Die FDA Bewilligt Tests Von Psilocybin Zur Behandlung Von Depression


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Die FDA Bewilligt Tests Von Psilocybin Zur Behandlung Von Depression


Psilocybin, der Hauptwirkstoff in Zauberpilzen, besitzt seit der Antike einen Platz in der Medizin. Nun hat die FDA Versuche mit Psilocybin zur Behandlung von Patienten mit schwerer Depression erlaubt.

Die US Food and Drug Administration hat klinische Tests über den Einsatz von Psilocybin bei behandlungsresistenter Depression bewilligt. Im August gab die FDA Compass Pathways die Einwilligung, einer selbsternannten britischen Firma zur wissenschaftlichen Erforschung von Lebensstilen.

Für die Durchführung der Studie sucht Compass Pathways momentan Teilnehmer aus dem Vereinigten Königreich, Kanada, den Niederlanden und nach der Zustimmung der FDA auch aus den USA. Die Studie wird an über 200 Patienten durchgeführt, die über die Forschungszentren der einzelnen Länder verteilt sind. Die Patienten müssen eine diagnostizierte Depression haben und nach einer Vielzahl von Antidepressiva wenig bis keine Besserung verspürt haben.

Jedem Patienten wird eine einzige Dosis Psilocybin verabreicht und in einem Raum von zwei Therapeuten beobachtet. Die erwartete Behandlungsdauer beträgt 6 Stunden, nach denen Compass Pathways die Patienten noch einmal befragen wird, um die Effekte der Behandlung abzuschätzen.

Dies ist eine "Studie der Phase IIB", um die Effizienz der Droge zu testen. Sollte sie sich als effektiv erweisen, werden Studien der Phase III die optimale Dosierung von Psilocybin finden und die Wirkung mit der eines Placebos und der Wirkung der Standardbehandlung vergleichen.

FRÜHERE BAHNBRECHENDE STUDIEN DER THERAPEUTISCHEN VERWENDUNG VON PSILOCYBIN

STUDIEN DER THERAPEUTISCHEN VERWENDUNG VON PSILOCYBIN

Compass Pathways führt in den Niederlanden (Utrecht und Groningen) und dem Vereinigten Königreich (London, Manchester und Newcastle) bereits Studien mit Psilocybin durch. Andere kleinere Studien mit Psilocybin haben gezeigt, dass es sowohl sofortige als auch langfristige Linderung bei Depression und Angst liefern kann, insbesondere bei Menschen, die auf die übliche Behandlung mit Antidepressiva nicht ansprechen.

Eine von Wissenschaftlern der New York University durchgeführte Studie aus dem Jahr 20161 zeigte beispielsweise, dass Psilocybin bei der deutlichen Linderung der Symptome von Depression helfen kann. Diese Studie wurde an einer kleinen Personengruppe durchgeführt, die an fortgeschrittenem Krebs litt. Es war eine Doppelblindstudie mit Placebo-Kontrolle.

Eine ähnliche im JAMA Psychiatry Journal veröffentlichte Studie aus dem Jahr 20112 wurde mit 12 Patienten durchgeführt, die ebenfalls an Depression litten, die mit einem fortgeschrittenen Tumor in Zusammenhang standen. Jeder Teilnehmer unterzog sich 2 Behandlungen, die einige Wochen auseinander lagen. Eine Behandlung war mit einer Einzeldosis Psilocybin und die andere mit einem Placebo. Obwohl die Forscher eine deutlich geringere Dosis Psilocybin als ihre Vorgänger verwendeten, stellten sie trotzdem eine Verbesserung der Symptome der Depression fest.

Dies sind nicht die einzigen Studien zu dem therapeutischen Potential von Psilocybin. Andere Studien haben sich auch mit der Behandlung von Abhängigkeiten, Zwangsstörungen und anderen Erkrankungen beschäftigt.

PSILOCYBIN KÖNNTE DAS GEHIRN VON MENSCHEN MIT DEPRESSION "ZURÜCKSETZEN"

PSILOCYBIN KÖNNTE DAS GEHIRN VON MENSCHEN MIT DEPRESSION

Wie genau Psilocybin auf das Gehirn wirkt, ist bis jetzt nicht vollkommen geklärt. Einige berühmte Medien vermuten, dass es mit der Interaktion von Psilocybin mit den Serotonin-Rezeptoren zu tun hat. Allerdings haben zahlreiche Studien gezeigt, dass eine Depression entgegen der weit verbreiteten Meinung nicht durch eine geringe Konzentration von Serotonin verursacht wird.

Einige der maßgeblichen Forschungen in diesem Gebiet stammen von der Psychedelic Research Group vom Imperial College London. In diesem Jahr begann die Gruppe mit einer neuen randomisierten, Doppelblindstudie von Psilocybin und seinen Auswirkungen auf schwere Depression.

