Eine Schritt-Für-Schritt-anleitung Für Den Cannabisanbau In Steinwolle

Diese Anleitung behandelt von der Keimung bis hin zu fabelhaften, fetten Blüten die Grundlagen des Cannabisanbaus in Steinwolle. Lass Dich von diesem bewährten Hydrokultursubstrat nicht einschüchtern.

CANNABISANBAU IN STEINWOLLE

Steinwolle, auch Mineralwolle genannt, ist seit Jahrzehnten das Hydrokultursubstrat der Wahl. Dieses Material begann seine Karriere im allgemeinen hydroponischen Gartenbau und erwies sich dort als ein hervorragendes Medium für den Anbau aller Arten von Pflanzen. Es war damals nur natürlich, dass bewährte Methoden in die Welt des Weed-Anbaus übernommen wurden.

"Rockwool" ist einer dieser Markennamen, die sich im Laufe der Zeit als Sammelbegriff auch für alle Produkte derselben Art anderer Hersteller durchgesetzt haben. Zumindest in englischsprachigen Ländern gilt deshalb, dass Rockwool, genau wie Velcro (Klettverschluss) oder Aspirin, bei denen es sich ursprünglich auch um Markennamen gehandelt hat, verwendet wird, um die meisten verwandten Produkte unter diesem Oberbegriff zu fassen, wobei häufig das große "R" am Beginn des Wortes klein geschrieben wird – sehr zum Leidwesen der Rockwool-Markeninhaber.

Steinwolle wurde erstmals in den späten 1930er Jahren von der dänischen Firma Rockwool kommerziell hergestellt. Es handelt sich um eine industrielle Methode zur Nachahmung eines natürlich vorkommenden Stoffes namens Pele-Haar[1], der entsteht, wenn der Wind durch geschmolzene Lava weht. Bei der industriellen Herstellung wird Luft durch einen Strom geschmolzener Basaltschlacke gepresst. Die entstehende "Wolle" wird dann für unterschiedliche Zwecke in unterschiedliche Dichten gepresst. Steinwolle kann zur Schall- /Wärmedämmung verwendet werden und ist mit seiner maßgeschneiderten Dichte ideal für den hydroponischen Anbau von Pflanzen.

Die modulare Natur der Steinwolle bedeutet, dass die Wurzelsysteme von Pflanzen niemals gestört werden müssen. Die kleinen Würfel passen nahtlos in den nächstgrößeren Würfel und so weiter, wobei die endgültige Position normalerweise von einer großen Platte gebildet wird, die eine Reihe von Pflanzen enthält. Steinwolle ist höchst saugfähig und hält das Wasser sehr gut. Die lockere Struktur bietet den Wurzeln praktisch keinen Widerstand, was ein sehr effizientes Wachstum ermöglicht.

Diese Top-Tipps für den Anbau in Steinwolle stellen sicher, dass Dein Indoor-Vorhaben ein Erfolg wird.

1. VORBEREITUNG

Steinwolle muss stabilisiert und vorbereitet werden, bevor sie für den Cannabisanbau verwendet werden kann. Unbehandelt hat sie einen pH-Wert von 7,0, was für ein gesundes Wachstum von Cannabispflanzen zu alkalisch ist, da es keinen natürlich vorkommenden Puffer wie beim Einsatz von Erde als Anbaumedium gibt. Ein zu alkalisches Substrat führt zu einer schlechten Nährstoffaufnahme, was insbesondere die lebenswichtigen Nährstoffe wie Kalzium und Magnesium betrifft.

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Weiche die Steinwolle 24 Stunden in einer auf einen pH-Wert von 4,5 korrigierten Nährlösung mit einem EC-Wert von 0,4–0,5 ein. Diese Spanne sorgt dafür, dass junge Pflanzen einen soliden Start ohne Nährstoffmängel hinlegen können.

Um zu überprüfen, ob die Steinwolle auf dem richtigen pH-Wert stabilisiert ist, tränkst Du sie mit einer 5,5pH Nährlösung und testest das ablaufende Wasser mit einem pH-Meter. Wenn das abfließende Wasser bei 5,5 bleibt, ist das Substrat gebrauchsfertig. Falls es immer noch zu hoch sein sollte, lässt Du es einfach noch ein paar Stunden einweichen und testest dann erneut.

