Cannabis Und Schwangerschaft: Ein Blick Auf Die Forschung

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Cannabis Und Schwangerschaft: Ein Blick Auf Die Forschung

Es ist allgemein bekannt, dass Frauen während der Schwangerschaft auf Alkohol, Zigaretten und andere schädliche Substanzen verzichten sollten. Die Frage nach der Sicherheit des Konsums von Cannabis während der Schwangerschaft ist die gleiche.

Eigentlich sollte es offensichtlich sein, aber Experten sind sich über die Risiken des Konsums von Cannabis während der Schwangerschaft immer noch unsicher.

Es ist allgemein bekannt, dass es Frauen während der Schwangerschaft vermeiden sollten Alkohol zu trinken, Zigaretten zu rauchen oder andere schädliche Substanzen zu sich zu nehmen.

Die Frage nach den Risiken des Konsums von Cannabis während der Schwangerschaft ist keine andere und wird seit den 1960ern debattiert. Dabei geht es um Befürchtungen der Verursachung möglicher Geburtsfehler und über die Jahre hinweg konnten auch einige geburtsbezogene Probleme ausgemacht werden.

Dr. Arnold Shoichet, ein Arzt und Vorstandsmitglied des Medicinal Cannabis Resource Centre (Forschungszentrum für Cannabis als Arzneimittel) in Vancouver, BC. (http://www.mcrci.com) erklärt, dass es viele Studien gab, die eine Verbindung von Cannabiskonsum während der Schwangerschaft und "niedrigerem Geburtsgewicht, Frühgeburten und Folgeproblemen im Verhalten der Kinder" nahelegten. Aber "Kritiker deuten darauf hin, dass einige dieser Studien zu ambivalenten Ergebnissen kommen", bemerkt Dr. Schoichet und "Eine Ursache-Wirkung-Beziehung zwischen den erfassten Auswirkungen und Cannabiskonsum wurde nicht bewiesen".

Viele Gesundheitsexperten würden zustimmen, dass dieser Bereich noch nicht gut genug erforscht ist; tatsächlich verlassen sich viele Studien auf Selbstauskünfte und dies macht es sehr schwer, einen präzisen Messwert der konsumierten Menge zu erhalten - ein häufiges Problem bei dieser Methode.

Natürlich gibt es nur sehr wenige Ärzte oder Gesundheitsexperten, die den Konsum von Cannabis während der Schwangerschaft empfehlen würden, aber es gab hinsichtlich dessen tatsächlich einige positive Ergebnisse.

Eine dieser Studien, "Pränataler Marihuanakonsum und neonatale Auswirkungen in Jamaika: Eine ethnographische Studie" von Dr. Melanie Dreher, wurde im Jahr 1994 im The American Journal of Pediatrics (Das amerikanische Magazin für Pädiatrie) veröffentlicht.

Dr. Dreher untersuchte Mütter im ländlichen Raum Jamaikas. Einige dieser Mütter konsumierten Marihuana, um ihre Schwangerschaftsübelkeit zu behandeln, andere konsumierten überhaupt keinen Cannabis. Nachdem die Babys geboren waren, wendete Dreher die Neugeborenen-Diagnostik an, einmal nach 3 Tagen und noch einmal nach 1 Monat, um die neurologische Entwicklung und das Verhalten der Babys zu messen.

Obwohl sie davon ausging, Komplikationen wie niedriges Geburtsgewicht und eine beeinträchtigte neurologische Entwicklung festzustellen, ging aus der Studie hervor, dass die Babys von den während der Schwangerschaft Cannabis konsumierenden Müttern über verbesserte soziale Fähigkeiten verfügten, gegenüber den Babys, die von den Müttern geboren wurden, die kein Cannabis konsumiert hatten.

Dreher fügt schnell hinzu, dass diese Studie unter keinen Umständen eine Bestätigung der Beziehung von Cannabiskonsum und gesünderen Babys sei, aber dass sie sehr wohl das Fehlen nachteiliger Effekte aufzeigt.

Sie erklärt, dass externe soziale Faktoren die Resultate beeinflusst haben könnten: "Obwohl es die gleichen waren, was das Alter und den sozioökonomischen Status betrifft, so gab es doch Unterschiede zwischen der Lebensführung der Cannabis konsumierenden Mütter und denen, die dies nicht taten und wir glauben, dass dies für die Unterschiede verantwortlich war. Beispielsweise waren viele der konsumierenden Mütter Ganja-Verkäuferinnen und deshalb die meiste Zeit in dieser neonatalen Periode zu Hause und waren deshalb auch sehr fürsorglich zu ihren Babys."

Ihre Schlussfolgerung war, dass "die Entwicklung der Kinder in keinster Weise mit dem neonatalen Konsum von Cannabis korrelierte". Dr. Dreher war daran interessiert, eine weitere Studie über dieses Thema durchzuführen, dies wurde ihr jedoch vom National Institute of Health (staatliches Gesundheitsamt) verweigert.

Die Ergebnisse von nur einer Studie können jedoch nicht als Beweis Gültigkeit erlangen, vor allem nicht, wenn es Studien gibt, die das Gegenteil behaupten. Laut Dr. Nachim sollte eine schwangere Frau, die Marihuana als Arzneimittel nützt, nach Alternativen Ausschau halten. "Idealerweise sollte sie überhaupt keine Medikamente nehmen. Aber Wenn sie es muss, dann sollte sie Medikamente nehmen, die mehr Nachweise über die Sicherheit für die Babys haben."

Eine Studie zu der Wirkung von THC auf die Föten von Primaten stellte eine verminderte neurologische Entwicklung fest, allerdings könnten die Resultate bei der Untersuchung eines menschlichen Fötus durchaus abweichen. Im Allgemeinen kann man festhalten, dass alle berauschenden Substanzen während einer Schwangerschaft vermieden werden sollten.

Ein in Toronto praktizierender Arzt, der einigen seiner Patienten bereits Marihuana als Arzneimittel verschrieben hat, erklärt: "Ich denke das Beste ist überhaupt keine Substanzen, Medikamente oder Drogen zu verwenden, so dass der Fötus die bestmöglichen Entwicklungschancen hat" und falls eine schwangere Frau Marihuana als Arzneimittel konsumiert, "sollte sie idealerweise gar keine Medikamente einnehmen. Wenn sie allerdings muss, dann sollte sie Medikamente einnehmen, die nachweislich sicherer für das Baby sind."

Letztendlich, ist es vielleicht sicher? Aber ist es das Risiko wert?

Wahrscheinlich nicht.

 

         
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