Basierend auf der Forschungsarbeit der Psychedelic Research Group hat die positive Wirkung von Psilocybin bei Depression nicht so viel mit Serotonin zu tun. Stattdessen vermuten die Forscher, dass es mit der Fähigkeit der Substanz zu tun hat, bestimmte Gehirnregionen zu deaktivieren, die mit Grübeln (oder wiederholtem negativen Denken) in Zusammenhang stehen.

Einige Studien der Gruppe legen außerdem nahe, dass Psilocybin das Gehirn auf eine Weise zurücksetzen3 könnte, die den Patienten ermöglicht, aus negativen Verhaltens- und Denkmustern auszubrechen. Für einen detaillierteren Überblick über einige der Erkenntnisse der Psychedelic Research Group kannst Du Dir dieses Interview mit Dr. Rosalind Watts oder diesen TED Talk mit Dr. Robin Carhart-Harris anschauen.

WAS IST PSILOCYBIN?

WAS IST PSILOCYBIN?

Psilocybin ist der Hauptwirkstoff in Zauberpilzen. Er wurde zum ersten mal im Jahr 1958 von dem berühmten schweizerischen Chemiker Albert Hofmann isoliert, der auch LSD synthetisierte. Hofmann isolierte den Inhaltsstoff der Pilze, die in Frankreich von Roger Heim, einem auf Mykologie spezialisierten Botaniker, angebaut wurden. Die Art der Pilze war Psilocybe mexicana.

Es gibt über 200 verschiedene Typen von "Zauberpilzen", die Psilocybin enthalten. Für viele antike Kulturen spielten diese Pilze eine Schlüsselrolle bei spirituellen Zeremonien und Heilung. Höhlenmalereien4 in der Sahara-Wüste, die ins Jahr 9000 v. Chr. zurückdatiert werden, zeigen beispielsweise gehörnte Tänzer und gottähnliche Figuren, die Pilze halten. Außerdem sind auch Szenen von Ernte und Opfergabe zu sehen, bei denen Pilze involviert sind. **Auf 6.000 Jahre alten Höhlenmalereien aus dem spanischen Villar del Humo sind ebenfalls Pilze zu sehen, die von Anthropologen als Psilocybe identifiziert wurden.

Andere Indizien aus den Ruinen der Azteken und Maya weisen ebenfalls auf einen spirituellen und zeremoniellen Gebrauch von psychedelischen Pilzen hin. Alte historische Berichte von spanischen Siedlern in Amerika erwähnen auch, dass diese antiken Kulturen psilocybinhaltige Pilze in ihren Zeremonien verwendeten.

BESITZT PSILOCYBIN NOCH ANDERE THERAPEUTISCHE EIGENSCHAFTEN?

Die Forschung weist darauf hin, dass Psilocybin viele weitere positive Effekte haben könnte, als nur bei Depression zu helfen. Diese schließen ein:

Wachstum von Gehirnzellen

Psilocybin förderte bei Mäusen das Wachstum gesunder Gehirnzellen. Es half den Tieren ebenfalls ihre "Verfolgungsangst5" (eine Konditionierung, bei der ein bestimmter Reiz als bedrohlich oder gefährlich empfunden wird) zu überwinden.

Reduktion von Zwangsstörungen

Eine Studie der University of Austin aus dem Jahr 2006 testete Psilocybin an 9 Patienten mit Zwangsstörungen. Die Studie6 fand heraus, dass die Droge bei der Reduktion von sich wiederholenden zwanghaften Verhaltensweisen gut verträglich, sicher und effektiv ist.

Spirituelle Einsichten

Die Forschung7 der Johns Hopkins University im amerikanischen Maryland zeigte, dass viele Nutzer ihre Erfahrung mit Psilocybin als eine der spirituellsten Erfahrungen in ihrem Leben ansehen. Die Autoren der Studie glauben, dass dadurch weitere Mysterien des menschlichen Bewusstseins gelüftet werden könnten.

Neue Nervenverbindungen im Gehirn

In seiner Rede bei TEDx Warwick aus dem Jahr 2017 sprach Robin Carhart-Harris über die Effekte von Psilocybin auf die Kommunikation im Gehirn. Mithilfe von Aufnahmen vom Gehirn aus seiner Forschung zeigt Dr. Carhart-Harris, dass Psilocybin bei der Verbindung von Gehirnarealen helfen kann, die im normalen Bewusstseinszustand nicht vernetzt sind. Er vergleicht diese Erfahrung mit einem Traumzustand und legt nahe, dass sie uns bei der Erforschung des menschlichen Unterbewusstseins helfen könnte.

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Externe Ressourcen:

  1. http://journals.sagepub.com
  2. https://jamanetwork.com
  3. http://psychedelicscience.org
  4. http://www.artepreistorica.com
  5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23727882
  6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17196053
  7. http://www.hopkinsmedicine.org

Steven Voser

Geschrieben von: Steven Voser
Steven Voser ist ein Emmy Award nominierter Journalist mit viel Erfahrung auf dem Buckel. Dank seiner Leidenschaft zu allem, was mit Cannabis zu tun hat, widmet er jetzt viel von seiner Zeit der Erkundung der Weed-Welt.

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