2. KEIMUNG

Steinwolle erfordert keine speziellen Keimungstechniken und die bewährte Papierhandtuchmethode funktioniert einwandfrei. Lege die Samen auf einem Teller zwischen zwei Schichten aus feuchten Küchentüchern und bedecke sie mit einem zweiten Teller. Lass sie an einem dunklen, warmen Ort ruhen, bis die Samen aufspringen und die Pfahlwurzel austritt.

Lege den gekeimten Samen vorsichtig in einen vorbereiteten Steinwolle-Würfel und stelle ihn für sein frühes Wachstum unter Pflanzenlampen. Der wohlgenährte Spross wird schnell erscheinen und die Keimblätter werden die Samenschale abstoßen und sich ausbreiten, bald gefolgt vom ersten Satz echter Blätter.

Sobald sich die jungen Pflanzen in ihren kleinen Steinwollwürfeln etabliert haben, können sie in die nächste Größe eines richtig vorbereiteten Würfels verpflanzt werden. Um die sichtbaren Wurzeln nicht zu beschädigen, drückst Du den kleinen Würfel vorsichtig in den größeren, um einen festen Sitz ohne Lufteinschlüsse zu gewährleisten. Die Pflanzen können nun dem vollen künstlichen Licht eines Grow-Rooms ausgesetzt werden.

3. STECKLINGE KLONEN UND VERWURZELN

Der Prozess der Herstellung von Stecklingen und deren Verwurzelung in Steinwolle ist derselbe wie bei jeder anderen Methode, wie z. B. bei Quelltöpfen, Torf oder Kokos.

Platziere die Stecklinge in vorschriftsmäßig vorbereitete Steinwollwürfel (wie oben beschrieben). Die Würfel sollten feucht, aber nicht nass sein, um Stielfäule und langsames Wachstum zu vermeiden.

Bewahre die Stecklinge in einer Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit wie z.B. in einer abgedeckten Schale auf und sprühe sie regelmäßig leicht mit Wasser ein. Verringere nach dem Ausschlagen der Stecklinge die Luftfeuchtigkeit einige Tage lang und entferne dann die Abdeckung, um sie vor dem Umpflanzen abzuhärten.

4. DER ANBAU IN STEINWOLLE

Ein automatisches Bewässerungssystem ist ideal für Steinwolle. Das Material ist ausgesprochen saugfähig und verteilt die Nährstofflösung gleichmäßig in der Wurzelzone, bevor sie sich am Boden absetzt. Dieser Feuchtigkeitsverlauf macht Steinwolle zum idealen Substrat für die Hydrokultur.

Manuell zu gießen ist auch in Ordnung, bereite Dich allerdings auf mehrere tägliche Besuche im Grow-Room vor, aber übertreibe es mit dem Gießen auch nicht.

Die Pflanzen sitzen in einem flachen, 2–3 mm tiefen Film aus Nährlösung. Die Steinwolle sollte in den unteren Schichten eine mittlere Sättigung aufweisen und in den oberen Schichten trockener sein. Die unteren Wurzeln ernähren sich vom Nährlösungsfilm, während die oberen Wurzeln der feuchten Luft und dem gesamten Sauerstoff ausgesetzt sind, den sie für eine gesunde Transpiration benötigen. Die Steinwolle sollte nicht nass wie ein Schwamm sein, da dies einem "Absaufen" der Wurzeln entsprechen würde, das die Pflanze tötet.

Ebenso kann man Steinwolle auch einsetzen, um die Pflanzen für DWC zu halten und es gibt kaum Salzansammlungen, da bei jeder Bewässerung die frische Lösung alte Salze herausdrückt und mehr frische Luft nach unten in das Medium zieht. Beobachte die Pflanzen in allen Phasen, um Anzeichen für jegliche Art von Nährstoffstress rechtzeitig erkennen und die Nährstofflösung entsprechend anpassen zu können.

