Die US-Präsidentschaftswahlen: Ein Kandidat will den Krieg gegen Drogen beenden

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Die US-Präsidentschaftswahlen: Ein Kandidat will den Krieg gegen Drogen beenden

Republikaner oder Demokrat, bisher hat es nie wirklich einen US-Präsidentschaftskandidaten gegeben, der öffentlich gemacht hat, er wollte den Krieg gegen die Drogen beenden - bis jetzt.

Die anstehenden US-Präsidentschaftswahlen sorgen dafür, daß eine Menge Leute der Cannabis Community sich Gedanken über die Zukunft der Legalisierung von Cannabis machen. Unabhängig von der internationalen öffentlichen Meinung über die USA, hat sie einen enormen Einfluss auf die globale Drogenpolitik und ist wohl die Speerspitze des Krieges gegen die Drogen. Sollte sie sich dazu entscheiden ihn zu beenden, wird auch der Großteil der restlichen Welt es tun. Ein Präsidentschaftskandidat hofft dies zu erreichen, wobei er sagt, daß er den globalen Kreuzzug gegen die Drogennutzer beenden will.

DIE USA - EIN WICHTIGER TEIL DES PUZZLES

Wenn es um die globale Drogenpolitik geht, ist die US aus zwei Gründen wichtig. Der erste ist, daß sie der Hauptakteur im Krieg gegen die Drogen sind. Der Großteil der Finanzierung und Strategie der gemeinsamen landesübergreifenden und politischen Rhetorik kommt aus den USA. Wenn sie sich dazu entscheiden einzupacken und aufhören ihren Krieg gegen die Drogen zu führen, wird viel von der politischen und wirtschaftlichen Unterstützung für ihn versiegen.

Dies bringt uns zum zweiten Punkt. Damit Drogen wie Cannabis auf globaler Ebene legalisiert werden, braucht es eine Weltmacht, die den Sprung wagt und als Beispiel vorangeht. Dies ist die Position, bei der die USA derzeit auf der Kippe steht, sie brauchen nur einen vorausschauend denkenden Präsidenten, der das Zepter schwingt und sie auf die richtige Seite zieht. Wenn die USA Marihuana erfolgreich legalisiert, dann dürfte eine Menge anderer Länder es auch in Betracht ziehen. Ein gutes Beispiel ist das Vereinigte Königreich, wahrscheinlich einer der stärksten Verbündeten der USA hier in der EU und selbst eine Weltmacht - einer der wenigen mit einem ständigen Sitz im Rat der UN. Die USA könnten und werden hoffentlich einen Schneeballeffekt auslösen.

BERNIE SANDERS UND DAS ENDE DES KRIEGES GEGEN DROGEN

Bernie Sanders

Bernie Sanders

Bernie Sanders ist derzeit das Beste, das die Welt derzeit zu bieten hat, um den Krieg gegen die Drogen zu beenden. Dieser Präsidentschaftskandidat der Demokraten führt nun die liberale Seite des Präsidentschaftswahlkampfes in den USA an und hat aktiv ein Ende des Krieges gegen die Drogen gefordert. Tatsächlich ist es einer der Schwerpunkte seiner Kampagne und wird außerordentlich gut von einer Öffentlichkeit aufgenommen, die von dem aktuellen Modell des Verbots im Großen und Ganzen immer desillusionierter wird.

"Millionen von Leben wurden zerstört, weil die Menschen für gewaltlose Verbrechen im Gefängnis sitzen. Seit Jahrzehnten führen wir einen gescheiterten 'Krieg gegen Drogen', mit rassistisch voreingenommenen verbindlichen Mindestwerten, die farbige Menschen zu Unrecht bestrafen. Es ist eine Obszönität, daß wir so viele junge Amerikaner durch eine Vorstrafe für das Rauchen von Marihuana stigmatisieren, aber nicht einer der großen Lenker an der Wall Street wegen dem Auslösen des Beinahezusammenbruchs der gesamten Wirtschaft verfolgt wird."

Könnte er der Schlüssel zu einer besseren Zukunft sein oder wird er wahrscheinlich sein Wort brechen, wie es so viele andere vor ihm getan haben? Nur die Zeit wird es zeigen.

