cannabis geben soll - also bleiben die Preise hoch. Dies ist für viele Patienten ein Problem, da sie häufig wegen ihrer Krankheit arbeitslos sind, was bedeutet, daß sie vor ein weiteres Hindernis gestellt werden.

Bis Cannabis verfügbar und preiswert ist, werden viele Patienten keine andere Wahl haben, als weiterhin von dem ungeregelten Markt zu kaufen - genau das, was die Regierung in erster Linie zu bekämpfen versuchte.

Der Weg zur Legalisierung von Cannabis und dem vollen Zugang ist steinig. Bei der gegenwärtigen Rate sollten die Apotheken der Tschechischen Republik bis zum Ende Dezember mit Cannabis versorgt sein, aber ob die Systeme dann eingerichtet sind, damit sie es legal verteilen können, ist fraglich.

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