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Weed, Pilze Und Ayahuasca Sind Keine Drogen
4 min

Weed, Pilze Und Ayahuasca Sind Keine Drogen

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Die Prohibition hat unser Verhältnis zu Pflanzen wie Cannabis, Peyote und Zauberpilzen völlig verändert. Im letzten Jahrhundert wurde uns beigebracht, dass diese Substanzen einfach "Drogen" sind – gefährliche Substanzen, die in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Hier erfährst Du, wie dies geändert werden kann.

Willkommen bei den Editorials von Zamnesia, wo unser Autor Steven seine Meinung zu allem teilt, was im Zusammenhang mit der Cannabis-, CBD- und Smartshop-Branche steht. Beachte bitte, dass es sich in all diesen Artikeln um die Ansichten des Autors handelt, die nicht unbedingt die Auffassung von Zamnesia als Unternehmen widerspiegeln. Falls Du unserem Autor und unserem Team etwas mitteilen möchtest, hinterlasse bitte einen Kommentar.


Die Welt ändert gerade ihre Haltung zu Substanzen wie Cannabis. Heutzutage befürworten immer mehr Menschen liberalere/offenere Herangehensweisen an die Drogenpolitik, weil sie endlich erkannt haben, dass die Verbote auf mehreren Ebenen nicht funktionieren.

Leider beschränkten sich die Verbote nicht nur auf Gesetze, die den Besitz, die Vermarktung und den Gebrauch von Substanzen wie Cannabis unter Strafe gestellt haben: Mit diesen politischen Maßnahmen gingen auch Hunderte Kampagnen einher, die darauf abzielten, die Menschen mit Falschinformationen über verschiedene Substanzen, ihre Auswirkungen, Herkunft und mehr zu manipulieren.

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Durch Kampagnen, zu denen unter anderem Reefer Madness und D.A.R.E. (um nur einige zu nennen) gehörten, gelang es den Prohibitionisten, Millionen von Menschen auf der ganzen Welt dazu zu bringen, sich vor psychoaktiven Pflanzen wie Cannabis zu fürchten. Diese Angst sitzt so tief, dass sie die Art und Weise, wie wir über diese Pflanzen sprechen und mit ihnen umgehen, grundlegend verändert hat, und das, obwohl die Menschheit sie mindestens seit der Antike nutzt.

Tatsächlich haben uns die Prohibitionisten so effektiv in die Irre geführt, dass wir Pflanzen wie Cannabis auch heute noch als "Drogen" bezeichnen, anstatt sie als das zu sehen, was sie wirklich sind: Pflanzen, die seit Tausenden von Jahren eine Schlüsselrolle in menschlichen Gesellschaften spielen.

Was Meinen Wir Eigentlich, Wenn Wir Von "drogen" Sprechen?

Was Meinen Wir Eigentlich, Wenn Wir Von

Wenn Du nach der Bedeutung des Wortes "Droge" googelst, findest Du zum Beispiel die folgende Definition: "Eine Substanz, die eine physiologische Wirkung hat, wenn sie eingenommen oder auf andere Weise in den Körper eingeführt wird." Umgangssprachlich werden rauscherzeugende Substanzen als Droge bezeichnet.

"Eine Substanz, die eine physiologische Wirkung hat, wenn sie eingenommen oder auf andere Weise in den Körper eingeführt wird."

Mittlerweile kennen wir unzählige Substanzen, die im Körper physiologische Reaktionen hervorrufen. Ingwer, Knoblauch, Minze und Tee sind nur einige wenige Beispiele. Wir würden jedoch kaum eine dieser Substanzen als "Drogen" betrachten, was darauf hindeutet, dass wir eine etwas andere Definition des Wortes haben.

Die Verbote haben uns beigebracht, dass "Drogen" Substanzen sind, die unser Gefühl, Denken und Handeln grundlegend verändern. Tatsächlich wird das Wort fast immer verwendet, um sich auf illegale Substanzen zu beziehen, die angeblich sowohl unser körperliches als auch unser geistiges Wohlbefinden gefährden. Mal ehrlich, wie oft hast Du schon "Drogen und Alkohol" in einem Satz gehört, ohne dass der Sprecher mit der Wimper gezuckt hat?

Die Verbotskampagnen der letzten 100 Jahre waren so effektiv, dass viele von uns oft vergessen, dass "Drogen" nicht nur an unübersichtlichen Straßenecken oder auf leeren Parkplätzen verkauft werden, sondern auch legal in einem Laden um die Ecke oder einer Apotheke gekauft werden können.

Cannabis, Zauberpilze, Ayahuasca, Peyote – Uralte Medizin Und Spirituelle Führer

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Es scheint also, als wäre unsere Verwendung des Wortes "Drogen" ein wenig daneben. Und obwohl das manchem trivial erscheinen mag, verhält es sich nicht so. Und zwar aus folgendem Grund:

Viele der Substanzen, die wir als "Drogen" bezeichnen, stammen von Pflanzen, mit denen unsere Vorfahren über Tausende von Jahren reich und tief verbunden waren. Tatsächlich wurden viele dieser Pflanzen sogar als leistungsstarke Arzneimittel verehrt, lange bevor wir damit begonnen haben, mit ihrer Hilfe high zu werden.