Aber was, wenn Bernie Sanders die Nominierung bei den Demokraten nicht gewinnt? Und was, wenn er, sollte er gewinnen, die Wahl dann doch noch an die Republikaner verliert?

EIN BLICK ÜBER DEN ZAUN: WIRD EIN REPUBLIKANISCHER PRÄSIDENT SCHONENDER MIT DROGEN UMGEHEN?

Das ist ein wenig komplizierter. Nun ist zwar kein republikanischer Kandidat ans Podium getreten und hat gesagt, daß der Krieg gegen die Drogen etwas ist, das beendet werden muss, doch es gibt ein paar, die gemischte Ansichten über Cannabis und das Drogenverbot haben. Der, der mit den Ansichten von Bernie Sanders am ehesten im Einklang steht, ist Rand Paul, ein republikanischer Senator, der fest von der Kraft von Marihuana überzeugt ist. Tatsächlich ist er sowas von an Bord, daß er der Co-Sponsor des jüngsten CARERS Acts war, der hofft die Verwendung von medizinischem Marihuana auf Bundesebene zu revolutionieren. Er unterstützt auch die Entkriminalisierung von Cannabis für den persönlichen Gebrauch, wobei er sagte, daß das aktuelle Modell "lächerlich" ist.

Das ist so ziemlich das beste, was von den Republikanern zu erwarten ist, wobei keiner eine volle Legalisierung rundweg unterstützt. Allerdings denkt Rand Paul vorausschauend und unter seiner Aufsicht würden die Dinge sich sicher vorwärts bewegen. Es ist nur schade, daß er nicht der republikanische Spitzenreiter ist.

Der Mann, von dem es so aussieht, als sollte er die Führung der republikanischen Präsidentschaftskandidatur übernehmen, ist Donald Trump, der komisch aussehende Geschäftsmann, der dafür bekannt ist in Sendungen wilde und ausgefallene Kommentare abzugeben. Wenn es um Trump und Drogen geht, wird der Weg steiniger. Damals, in den 90er Jahren sagte Trump, daß alle Drogen entkriminalisiert werden sollten:

"Wir werden den Krieg gegen die Drogen mit wehenden Fahnen verlieren. Um diesen Krieg zu gewinnen, müssen Drogen legalisiert werden. Man muss diesen Drogenzaren die Gewinne nehmen. [...] Was ich möchte, ist vielleicht genug Kontroversen aufzubringen, so daß es zu einem Dialog über das Thema Drogen kommt und man beginnt zu erkennen, daß dies die einzige Lösung ist; es gibt keine andere Lösung."

Allerdings haben sich seine Ansichten seit seines Einzugs in die Politik geändert, wobei er jetzt sagt, daß er eine bundesweite Legalisierung nicht unterstützt - was nichts Gutes für seine Integrität verheißt.

Gleichwohl herrscht keine Untergangsstimmung. Trump sagt, daß er die Verwendung von medizinischem Marihuana zu "100%" unterstützt und es respektiert, wenn ein Staat für die Legalisierung stimmt.

Also stehen die Dinge an der amerikanischen Front alles in allem ziemlich gut. Im besten Fall könnten wir sehen, daß der Krieg gegen die Drogen beeendet wird, während wir im schlimmsten Fall einen Präsidenten haben, der sich nicht daran stören würde, wenn einzelne Staaten weiterhin ihre eigene Marihuanapolitik diktieren. Es ist ziemlich lustig, daß die Leute, die den Krieg gegen Drogen angefangen haben, die sein könnten, die schließlich den Kampf für die Legalisierung von Cannabis und das Ende des Krieges als Ganzes führen. Tatsächlich sind die Auswirkungen bereits zu sehen. Die öffentliche Meinung in der ganzen Welt befindet sich in einem raschen Wandel, wobei die Mehrheit der EU-Bürger jetzt den Einsatz von Cannabis unterstützt. Es gibt sogar Länder, die über eine Legalisierung nachdenken. Die Zukunft ist spannend und voll des grünen Potenzials. Bleibt zu hoffen, daß die Dinge weiter voranschreiten und daß, Zynismus beiseite, die USA hat, was es braucht, um eine Veränderung zum Besseren durchzumachen.

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