Warum dieser November das Ende des Krieges gegen Drogen bedeuten könnte

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Warum dieser November das Ende des Krieges gegen Drogen bedeuten könnte

Diesen November könnte es passieren, daß die USA eine ihrer bisher schnellsten Veränderungen im Drogenverbot durchläuft und das bringt uns einen Schritt näher an das Ende des Krieges gegen die Drogen.

In nur wenigen Wochen wird die amerikanische Öffentlichkeit zu den Urnen gehen, um über eine Reihe von Fragen abzustimmen, von denen viele sich auf das Verbot von Cannabis konzentrieren. Seitdem die öffentliche Meinung zugunsten des Cannabiskonsums und gegen die Gesetze umschwenkte, scheint sich hinter dem Krieg gegen die Drogen die Tür zu schließen.

Diese Bewegung wird im November dieses Jahres in den Overdrive gehen, denn es gehen mehr Wählerinitiativen für ein Ende des Cannabisverbots an die Stimmzettel, als jemals zuvor in der Geschichte der USA. Sieben Staaten, siebzehn Gemeinden und ein US Territorium streben zu den Urnen, um potenziell für ein Ende des von den USA (an)geführten Krieg gegen Drogen zu stimmen - angeführt von Cannabis.

Hier ist, was los ist:

Laß uns anfangen mit einigen der wichtigsten Reformen, die stattfinden sollen. Erstens, stimmt der Staat Oregon über Maßnahme 91 ab, die, wenn sie angenommen wird, die Verwendung von Marihuana vollständig legalisiert, so ziemlich in der gleichen Weise, wie es in Colorado und Washington geschehen ist. Die Maßnahme würde den Besitz kleiner Mengen Cannabis für Erwachsene ab 21 Jahren legalisieren, sowie den Rahmen für ein staatliches System der Produktion und Regulierung festlegen.

Alaska folgt dem Beispiel gleich darauf, mit Maßnahme 2, einer weiteren Initiative, die Marihuana auf einer bundesstaatsweiten Basis für diejenigen legalisiert sehen würde, die über 21 Jahre alt sind. Wie die Dinge derzeit stehen, wurde in Alaska bereits eine Menge etabliert, das die Freiheiten derer schützt, die es für den persönlichen Gebrauch im eigenen Hause aufziehen.

Der District of Columbia wird über Initiative 71 abstimmen, die den Anbau und Besitz geringer Mengen von Cannabis entkriminalisiert. Der Unterschied hier ist, daß Bezirksverwaltungsgesetze verhindern, daß eine Legalisierung und Regulierung des Verkaufs von Marihuana überhaupt erwähnt werden darf - auch wenn der Bezirksrat sich derzeit damit beschäftigt ist, dieses Gesetz aufzuheben. Es bleibt zu hoffen, daß die Annahme dieser Initiative helfen würde, die Unterschiede in der Kriminalität im Zusammenhang mit Marihuana zu eleminieren, wo rund 91% aller Festnahmen im sozial schwächeren Kreis der schwarzen Gemeinden vorgenommen werden.

In Kalifornien werden die Bewohner abstimmen, ob Drogenbesitz zu einer viel weniger schweren Straftat gemacht und aus dem berüchtigten 3-Strafen-System der USA entfernen wird.

Nicht zuletzt wird Florida abstimmen, ob sie ein Volksbegehren für medizinisches Marihuana annehmen. Wenn es passiert, wird Florida der erste der Südstaaten und der 23te sein, in dem Marihuana legal wird, was die Waage noch weiter zugunsten der Staaten mit medizinischem Marihuana kippen würde.

Und das ist nicht alles!

Obwohl die oben genannten einige der wichtigsten, im großen Maßstab abgehaltenen Abstimmungen sind, finden viele weitere kleinere statt - all das wird enormen Einfluss auf das Leben der Beteiligten haben. Städte in Maine und Michigan werden darüber abstimmen den Besitz für Erwachsene zu entkriminalisieren und das US Territorium Guam wird abstimmen, ob es ein medizinisches Marihuana Programm übernimmt.

Es wird ein großer Monat für die Beendigung der Verbots in den USA und des Krieges gegen die Drogen als Ganzes sein - und wird es eine klare Botschaft aussenden, daß (wenn es denn so ausgeht) die Mehrheit der USA nun zugunsten von Marihuana stimmt.

Wie wirkt sich das auf uns?

Nun fragst Du Dich wahrscheinlich: "Wie wirkt sich das auf uns hier in Europa aus?" Und zu Recht. Auf kurze Sicht, müssen wir (leider) zugeben, wahrscheinlich sehr wenig - auf kurze Sicht. Doch der Krieg gegen die Drogen wird vor allem von den USA geführt und wenn die Mehrheit der USA Marihuana entkriminalisiert hat, wird es sehr schwierig für sie, auch weiterhin diesen Kreuzzug anzuführen.

Wenn die Haupttriebskraft hinter dem Krieg gegen die Drogen effektiv lahmgelegt ist, werden viele andere Länder beginnen, ihre Haltung zu dem Verbot neu zu bewerten. Wie Du in unserem kürzlich geposteten Artikel gesehen hast, haben Führungskräfte aus der ganzen Welt der UN bereits einen Bericht vorgelegt, in dem zur Entkriminalisierung von Drogen aufgerufen wird.

Dann gibt es da noch die Tatsache, daß die USA eine führende Weltmacht ist und eine riesige Rolle bei den Vereinten Nationen spielt. Da sich von der Entkriminalisierung gezeigt hat, daß sie die Kriminalität senkt, Steuereinnahmen steigert und neue Arbeitsplätze schafft, werden mehr und mehr Länder beginnen, es in Betracht zu ziehen und sicherlich abwägen, ob ein ähnliches Modell für sie selbst von Vorteil sein könnte.

Endet die Drogenprohibition in den USA, verbreitet sich auch Wissen. Wir sehen bereits eine Steigerung der Anzahl friedlicher Proteste, Medienberichte, in Europa basierte Forschung und Forderungen nach einer Reform der Drogenpolitik hier in Europa - und all dies verändert die öffentliche Meinung. Wir alle wissen, wenn sich die öffentliche Meinung ändert, ändert sich auch die der Politiker.

Erwarte nicht, das sich über Nacht etwas ändert, aber die Ereignisse, die in den USA stattfinden, werden zu Präzedenzfällen der Einstellung, den alle folgen sollten - laß uns hoffen, daß die Dinge sich auch weiterhin zum Besseren verändern.

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