5. VEGETATIONSPHASE

Die Steinwolle ist bei einem pH-Wert von 5,5 und einem EC-Wert von 0,4–0,5 stabilisiert. Während des Anfangsstadiums der Vegetation, wenn die Pflanzen noch klein sind, spülst Du zweimal täglich eine Minute lang, um jeweils 60–70ml Nährlösung auszubringen. Einmal, wenn die Lampen angestellt werden, dann erneut in der Mitte des Lichtzyklus. Dies erleichtert das Wurzelwachstum und beugt einer schädlichen Staunässe vor.

Achte bei wachsenden Pflanzen auf Veränderungen des Nährstoffbedarfs und erhöhe die Menge an Lösung pro Pflanze, wenn sie größer werden. Setze dieses Vorgehen bis zur ersten Woche der Blütephase fort.

6. BLÜTEPHASE

• Woche 1

Wechsle zu einer die Blüte unterstützenden Nährstofflösung und erhöhe den pH-Wert über den Zeitraum einer Woche von 5,5 auf 5,8–5,9.

• Wochen 2 & 3

Erhöhe den EC-Wert auf 0,8–0,9 und den pH-Wert auf 6,0. Ebenso steigerst Du die Bewässerungshäufigkeit von zweimal täglich auf dreimal täglich. Wässere zwei Minuten lang, wenn die Lampen angeschaltet werden, dann sechs Stunden später eine Minute lang und wiederum eine Minute lang, bevor Du die Lampen wieder ausschaltest.

• Wochen 4 & 5

Erhöhe den EC auf 1,0–1,2 und lass den pH-Wert zwischen 6,0 und 6,2 pendeln, um eine vollständige Nährstoffaufnahme sicherzustellen. Erhöhe die Bewässerungshäufigkeit auf viermal pro Tag: zu Beginn des Tages zwei Minuten lang, dann eine Minute lang vier und acht Stunden später und dann abschließend noch einmal zwei Minuten lang, bevor die Lampen ausgehen.

• Woche 6

Erhöhe den EC auf 1,4 und und setze das Pendeln des pH-Werts zwischen 6,0 und 6,2 fort. Erhöhe die Bewässerungshäufigkeit auf sechs Mal pro Tag: zu Beginn und am Ende des Tages jeweils zwei Minuten lang und dazwischen in regelmäßigen Abständen jeweils eine Minute lang wässern.

• Woche 7

Der EC kann von 1,4 auf 1,6–1,7 erhöht werden und die pH-Schwankungen können sich zwischen 6,0 bis 6,3 bewegen. Behalte die Bewässerungshäufigkeit von Woche 6 bei.

• Woche 8

Weiter wie in Woche 7. Abhängig von den spezifischen Anforderungen einiger Sorten kann der EC auf 1,8 erhöht werden.

• Wochen 9 & 10

Je nach Cannabissorte ist dies die letzte Woche der Blüte. Reduziere den EC-Wert so weit wie möglich und halte den pH-Wert bei 6,2. Behalte ebenso die Bewässerungsfrequenz bei, erhöhe sie aber bei jeder Wassergabe auf zwei Minuten. In der letzten Woche ist es an der Zeit, Deine Cannabispflanze gründlich mit einem geeigneten Mittel zu spülen, um alle überschüssigen Salzansammlungen aus der Wurzelzone zu entfernen. Das Spülen kurz vor der Ernte verbessert das endgültige Aroma und den Geschmack der Blüten.

7. KANN MAN STEINWOLLE WIEDERVERWENDEN?

Nicht wirklich. Die Wiederverwendung von Steinwolle für einen zweiten Anbau kann zu Problemen mit pH-Schwankungen führen, die nur schwer zu kontrollieren sind. Darüber hinaus zersetzen sich organische Reste wie Wurzeln und Blattfragmente und verursachen weitere Probleme.

Falls Du Deine Steinwolle trotzdem wiederverwenden möchtest, entfernst Du sorgfältig alle organischen Substanzen. Anschließend bedampfst Du das Material mit einem handelsüblichen Dampfreiniger oder Tapetendampfer bei 100°C oder heißer.

Generell ist es allerdings viel einfacher einen neuen Anbau mit frischem Material zu beginnen und das alte Zeug loszuwerden. Aber wo? Steinwolle ist nicht biologisch abbaubar und kann nicht einfach auf die Mülldeponie gebracht werden, aber der Hersteller Rockwool bietet Technologien für das Recycling von Altmaterial an.

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