Führt Cannabis zu besseren kognitiven Funktionen?

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Führt Cannabis zu besseren kognitiven Funktionen?

Entgegen der landläufigen Meinung legt eine neue Studie nahe, daß der tägliche Konsum von Cannabis die Leistungsfähigkeit des Gehirns für bestimmte Aufgaben tatsächlich verbessert.

 

Die Ergebnisse einer aktuellen Studie, die ein Forscherteam der Universität von Minnesota, USA durchgeführt hat, läßt die Annahme, daß Cannabis die kognitiven Funktionen beeinträchtigt, jetzt eklatant falsch aussehen. Seit vielen Jahren wird Cannabis als Droge dargestellt, die sich negativ auf die Art auswirkt, wie unser Gehirn funktioniert und sich entwickelt. Darum bezeichnen einige Marihuana als "Dope" (umgangssprachlich Idiot oder Trottel).

Neue Forschung deutet in eine andere Richtung. Eine Gruppe Nutzer, die täglich Marihuana konsumieren und alle mit dem Konsum angefangen hatten, bevor sie 17 Jahre alt waren, wurde gebeten, eine Reihe von Tests durchführen - die Ergebnisse wurden mit einer Kontrollgruppe verglichen, die kein Cannabis konsumiert. Es zeigte sich, daß diejenigen, die regelmäßig Marihuana konsumierten, bei den Tests in der Verarbeitungsgeschwindigkeit und Wortflüssigkeit besser abschnitten, (es ist wahrscheinlich wichtig zu wissen, daß sie zur Zeit der Tests nicht high waren, diese geistige Schärfe aber wohl ein Resteffekt des Konsums ist).

In der Studie, die in diesem Jahr in der Zeitschrift Clinical and Experimental Neuropsychology (klinische und experimentelle Neuropsychologie) veröffentlicht wurde, stellten die Forscher fest, daß "Marihuana Nutzer eine hohe Funktionsfähigkeit, einen vergleichbaren IQ zur Kontrollgruppe und relativ gesehen bessere Verarbeitungsgeschwindigkeit aufwiesen."

Obwohl dies vielversprechende Nachrichten sind, ist es noch nicht an der Zeit, zu jubeln. Dieses Experiment wurde im kleinen Maßstab mit nur jeweils 35 Teilnehmern in jeder Gruppe durchgeführt. Es müßte in einem viel größeren Maßstab repliziert werden, um die Bedeutung der Ergebnisse zu bestätigen - aber es ist sicherlich ein aufregender Anfang!

Die Studie wird auch durch frühere Untersuchungen gestützt, die im Jahr 2011 veröffentlicht wurden, wobei 2000 junge Australier für acht Jahre ihres Lebens begleitet wurden, um zu beobachten, wie sie bis ins Erwachsenenalter aufwuchsen. Was sie herausfanden, hat einige schockiert und stand im kompletten Gegensatz zu dem, was die Gesellschaft immer dachte. Marihuana schien keine langfristige Wirkung auf das Gedächtnis und die Lernfähigkeit der Teilnehmer zu haben, die es verwendet haben. Obwohl dies keine positive Funktionsfähigkeit bei der Durchführung bestimmter Aufgaben wie in der jüngsten Studie zeigt, hilft es zu zeigen, daß es geringe bis gar keine negativen Auswirkungen hat.

Es stellt sich die Frage, warum wir diese Art von Studienergebnissen nicht in den Nachrichten der Massenmedien sehen. Ist es, weil Regierungen und Medien nicht zugeben wollen, daß sie mit Marihuana falsch lagen? So oder so, laßt uns hoffen, daß die weitere Forschung auf diesem Gebiet noch mehr positive Nachrichten ans Licht bringt!

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