Cannabis zum Beispiel begann als landwirtschaftliche Nutzpflanze in China, die wegen ihrer Fasern und als Lebensmittel angebaut wurde, bevor es sich zu einer Pflanzen unter Tausenden entwickelte, die in der chinesischen Kräutermedizin Verwendung fanden. Das Pen Ts’ao[1], ein altes chinesisches Medizinbuch und das älteste Arzneibuch der Welt, erwähnt Cannabis als Mittel für die Behandlung von rheumatischen Schmerzen, Darmverstopfung, Malaria und vielen weiteren gesundheitlichen Beschwerden. Andere alte Texte, wie zum Beispiel das Sanskrit Sushruta Samhita[2], erwähnten Cannabis zudem als Behandlung von Entzündungen, Durchfall und vielem mehr.

Ayahuasca, oft als "extrem gefährliche Droge" bezeichnet, wurde (und wird immer noch) von den Amazonas-Kulturen in Brasilien, Peru, Bolivien und anderen südamerikanischen Ländern als Medizin angesehen. Tatsächlich gehört zur Ayahuasca-Erfahrung die "Säuberung" (oder auf Spanisch "La Purga"), die viele Nutzer als eine Form der Befreiung von tiefen emotionalen Belastungen und Leiden empfunden haben. Das ist sicherlich wahr, aber Ayahuasca enthält auch ganz spezifische Verbindungen, die als Harmala-Alkaloide[3] bekannt sind. Diese Verbindungen, die man auch in Indien und Pakistan in alten Mitteln der Volksmedizin antrifft, helfen dabei, Parasiten aus dem Körper zu entfernen.

Peyote hat eine ähnliche Geschichte. Indianerstämme im Südwesten der USA setzten Peyote-Kakteen zur Behandlung einer Vielzahl von Krankheiten ein, darunter Schmerzen, Fieber, Erkältungen und vieles mehr. Bereits 1938 schrieb beispielsweise der amerikanische Biologe Richard Evan Schultes in der Zeitschrift American Anthropologist über das Potenzial von Peyote als Medizin[4] und beschrieb dabei einige seiner medizinischen Eigenschaften und Anwendungen.

Historische Zeugnisse wie Steinkunst belegen sogar, dass unsere Vorfahren[5] bereits vor 9.000 Jahren Psilocybin-Pilze für spirituelle und religiöse Zwecke verwendet haben.

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Leider haben uns das Verbot und der berüchtigte Krieg gegen die Drogen gezwungen, die reiche Geschichte dieser Pflanzen zu vergessen und uns stattdessen glauben gemacht, dass es sich um gefährliche, illegale Drogen handelt, die in unserer Gesellschaft keinen Platz haben dürfen. Abgesehen von den Eigenschaften der Drogen selbst ist es klar, dass die Prohibitionisten die oben genannten spezifischen Substanzen auch als Mittel zur Verunglimpfung oder Beseitigung der primitiven Kulturen, die sie konsumieren, ins Visier genommen haben. Dies steht mit Sicherheit im Einklang mit dem westlichen Kolonialismus und Rassismus, die unsere Sicht auf alle Arten von legalen und illegalen Substanzen durchdringen.

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Es wird einige Zeit in Anspruch nehmen, bis wir die schmutzige Arbeit der Prohibitionisten rückgängig gemacht haben, aber die Art und Weise zu ändern, wie wir über Cannabis und andere psychoaktive Substanzen sprechen, ist sicher ein guter Anfang. Wenn wir in der Geschichte zurückblicken, können wir feststellen, dass unsere Vorfahren eine reiche und tiefe Beziehung zu Pflanzen wie Cannabis, Peyote und den Substanzen gelebt haben, die im Ayahuasca-Gebräu verwendet werden.

Sie gingen mit diesen Pflanzen vorsichtig um und respektierten ihre Kraft. Das beweist die rituelle Natur, vor deren Hintergrund unsere Vorfahren diese Substanzen konsumierten. Wenn wir diese Verbindung mit diesen Pflanzen wiederherstellen möchten, ist es an der Zeit, sich nicht länger mit Worten auf sie zu beziehen, die weiterhin Angst und Missverständnisse verbreiten.

Abschließend möchte ich eines ganz klar aussprechen: Ich trete weder für die Verwendung illegaler Substanzen ein, noch fordere ich dazu auf, sie zu nutzen. Diese Pflanzen blicken jedoch auf eine reiche Geschichte zurück und weisen ein echtes medizinisches Potenzial auf. Es ist an der Zeit, zu verwerfen, was wir über "Drogen" zu wissen glaubten, um die Wahrheit über diese alten Substanzen in Erfahrung zu bringen.

Steven Voser

Geschrieben von: Steven Voser
Steven Voser ist ein Emmy Award nominierter Journalist mit viel Erfahrung auf dem Buckel. Dank seiner Leidenschaft zu allem, was mit Cannabis zu tun hat, widmet er jetzt viel von seiner Zeit der Erkundung der Weed-Welt.

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Wir erheben keine medizinischen Ansprüche. Dieser Artikel wurde nur zu Informationszwecken verfasst und basiert auf Studien, die von anderen externen Quellen veröffentlicht wurden.

Externe Quellen:
  1. Chinese History of Cannabis - http://antiquecannabisbook.com/chap2B/China/Pen-Tsao.htm
  2. - https://www.researchgate.net
  3. Some folk uses of Peganum harmala in India and Pakistan | SpringerLink - https://link.springer.com/article/10.1007/BF02860378
  4. - https://www.jstor.org
  5. Artepreistorica.com | THE OLDEST REPRESENTATIONS OF HALLUCINOGENIC MUSHROOMS IN THE WORLD (SAHARA DESERT, 9000 – 7000 B.P.) - http://www.artepreistorica.com/2009/12/the-oldest-representations-of-hallucinogenic-mushrooms-in-the-world-sahara-desert-9000-%E2%80%93-7000-b-p/

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